Freitag, 30. Oktober 2020

Schneckchen

Die Klasse der Mausbeere hat seit Beginn des Schuljahres Verstärkung bekommen - fünf dicke Weinbergschnecken sind in ein gemütliches Terrarium auf dem Balkon eingezogen und bereichern den Unterricht auf vielfältige Weise. Gelegentlich dürfen die Kinder auch mal direkt auf Tuchfühlung mit den schleimigen Mitbewohnern gehen und auch dem Beeren-Kind wurde letztens mal wieder ein Exemplar für eine Fotosession auf die Hand gesetzt. Die Bilder wurden dann schön verziert und einlaminiert und wir Eltern haben uns riesig darüber gefreut:

Wer die Mausbeere schon länger kennt, weiß natürlich, dass eine Schnecke nur als absoluter Ekelkram allererster Güte eingestuft werden kann und so war schon ein kleiner Kraftakt nötig, die Beerenhand mit der Schnecke für das Foto ruhig zu halten.
Von daher waren wir im höchsten Maße über dieses höchst bezaubernde Foto erstaunt, das definitiv einen Ehrenplatz bei uns erhalten wird:
Einfach mal lächeln, dann isses vielleicht schneller vorbei...

Dienstag, 20. Oktober 2020

Anna trifft Anna

Nach den guten Erfahrungen mit unserem Sommerurlaub ist die Mausbeere wieder mit einer kleinen Reise in die Herbstferien gestartet. Das Ziel war dieses Mal noch etwas spezieller, denn es ging auf Deutschlands einzige Hochseeinsel Helgoland!
Mausbeere "Anna" Annika trifft die "Lange Anna" :-)

Das war für uns aus vielerlei Hinsicht etwas ganz Besonderes. Zum einen war Helgoland früher (noch ohne Kinder - unglaublich, dass es einmal solche Zeiten gegeben hat...) unser Lieblings-Urlaubsziel und hat außerdem eine ganz besondere Verbindung mit der Mausbeere. Genau an dem Tag, als wir vor mittlerweile über neun Jahren das letzte Mal dorthin aufgebrochen sind, hatten wir unseren ersten positiven Schwangerschaftstest in den Händen, mit dem sich dann unser Beeren-Kind angekündigt hat. Die Mausbeere ist also tatsächlich schonmal dort gewesen, wenn auch nur als kleiner Zellhaufen (äußerst charmante erste Beschreibung unseres damaligen Frauenarztes...) und wir hatten zu dem Zeitpunkt natürlich absolut noch keine Ahnung, welch spezielle Überraschung wir da erwarten würden ;-)

Da sich die Bedürfnisse unserer Großen dann mit der Zeit immer komplexer gestaltet haben und selbst Tagesausflüge mit ihr einem halben Umzug gleichkamen und wir uns für mehrtägige Reisen auch immer einen Flüssigsauerstofftank an den Urlaubsort bestellt haben, hatten wir eigentlich gar nicht damit gerechnet, mir ihr irgendwann einmal unsere Sehnsuchtsinsel besuchen zu können. Mal abgesehen von der schieren Menge unseres Gepäcks ist Helgoland mit einer Entfernung von über über 60km vom Festland nun auch nicht gerade gut an das medizinische Versorgungsnetz angebunden, auch wenn es ein kleines Inselkrankenhaus gibt.
Nun hatten wir mit unserem Sommerurlaub nach Langeoog allerdings schon recht gute Erfahrungen gemacht und das Gepäck der Dame ist auch nicht mehr ganz so umfangreich. Dadurch "gestählt" ließ der Papa vor einigen Wochen so nebenbei die Bemerkung fallen, dass er dieses Jahr nochmal nach Helgoland möchte. Vermutlich hätte er es auch kurze Zeit später wieder vergessen bzw. als Schnapsidee abgetan, wenn er damit nicht der Mama einen Floh ins Ohr gesetzt hätte... Nach einigen Diskussionen hatten wir dann doch Nägel mit Köpfen gemacht und mit etwas Glück auch noch eine passende Unterkunft gefunden.
Für unsere Verhältnisse kleines Gepäck für vier Tage
Und so fanden wir uns Samstag vor einer Woche dann für eine recht raue Überfahrt auf dem Katamaran nach Helgoland wieder. Da zeigte sich dann auch mal wieder recht schnell, aus welchem Holz unsere Mausbeere geschnitzt ist - während es etlichen Fahrgästen inklusive Schwesterchen Bianca (O-Ton Papa: "Ich habe noch nie einen Menschen so kotzen sehen und ich kenne ja Beerchen...") ziemlich dreckig ging und die überall bereitgelegten Kotztüten bereits Mangelware wurden, hatte das Beeren-Kind einen 70-minütigen Dauerlachanfall und ist bei jeder Welle, die den Katamaran in die Luft und den Magen gefühlt zwischen die Ohren geschleudert hat, in freudiges Kreischen ausgebrochen :-)
Eine Seefahrt...
...die ist lustig!
Häh, sehe ich das alleine so?
Nachdem dann alle - außer der Mausbeere - froh waren, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben, konnte unser Urlaub dann endlich beginnen. Hier sind einfach mal ein paar Eindrücke, die uns besonders gut gefallen haben und mit dem Wetter hatten wir auch einen Sechser im Lotto erwischt:
Frisch angekommen an den Hummerbuden
Klippenrundweg um den roten Felsen
Beste Aussicht auf die "Düne"
Mausbeere unter der Maulbeere
Der Strand direkt vor der Haustür
Der Spielplatz direkt vor der Haustür
Toll illuminiertes Atoll
Sonnenaufgang an der Landungsbrücke

Ins Oberland per Fahrstuhl...
...oder mit einer Papa-Stärke
So ganz konnten wir die gewohnten, alten Pfade nicht beschreiten, da insbesondere der Klippenrundweg im Oberland mit etlichen Stufen gespickt ist. Aber zum Glück gibt es einen gut ausgeschilderten barrierearmen Rundweg, für den sogar einige Stufen in der Nähe der langen Anna "begradigt" wurden. Und so konnten wir auch mit dem Buggy die wunderschöne Aussicht entlang der roten Felsen genießen:

Barrierefrei um den roten Felsen...
Das bringt Freude!
Aber auch für unsere Jüngste war der Urlaub etwas ganz Besonderes, denn am Montag hat sie auf Helgoland ihren dritten Geburtstag gefeiert! Unglaublich, wie schnell die Zeit vergangen ist und das wir jetzt schon zwei so große Mädels haben... Also an dieser Stelle noch hochoffizell:

Alles Liebe zum Geburtstag, kleine, große Bibi!

So alt bin ich schon!!!

Auch wenn wir für unsere Verhältnisse in diesem Jahr dann doch außergewöhnlich viel gereist sind, sind doch die generellen Reiseaktivitäten recht eingeschränkt, was sich auch in der geringen Zahl an Knabberpostkarten in den letzten Monaten niederschlägt. Nichts desto trotz haben die Mausbeere einige leckere Kärtchen erreicht:
So haben wir uns sehr gefreut, mal wieder von Maike zu lesen, die dem Beeren-Kind dieses leckere Kärtchen geschickt hat:
Auch Knabberpostchefin Monika, die in diesem Jahr auch seltener unterwegs ist und sich sehr über eine kleine Auszeit in Lüneburg gefreut hat:
Von Oma Rita kam diese Karte mit den Möwen von Helgoland, die uns traurig hinterher gucken ;-)

Sonntag, 4. Oktober 2020

Auf'm Thron

Dieser Beitrag behandelt heute ein Thema, das zum letzten Beitrag nicht gegensätzlicher sein könnte ;-) Es geht nämlich diesmal nämlich nicht darum, was in die Mausbeere hineingeht, sondern um das, was hinten wieder rauskommt...
Die Mausbeere trägt ja seit jeher Windeln und wir haben immer gestaunt, wenn wir von anderen Kindern mit schwerer Mehrfachbehinderung gehört haben, die regelmäßig aufs Töpfchen gesetzt werden. Unser Beeren-Kind hat nie irgendwelche Anzeichen dafür gezeigt, wenn sie mal "muss" und außerdem hat sie durch ihre Darm-Vorgeschichte (sie hat ja seit dem Alter von anderthalb Jahren leider aufgrund einer Entzündung nur noch ca. ein Drittel ihres Dickdarms) oft sehr unregelmäßigen und oft auch weichen Stuhlgang, was sie selbst aber am allerwenigsten zu stören scheint... Und Erklärungen oder Argumenten ist unsere junge Dame ja auch generell nicht zugänglich ;-)
Von daher war es für uns auch irgendwie eine befremdliche Vorstellung, dass in der Schule irgendwie mit "Sauberkeitserziehung" begonnen werden sollte und es tat sich auch weiterhin lange Zeit nichts. Kurz vor der langen "Corona-Pause" hatte es dann aber irgendwann doch einen ersten Erfolg gegeben und die Mausbeere hatte tatsächlich zum ersten Mal bei einem der regelmäßigen Toilettengänge etwas "gemacht".
In den darauf folgenden Monaten zu Hause haben wir dann tatsächlich gewisse Regelmäßigkeiten entdecken können, was möglicherweise auch mit der größeren Geschwindigkeit beim Sondieren der Nahrung zusammenhängen könnte. Denn oft bemerken wir, dass die Mausbeere kurz nach einer flott sondierten Mahlzeit anfängt zu "drücken" und dann bleibt meist noch die Zeit, sie fix auf die Toilette mit passendem Kinderaufsatz (den wir eigentlich mal für die kleine Schwester angeschafft hatten...) zu setzen. 
 
Auch dieser Thron gehört jetzt zu meiner royalen Sammlung...
Guck-guck, hier bin ich!
Und so freuen wir uns, dass unser Beerenkind jetzt in schöner Regelmäßigkeit ein amtlich großes und danach oft noch ein kleines Geschäft auf dem Klo erledigt! Natürlich klappt das nicht immer und die Dame trägt nach wie vor durchgängig eine Windel, aber trotzdem ist das mal wieder ein vollkommen unerwarteter Fortschritt, der uns unglaublich stolz auf unsere Mausbeere macht!

Montag, 7. September 2020

Neues aus der Hexenküche

Ich habe eigentlich schon seit ewigen Zeiten nichts mehr über die Ernährung der Mausbeere geschrieben, was wohl daran lag, dass es einfach nix Neues zu berichten gab. Die Zusammenstellung des Mausbeerenfutters aus vier selbstgemachten Mahlzeiten im Verlauf des Tages per Hand sondiert und einer fünften Nachtmahlzeit aus stark verdünnter Sondenkost mit viel Wasser über die Ernähungspumpe, um auf die benötigte Flüssigkeitsmenge zu kommen, hatte sich gut eingespielt und war so über Jahre so gut wie unverändert geblieben. Es gab ja auch keinen Grund, etwas daran zu ändern, denn die Mausbeere hat immer gut zugenommen und auch die Blutwerte waren immer perfekt, also: Never change a running system...

In den letzten Monaten hatte man ja bekanntlich etwas mehr Zeit und so fielen mir nach und nach zuerst kleinere und dann doch immer gravierendere Dinge ein, die ich mal ausprobieren bzw. ändern wollte. Hier und da wurde an einzelnen Zutaten oder Zubereitungsarten geschraubt, was aber jetzt gar nicht Gegenstand dieses Blogbeitrags sein soll (darüber wird - so ich die Zeit finde - später immer mal berichtet werden).

Viel interessanter und für uns selbst auch unglaublich überraschend ist, dass wir plötzlich und relativ schnell die Art, WIE wir der Beere ihre Mahlzeiten verabreichen, verändert haben. Noch geprägt aus den ersten Jahren, in denen unsere (damals noch) Miniatur-Mausbeere viel gespuckt hat, gaben wir immer noch vergleichsweise langsam sondiert. In den letzten Monaten hatte ich dann einfach mal probiert, der Dame ihre Mahlzeiten schneller zu verabreichen, was erstaunlich gut geklappt hat und ich konnte sogar noch die dabei verabreichte Portionsgröße erhöhen, ohne das es irgendwelche Probleme gab. Als wir dann in den heißen Sommermonaten dann auch noch größere Mengen an Flüssigkeit verabreicht haben, keimte langsam die Idee, ob man nicht gelegentlich auch mal auf die nächtliche Sondierung über die Ernährungspumpe verzichten könnte.
Da der Schlaf nachts ja eigentlich auch dem Verdauungstrakt eine Ruhe- und Erholungspause gönnen soll, wäre das ja durchaus wünschenswert. Auch wenn man auf die Ernährung per Magensonde angewiesen ist, sollte man ja - wie ich finde - dem Körper eine möglichst "natürliche" Ernährung bieten, soweit dies eben möglich ist. Klar werden wir bei z.B. bei Infekten oder stressigen Tagen auch weiterhin die Möglichkeit in Anspruch nehmen, der Beere auch nachts schonend Flüssigkeit verabreichen zu können.

Und so haben wir innerhalb relativ kurzer Zeit zuerst versucht, die Flüssigkeitsmenge am Tag zu erhöhen und in der Nachtration zu reduzieren, dann wurden die vier selbstgebauten Mahlzeiten in fünf umgestrickt, was nun auch die künstliche Sondennahrung komplett obsolet macht (yeah!!!). Da das gut geklappt hat, haben wir den Versuch gewagt, mal nachts komplett auf alles zu verzichten und - siehe da - es hat bestens funktioniert!
Wir haben jetzt zwar mit der neuen Variante über den Tag etwas mehr "Arbeit" und die neuen Zeiten der Raubtierfütterung müssen einem erstmal in Fleisch und Blut übergehen, aber dadurch, dass die einzelnen Mahlzeiten nicht mehr so lange dauern und auch die Flüssigkeit zwischendurch recht flott sondiert ist, funktioniert das  bislang insgesamt sehr gut. Außerdem schläft die Mausbeere gefühlt auch besser - nicht dass sie vorher schlecht geschlafen hätte, aber ein kleiner Unterschied ist da schon zu spüren...

Obwohl wir unserer großen Diva - mit tatkräftiger Unterstützung der kleinen Schwester - natürlich nach wie vor auch immer ihr Essen über den Mund anbieten, zeigt sie da leider immer noch keine große Motivation und sucht sich nach ein paar Löffelchen doch lieber wieder irgendwas anderes (NICHT essbares) zum Beknabbern.
HIER gehört das Essen rein, Schwester!
Naja, sei's drum - unsere Dame weiß schon, was ihr guttut und hat dafür eine passende Mausbeerenweisheit parat:
Liebe geht durch die Magensonde

Donnerstag, 27. August 2020

Mehr Wahnsinn als Alltag

Das uns auch die unangenehmen Seiten des neuen alten Alltagswahnsinnes so schnell erwischen würden, hatten wir dann nun doch nicht gedacht. Kaum hat unsere Jüngste ihre erste Kindergartenwoche erfolgreich hinter sich gebracht, schon fing am Freitagnachmittag ihre Nase an zu triefen - der erste Kindergarteninfekt hatte da ja nicht lange auf sich warten lassen... Und da die Mausbeere eine gute große Schwester ist, hat ihre Nase dann am Sonntag aus Solidarität angefangen, gleich mit zu triefen. Also hieß es am Montag dann leider für beide Mädels erstmal zu Hause zu bleiben. Während die Kleine den Rotz eigentlich recht schnell weggesteckt hatte, hat es unser Beeren-Kind leider doch etwas dicker erwischt und in der Nacht zum Dienstag war dann seit einer gefühlten Ewigkeit (ich glaube, zuletzt im Februar...) leider sogar mal wieder ein Spürchen Sauerstoff nötig. Durch viel inhalieren, hatten wir das zum Glück recht schnell wieder im Griff und die Beere zeigte am Morgen dann schon auch gleich wieder ein erstes freches Grinsen, aber so viel Rotz haben wir in den letzten sechs Monaten zusammen nicht gesehen...

Ja, zugegebenermaßen noch etwas verquollen, ABER ein Grinsen :-)
Zur Zeit ist man ja zudem allgemein - und aus gutem Grund - sehr vorsichtig, was Atemwegsinfekte angeht. So gibt es an der Schule der Mausbeere momentan die dringende Empfehlung, bei einem Infekt, der über Schnupfen hinausgeht, zur Vorsicht einen Arzt zu konsultieren. Normalerweise hätten wir das beim aktuellen Zustand der Mausbeere eigentlich gar nicht gemacht, da es sich um einen absolut Mausbeeren-typischen Erkältungsverlauf gehandelt hat, der immer etwas heftiger ist, als "normal". Außerdem vermeiden wir gerne Arztbesuche wo es geht, da man ja nie weiß, was sich dort wieder für Viren tummeln... Aber so haben wir trotzdem einen Termin beim Leibarzt der Mausbeerenkönigin vereinbart und sind dann am Mittwochmorgen mit einem folgendermaßen aufgelegten Kind dort erschienen:

Nicht gerade das Standardgesicht einer auf den Arzt wartenden Person...
Der Doktor hat die Dame dann abgehört und nach der Empfehlung, weiter viel zu inhalieren und die Dame noch für zwei Tage zu Hause zu behalten, war es das dann auch schon gewesen.
Hoffen wir mal, dass wir nächste Woche dann wieder zum normalen neuen alten Alltagswahnsinn zurückkehren können!

Donnerstag, 20. August 2020

Neuer alter Alltagswahnsinn

Auch die längsten (Corona-)Ferien gehen leider mal zu Ende und so hat letzten Mittwoch auch für die Mausbeere wieder die Schule begonnen. Ob und wie genau der Schulbetrieb starten würde, hatten wir dann erst eine Woche vor Ferienende erfahren und so hatten wir dem Ganzen schon mit gemischten Gefühlen entgegen geblickt. Zum einen ist ein gutes halbes Jahr zu Hause ja schon eine sehr lange (und definitiv nicht unangenehme) Zeit und man weiß ja auch nicht, wie sich die Infektionszahlen so entwickeln. Zum anderen es ist für das Beerenkind aber natürlich auch wichtig, mal wieder was anderes zu sehen und anders als zu Hause gefördert zu werden.

Der Schulbetrieb startete jetzt erstmal mit etwas verkürzter Stundenzahl und es wurden jede Menge Vorkehrungen, um den Ablauf so sicher wie möglich zu gestalten. Dazu muss man sagen, dass die Schule ja auch über den Luxus großzügiger Räumlichkeiten verfügt, so dass die eh schon kleinen Klassen nochmal gut aufgeteilt werden können. Außerdem gibt es gestaffelte Pausenzeiten, damit sich möglichst nur Kinder eines Jahrganges begegnen usw. Eigentlich herrscht auch eine allgemeine Mundschutzpflicht, aber das ist bei vielen Kindern mit Beeinträchtigungen ja nicht mach- bzw. vermittelbar.

Letzten Mittwoch ging es nun also los und wir haben schon versucht, die Mauseere zumindest für den Taxitransport (der dieses Jahr mal zu einer nicht ganz menschenrechtsverletzenden Uhrzeit bei uns aufschlägt) zum Tragen eines Mundschutzes zu überreden:

Ach Leute, das geht doch GAR NICHT!!!
Wir hatten zwar nicht wirklich erwartet, dass das klappen würde, aber dass unser Frechdachs sich in den paar Millisekunden, die der Papa brauchte, um sie vom Boden hochzuheben gleichzeitig Mundschutz UND linkem Hörgerät entledigt hat, fanden wir doch schon sportlich... und waren froh, dass sich an dem Tag doch mal andere mit den Frechdachsigkeiten herumschlagen mussten ;-)
Und Hörgeräte in Ohren werden auch chronsich überschätzt...
Endlich durfte die Dame dann im Schultaxi neben der treuen Seele von Team-David Platz nehmen, die auch schon regelrechte Mausbeeren-Entzugserscheinungen hatte (wie die Mama dann im Verlauf des Tages nach so langer intensiver Zeit zusammen). Und wir haben dann fix ein Attest vom Arzt besucht, die das Beeren-Kind von der Mundschutzpflicht im Taxi befreit:
Hey, lange nicht gesehen!

Nach gut einer Woche hat sich eigentlich alles ganz gut eingespielt. Allerdings merkt man dem Beeren-Kind den veränderten Alltag schon an. Sie schwankte in den letzten Tagen irgendwie zwischen Phasen extremst guter Laune und dann wieder vermehrter Anhänglichkeit (besonders Mama steht gerade hoch im Kurs). Aber so langsam pendelt sich auch das wieder auf ein normales Maß ein.

Und als wäre unser Alltag nicht schon genug neu sortiert worden, hat auch für die kleine Mausbeerenschwester diese Woche mit dem Start in die Kindergartenzeit ein neuer Lebensabschnitt begonnen. Die Eingewöhnung verläuft - naturgemäß - ganz anders als als bei unserer Großen vor nun auch schon wieder vier Jahren und klappt bislang wirklich außerordentlich gut.

Die letzten zwei Wochen waren bei uns also alles andere als langweilig, aber ich hoffe mal, dass ich dann in der kommenden Zeit ein geregelter Rhythmus einstellen wird. Und wenn wir doch ein wenig den "Freiheiten" während der letzten Monate nachtrauern, weiß uns unser Schulbeerchen doch mit einer neuen Mausbeerenweisheit aufzumuntern:

Die wahre Lebenskunst besteht darin, im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen. Pearl Sydenstricker Buck

Tja, und während für uns der Ernst des Lebens wieder begonnen hat, gönnen sich andere ein paar wohlverdiente Urlaubstage, wie z.B. Knabberpost-Chefin Monika. Aber mit einem schmackhaften Kärtchen von Föhr, lässt sie das Beerenkind dann doch etwas daran teilhaben:
Schmeckt nach Meer!
Und auch Oma Rita hat das Beerenkind mit einer Karte durchaus exotischer Geschmacksrichtung erfreut, auch wenn das gute Stück aus dem persönlichen Fundus und nicht von einer Reise kommt:
Mmmmh, der Geschmack von Afrika...

Montag, 10. August 2020

Jana-Piepmaus

Vor einigen Monaten bekamen wir eine ganz liebe Mail von den Steiners aus Hamm. Die Familie hatte für ihre kleine, damals ca. anderthalbjährige Tochter Jana-Sophie (oder auch Piepmaus) gerade die Diagnose CdLS bekommen und waren auf der Suche nach Austausch mit "Gleichgesinnten". Da wir uns ebenfalls immer sehr über den Kontakt mit anderen "CdLS-Familien" freuen, ist daraus zunächst ein reger E-Mail-Austausch entstanden und da man ja wirklich viel zu besprechen hatte, kam auch dern Wunsch nach einem persönlichen Treffen auf, was wegen der allgemeinen Kontaktbeschränkungen dann leider erstmal vertagt werden musste.
Da die Infektionszahlen über den Sommer ja erfreulicherweise gesunken waren, hatten wir es nun aber endlich in Angriff genommen und da die Steiners einen großen Garten haben, konnte man ja gut ein Treffen mit gebührendem Abstand realisieren. So sind wir dann gestern nach Hamm gefahren, um die kleine Piepmaus mit ihren Eltern und den drei großen Brüdern kennen zu lernen.

Wir haben dann einen sehr schönen Nachmittag zusammen verbracht. Natürlich gab es unglaublich viel zu erzählen und auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. Obwohl die kleine Piepmaus eine andere Variante des Syndroms hat als unsere Mausbeere und auch mit anderen Baustellen zu kämpfen hat, haben die beiden Mädels doch auch unglaublich viel gemeinsam. Los ging es schon beim hingebungsvollen Beknabbern von allen möglichen Gegenständen (aber auf KEINEN FALL Essbarem!!!) und auch, wenn man die beiden Mädels so nebeneinander im Buggy chillen sieht, sind die Ähnlichkeiten doch unverkennbar:
Na,was machen wir denn jetzt Schönes?
Hey, wie schmeckt Dein Buggy denn so? Zeig mal her!
Und jetzt mal schön zur Seite lehnen...
Boah, solche Haare will ich auch mal haben!

Neben den vielen anderen Gemeinsamkeiten teilen die beiden Damen übrigens auch die Vorliebe für schicke Klamotten und so hat die Mausbeere sich sehr über das schicke Flamingo-Kleid gefreut, dass sie gleich zur Begrüßung geschenkt bekommen hat:
Das gefällt mir und ist ein schönes Andenken an die Piepmaus

Und auch unsere Jüngste hatte jede Menge Spaß und hat mit den drei Jungs den Garten und insbesondere den riesigen Swimming-Pool unsicher gemacht, was bei den schwül heißen Temperaturen eine sehr schöne Abkühlung geliefert hat.

Am Abend wurde dann der Grill angeworfen und dazu passend fing es plötzlich an zu schütten wie aus Eimern. Wie gut, dass wir unter der überdachten Terrasse ein trockenes Plätzchen hatten:
Ui, hinter mir geht gerade die Welt unter...
Übrigens hat die kleine Piepmaus auch eine eigene Webseite, auf der die Eltern liebevoll aus ihrem Leben berichten, denn da gibt es - ähnlich wie bei uns - jede Menge zu erzählen. Wer neugierig geworden ist, findet die Seite unter: www.jana-piepmaus.de