Sonntag, 6. Januar 2019

Zankapfel

Der erste Blogbeitrag des Jahres 2019 fällt eigentlich noch unter die Rubrik "Weihnachtswunder 2018", denn das, worüber berichtet wird, fand auch ganz kurz vor dem Weihnachtsfest statt und macht uns fast genauso stolz wie die neuen Sitz- und Lauffähigkeiten unserer beiden Töchter. Aber eigentlich brauche ich gar nicht viel zu schreiben, denn das folgende Bild sagt eigentlich schon alles:
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte und erzählt manchmal sogar eine kleine Geschichte :-)
Für alle, die es etwas ausführlicher wünschen, werde ich doch noch ein paar Worte dazu tippen. Am Samstag vor Weihnachten habe ich der kleinen Mausbeerenschwester - die in Sachen Ernährung das absolute Gegenteil der Mausbeere ist - einen Apfel zum Beknabbern kredenzt. Sie saß dabei in ihrem Stühlchen und die Mausbeerenkönigin hatte nebenan in ihrem Regierungssitz Platz genommen. Ich habe die Damen mal kurz aus den Augen gelassen und als ich wieder hinguckte, fehlte der kleinen Raupe Nimmersatt plötzlich der Apfel. Nachdem ich die Küche komplett durchsucht hatte - inklusive der Zimmerdecke, denn es hätte sich ja kurz mal die Schwerkraft umkehren können - fiel mein Blick auf den absolut unwahrscheinlichsten Ort, an dem sich das Obst denn befinden konnte und konnte meinen Augen nicht trauen...

Man möge es glauben oder nicht - die Mausbeere hatte sich tatsächlich den Apfel gemopst und ihn erstmal intensivst befühlt. Normalerweise wird Essen als ausgewiesener Ekelkram bis auf seltene Ausnahmen ja sofort wieder weggeschmissen, aber an dem geklauten Obst schien sie wirklich gefallen gefunden zu haben:
Das ist jetzt seltsam...
...ich muss doch rausfinden, was meine Schwester an dem Zeug findet...
Sie hat sogar mal kurz dran geknabbert, was ich aber so schnell nicht im Bild festhalten konnte. Diese wunderbare Aktion unserer Mausbeere verdanken wir aber mit ziemlicher Sicherheit der kleinen Schwester, denn - wie hier schon erwähnt - scheinen Neid und Missgunst dann doch die besten Antriebskräfte zu sein.
Du Mama, das war eigentlich MEIN Apfel!
So sehr wir uns auch freuen, stehen wir dann in manchen Situationen doch vor einem erziehungstechnischen Dilemma, wenn wir uns bei der Großen über etwas freuen, was wir der Kleinen mit Mühe und Not auszutreiben versuchen. Aber naja, das Leben ist eben kein Ponyschlecken und wir hoffen doch, dass beide Mädels es nicht ganz so schlecht bei uns getroffen haben ;-)

Donnerstag, 27. Dezember 2018

Der erste Schulausflug

Zuerst einmal möchten sich unsere beiden Weihnachtsmädels für die lieben Weihnachstgrüße und -geschenke bedanken, die wir von Freunden, Verwandten und Beeren-Fans bekommen haben!
Ganz herzlichen Dank!
Ansonsten genießt die Mausbeere nun ihre allerersten Weihnachtsschulferien, die sie sich auf jeden Fall redlich verdient hat. Mittlerweile sind wir auch wieder annähernd beim normalen Schlafniveau unserer kleinen Langschläferin angekommen. In den ersten Ferientagen war das noch etwas schwierig, denn da rockte sie bereits zur normalen Schulaufstehzeit durchs Familienbett, was für den bereits im Ferienmodus befindlichen Rest der Familie nicht so erfreulich war ;-)
Allerdings möchte ich trotz Weihnachtsferien doch gerne noch vom ersten Schulausflug der Mausbeere berichten, der ja schon ein ganz besonderes Erlebnis für unser Töcherchen gewesen ist. Morgens wurde das Beerenkind ganz normal mit dem Schultaxi zur "Arbeit" gebracht, von wo aus es dann gleich mit der ganzen Klasse weiter nach Hameln ging. Dort haben die Kids erstmal den Weihnachstmarkt unsicher gemacht - in Hameln öffnet dieser schon am Vormittag, was hier in der Region sonst so nicht vorkommt. Die Mausbeere ist mit ihren Klassenkameraden mit zwei unterschiedlichen Karussels gefahren: zum einen in einem ganz "normalen" Karussell, wo sie - fest im Griff einer ihrer Lehrerinnen - in einem megacoolen Truck mit Flammendesign mitgefahren ist:
Die COOLEN Leute fahren auf'm Gepäckträger.
Das andere Fahrgeschäft war ein Renntiergespann, das mehrere "Schlitten" auf Schienen hinter sich hergezogen hat. Darin hat die Dame dann neben ihrer anderen Lehrerin Platz genommen und freundlich nach draußen gewinkt:
Hey, ich fahre noch'ne Runde!
Anschließend ging es zum Aufwärmen noch in ein Einkaufszentrum, wo das Beerchen erstmal ausgiebig die schönen Weihnachtsbäume, die überall standen, bestaunt hat:
Oh, das sieht aber schön aus!
Das absolute Highlight war aber dann eine Art begehbarer Videowand auf dem Fußboden, auf dem sich die Mausbeere erstmal räkeln durfte. Sie war höchst fasziniert von den schönen bunten Animationen und hat diese erstmal ganz genau befühlt:
Sowas will ich zu Hause auch!
Im Nachhinein sind wir aber auch zutiefst froh und dankbar für unsere zuverlässige Bespitzel- äh Begleiterin unser kleinen Diva (der wir übrigens auch die tollen Fotos zu verdanken haben), denn so wurden wir auch über pikantere Momente des ersten Schulausfluges in Kenntnis gesetzt - die Verehrer der Beere sind halt nie fern ;-)
So Leute, jetzt guckt mal weg...
Den ganzen Tag über hatte die Mausbeere wirklich glänzende Laune - wie anstrengend der Tag dann aber doch gewesen sein muss, merkten wir dann aber recht schnell nach ihrer Rückkehr am Nachmittag. Kaum hatte sie sich in ihrem Stuhl niedergelassen wurden zuerst die Augen und dann der Kopf schwer und den Rest des Tages hat sie dann mehr oder weniger schlafend verbracht - das hat sie sich doch redlich verdient!
Lasst mich doch alle zufrieden, ich hatte einen anstrengenden Tag...


Montag, 24. Dezember 2018

Frohe Weihnachten!

Wir wünschen allen Freunden, Verwandten, Bekannten und sonstigen Beeren-Fans:

Mama Stefanie, Papa Oliver, "Mausbeere" Annika und Schwesterchen Bianca

Bei der diesjährigen Weihnachtskarte möchten wir besonderes Augenmerk auf die Sitzposition der Mausbeere richten. Sie sitzt wirklich frei und ohne irgendwelche Hilfsmittel auf dem Schlitten und hat dies wirklich für längere Zeit so ausgehalten. Allerdings endete die eh schon eher semi-gute Stimmung beim Fotoshooting als das Beerchen dann irgendwann doch vom Gefährt gekippt ist und die kleine Schwester gleich mit umgeschmissen hat ;-) Auf das Resultat und natürlich auf unsere beiden kleinen Fotomodelle sind wir aber auf jeden Fall mächtig stolz!

Samstag, 22. Dezember 2018

Stolz. Stolzer. Wir!

Diese Woche, so kurz vor Weihnachten, sind hier im Hause Dinge geschehen die durchaus als Weihnachtswunder durchgehen würden, bzw. als verfrühtes Weihnachtsgeschenk der Kinder an uns gelten können, und die uns als Eltern zur Zeit mit megamäßig stolzgeschwellter Brust umherwandern lassen.

Ja, die Jüngste lernt gerade Laufen und macht ihre ersten freien Schritte. Hangelnd und begleitet an zwei Händen klappte es jetzt schon seit Kurzem, aber immer öfter werden auch kurze Wege frei angegangen (auch wenn am Ziel z.B. das Fallen auf Beerchen oder den aktuell herumliegenden Sitzsatz bei der Wahl des Lauftempos schon miteinbezogen wurde). Das macht uns natürlich stolz, ist aber, soviel muss gesagt sein, irgendwie erwartbar gewesen.

Der eigentliche WOW-Moment passierte aber unter der Woche mit unserer Ältesten. Beim Sondieren der Beere auf dem Wohnzimmerfußboden – wir waren kurz mal mit der Aufmerksamkeit woanders – hat sie nämlich plötzlich auf dem Boden gesessen(!). Nur konnte sich keiner von uns erinnern sie hingesetzt zu haben. Sie will, das merkt man richtig, schon seit einiger Zeit ganz viel sitzen, und hat auch schon seit geraumer Zeit die nötige Rumpfstabilität um sich sehr lange auch in dieser Position zu halten. Wir helfen ihr dann immer auf, auch wenn man immer noch aufpassen muss, dass sie nicht irgendwann aus Konzentrationsmangel umkippt und zu krachend mit dem Dickschädel irgendwo draufscheppert.
Was war also passiert? Elterliche Amnesie? Stilldemenz? Zum Glück nicht, denn es war das Beerenkind selbst, das ganz plötzlich gelernt hat sich aus der Rückenlage über den Armstütz auf der linken Seite in eine sitzende Position zu begeben. Woher wir das wissen? Weil es die Woche über noch mehrere Male, mit mehreren Beobachtern, ziemlich reproduzierbar, wieder passiert ist. Und diesmal konnten wir sogar die Kamera zücken. Bitte seht selbst, womit uns das Kind so unfassbar glücklich und stolz gemacht hat:
   
So, wie das Entkommen aus der Bauchlage ein Mammutprojekt gewesen ist, am heutigen Tag aber nur noch eine kurze Durchgangsstation beim Bodenturnen ist, so wird auch dieser Move in Zukunft sicher ins dauerhafte Beerenrepertoire übergehen, internalisiert und weiter verfeinert. Zeigt alles auch wunderbar, dass das Kind in seiner Entwicklung sein komplett eigenes Tempo hat, aber immer wieder tolle Entwicklungsschritte macht.
Die beiden obligatorische Fragen, die uns jetzt gestellt werden werden daher, präventiv, in Kürze:

F: "Glaubt Ihr dass sie irgendwann laufen kann?"
A: "Hmm. Trotzdem noch eher ein Nein, wobei man gerade im Lichte der aktuellen Ereignisse niemals nie sagen darf."

F: "Macht sie das wegen ihrer Schwester?"
A: "Möglich. Vielleicht ein bisschen, aber hauptsächlich dürfte es wohl einfach fürs Sitzen an der Zeit gewesen sein, Schwesterchen, Eltern, Lockmittel und Physiotherapeuten zum Trotz."

Dass sie die körperlichen Voraussetzungen hat, hatte sie bereits unterm Jahr herausragend demonstriert. Ich hatte die Beere gerade in ihrem Stehständer gebracht und die Kniestützen verschraubt, da richtete die Dame sich doch plötzlich auf. Mehrfach. Macht das mal selbst!!! Ich hatte sogar die Zeit noch das Handy von oben zu holen und die Szene zu filmen, die Beere hatte einige Wiederholungen parat:
Also, liebe Kinder, vielen Dank für diese tollen Weihnachtsgeschenke.

Wir sind sehr stolz auf Euch!

Donnerstag, 20. Dezember 2018

Unsere Mausbeere begrüßt die Besucher

Am ersten Dezember hatten wir während des tollen Adventsmarktes auf dem Eben-Ezer-Gelände (rund um Annikas Schule) am jährlich stattfindenden Adventsrad-Aktion mitgemacht. Das Adventsrad befindet sich an jedem Tag im Dezember bis Weihnachten an einem anderen Ort, der irgendwie zur Stiftung Eben-Ezer gehört und zum Start war es natürlich direkt am Adventsmarkt zu finden. Schickt man ein Foto des Rades ein, kann man jeden Tag etwas gewinnen.
Der Papa hatte die Mausbeere schick neben das Rad drapiert und fotografiert und mit diesem Foto haben wir dann unser Glück versucht, den Gewinn an diesem Tag einzuheimsen:
Hey, ich habe das Adventsrad gefunden!
Ein paar Tage später bekamen wir eine sehr liebe Mail von der in Eben-Ezer zuständigen Dame für Öffentlichkeitsarbeit. Leider haben wir trotz unserer bezaubernden Glücksfee nicht gewonnen, aber unser Foto hat großen Gefallen gefunden. Daher wurden wir gefragt, ob das Bild im Internet in der Adventsrad-Bildgergalerie veröffentlicht werden dürfte - na logisch! Außerdem würde es zu Weihnachten immer in der Zufahrt zum Eben-Ezer-Gelände immer ein Schild mit Weihnachts- und Neujahrswünschen geben und ob das Beeren-Bild auch dafür verwendet werden dürfte? Wäre eine Mausbeere eine Mausbeere, wenn wir da nein sagen würden?
Also freuen wir uns riesig, dass unser Töchterchen seit Anfang der Woche nun allen Besuchern von Neu-Eben-Ezer - wie das Areal offiziell heißt - zuwinkt und ihnen frohe Feiertage wünscht!
Na, wer winkt denn da? Wollen wir mal näher rangehen?
Na, kommt da jemand den Beeren-Fans bekannt vor?
Wenn das mal keine Mausbeere ist :-)
Liebe Grüße hat die Mausbeere aber nicht nur verteilt, sondern auch bekommen. Oma Rita war wieder auf Tour und hat ein paar leckere Knabber-Kärtchen verschickt:

Leckere Oldendorfer Preußen!
Ich will aber lieber 'ne Kuh mit zwei Hörnern!
Jetzt geht es rund.
Liebe Grüße an Beate!

Dienstag, 18. Dezember 2018

Viel Neues für die Öhrchen

Ich hatte ja vor einer Weile schomal über die Probleme mit den Mausbeeren-Öhrchen berichtet, aufgrund derer sie ihre Hörgeräte nur noch sehr wenig tragen konnte. Insbesondere das linke Ohr war dauerhaft etwas feucht, was wir im Frühjahr/Sommer mal für eine Weile in den Griff bekommen hatten. Im Sommer ging es dann wieder los und so sind wir wieder regelmäßig zu unseren Stamm-Ohrenexperten getigert, wo es dann diverse Ohrentropfen gab, die wir natürlich regelmäßig angewendet haben. Ein wenig feucht blieb das Lauscherchen aber nach wie vor. Da uns die Aussagen unserer alt bekannten Ärzte irgendwie nicht richtig zufrieden gestellt haben und wir einfach noch eine Meinung einholen wollten, haben wir das Beeren-Kind mal in einer Bielefelder HNO-Praxis vorgestellt, die ich selbst mal von einem sonntäglichen Notdienst-Ausflug kannte und mir einen sehr guten Eindruck gemacht hatte. In der Praxis arbeiten auch Phoniater und so war auch ein Hintergedanke, die Hörgeräteüberwachung etwas wohnortnäher zu legen.
Bei unserem ersten Besuch sind wir gleich an einen supernetten Arzt geraten, der sich unglaublich viel Zeit für uns genommen hat und uns einen längeren und höchst interessanten Vortrag über den Aufbau der Ohren gehalten, wodurch wir die Probleme, die viele Kinder mit den Lauschern haben, erstmal viel besser verstehen konnten. Da die sogenannten Tuben (also die Verbindung zwischen Ohr und Nase) bei Kindern noch nicht ganz ausgereift sind, schwellen sie bei Erkältungen noch viel schneller zu, weshalb viele Kinder so oft mit Mittelohrentzündungen zu kämpfen haben. Beim Beerchen sind alle "Gänge" ja irgendwie noch enger und sie hatte ja auch die Gaumenspalte und so sind Ohrenprobleme ja quasi vorprogrammiert. Nach der Theorie hat der Doktor die Beeren-Löffelchen sehr genau untersucht (was in letzer Zeit eigentlich auch kein Arzt mehr in dieser Intensität mehr gemacht hatte...) und festgestellt, dass die Paukenröhrchen der jungen Dame, die ja schon vor über dreieinhalb Jahren eingesetzt wurden, Probleme bereiten. Es hatte sich schon etwas wildes Fleisch am Trommelfell gebildet, was ein Zeichen dafür ist, dass der Körper, versucht die Röhrchen abzustoßen. Mal ganz abgesehen davon, dass das Material, aus dem die Röhrchen sind, nach einer gewissen Zeit spröde werden kann und sich so schnell Krankheitserreger festsetzen können. Von daher wurde es höchste Zeit, die Paukenröhrchen mal zu wechseln. Da dafür natürlich eine Narkose nötig ist, sollte bei der Gelegenheit auch gleich ein BERA-Hörtest (auch Hirnstammaudiometrie genannt) durchgeführt werden, um das genaue Hörvermögen der Beere zu ermitteln. Bislang waren die Hörgeräte immer nur anhand von Reaktionstests eingestellt worden, womit wir aber auch ganz gut gefahren waren.

Die Aussicht auf eine Untersuchung in Narkose war natürlich nicht so erfreulich und auch hier haben wir dann mal was neues ausprobiert. Normalerweise wurde die Mausbeere ja immer in der MHH in Hannover operiert, aber gerade auch durch die kleine Schwester ist es für uns ja nicht leichter geworden, so einen Klinikaufenthalt zu organisieren. Also hat uns der HNO-Arzt vorgeschlagen, die Dame mal im Klinikum Bielefeld Mitte vorzustellen, wo solche kleinen Eingriffe sogar ambulant - also ohne Übernachtung - durchgeführt werden. Eine spezielle Kinderklinik gibt es dort zwar nicht, aber man ist dort ebenfalls sehr gut auf kleine Patienten - auch mit besonderen Bedürfnissen - eingestellt, da diese ja extrem häufig mit HNO-Problemen zu tun haben. Überhaupt erschienen mir die Abläufe dort viel kinderfreundlicher als in so mancher Kinderklinik. Gleich bei der Anmeldung darf sich zum Beispiel jedes Kind ein kleines Kuscheltier aussuchen und es gibt eine Spielkonsole im Wartebereich.
Hey Jumbo, Du bist ja niedlich!
Da das Beerchen ja nicht gerade die einfachste Patientin für Narkosen ist  - ich sage nur Venenzugänge und vorsichtshalber angelegtes Tracheostoma zur Beatmung - waren wir trotzdem skeptisch, ob man sie in Bielefeld überhaupt behandeln würde. Aber beim Termin zur OP-Vorbesprechung sah man zum Glück keine Probleme - auch nicht für die ambulante Durchführung des Eingriffes!

Pünktlich einen Tag vor dem ursprünglich angepeilten OP-Termin bekam die Mausbeere allerdings eine dicke Erkältung mit Fieber, weswegen das Ganze leider verschoben werden musste. Also sind wir Anfang Dezember mit einer Woche Verspätung, dafür bar bestens gelauntem Mausbeerchen im AOZ - dem Ambulanzzentrum - eingecheckt, wo Patienten vor und nach den Eingriffen betreut werden.
Hey, ich bin gut drauf, und Ihr?
Nachdem die Mama das Beerchen bis zum OP begleiten durfte, haben wir es uns im Wartebereich gemütlich gemacht und wurden von den supernetten Schwestern mit Kaffee und Tee versorgt. Nach ca. zweieinhalb Stunden kam dann der Anruf, dass das Beerchen alles gut überstanden hatte und einer von uns zu ihr in den Aufwachraum gehen könne. Dort hat sie erstmal noch eine runde friedlich geratzt und ist dann irgendwann gaaaaaanz langsam aufgewacht.
Häh? Wo bin ich denn hier?
Uaaaaaahhhh, ich muss nochmal pennen!
Dann ging es noch für eine Weile wieder zurück ins AOZ, wo das Beerchen schön an Mama gekuschelt nochmal ein ausgiebiges Nickerchen auf einem der superbequemen Ruhesessel gemacht hatte.
So lässt es sich aushalten :-)
Was ist das denn da an meiner Pfote?
Dann schaute nochmal kurz der Narkosearzt vorbei und hat das okay für die Heimreise gegeben, wo wir dann am Nachmittag schon wieder freudig von Oma und Schwesterchen erwartet wurden! Weil das Mausbeerchen alles so toll gemeistert hat, gab es vom AOZ-Team noch eine Urkunde für ganz besonderer Tapferkeit und zwar mit ganz besonderem Motiv :-) (lediglich das Datum stimmt wegen der Terminverschiebung nicht ganz...)
Lecker, das habe ichmir verdient!
Große Tapferkeit gehört belohnt!
Der Aufenthalt im AOZ war wirklich - den Umständen entsprechend - angenehm und es gab nicht so die typische Krankenhausatmosphäre. Alle Ärzte, Pfleger, Schwestern, etc. waren alle supernett und wir hatten das Gefühl, unser Beerenkind in den besten Händen zu wissen. Dafür ganz herzlichen Dank! Auch für kleine Patienten würden wir diese Klinik auf jeden Fall empfehlen.

Die medizinischen Ergebnisse waren dagegen nicht ganz so erfreulich. Zum einen hatte die Beatmung über das Tracheostoma nicht geklappt, da das Beerchen recht verschleimt war und dafür ein relativ großer Tubus gebraucht worden wäre, der aber nicht mehr ins Stoma passte. Also hat man die Dame dann mit einer sogenannten Larynxmaske beatmet, was aber sehr gut funktioniert hat. Das Legen des Venenzuganges ging dagegen überraschenderweise ohne Probleme!
Im linken Ohr, wo das Beerchen ja die chronischen Schwierigkeiten hatte, war das Paukenröhrchen schon ziemlich verwachsen und es hatte sich sogar ein Polyp gebildet - der Wechsel war also wirklich höchste Eisenbahn! Gut, dass wir mal einen neuen Arzt haben draufgucken lassen!
Außerdem hat der BERA-Hörtest leider kein brauchbares Ergebnis geliefert. Da wir aber definitiv Hörreaktionen bei der Mausbeere feststellen, wäre unseren Beobachtungen aber eher Glauben zu schenken, als dem Gerät. Außerdem war das Beerchen ja - wie gesagt - auch recht verschleimt, was so einen Test auch beeinträchtigen kann.
Die Folgen des Ganzen sind jetzt leider die, dass die Mausbeere Anfang Januar noch einmal im Krankenhaus einchecken musst - diesmal leider stationär. Da ja dieser Polyp im Ohr festgestellt wurde, soll zur Vorsicht ein CT gemacht werden, um zu schauen, ob sich eine chronische Entzündung eventuell sogar im Knochen hinter dem Ohr (dem sogannnaten Mastoid) festgesetzt. Falls dies der Fall sein sollte, würde man die Entzündung im Anschluss gleich operativ entfernen. Das wäre wohl keine große OP, aber trotzdem hoffen wir, dass sich dort nichts findet. Außerdem wünscht unser HNO-Arzt nochmal einen zweiten BERA-Test - diesmal hoffentlich ohne Schleim - zur Kontrolle.

Wir hoffen nun, dass die Beere-Öhrchen bald zur Ruhe kommen, damit sie endlich ihre schicken neuen - aaaaach, noch was Neues!!! -  Hörgeräte tragen kann. Die alten Geräte waren nämlich schon fünf Jahre alt und nach dieser Zeit kann man sich neue Hörhilfen verordnen lassen.
Das sind keine Hörgeräte, das sind kleine Kunstwerke!
So, nun aber genug von den Ohren und noch etwas die Adventszeit genießen - morgen unternimmt die Mausbeere ihren ersten Schulausflug und zwar nach Hameln zum Weihnachtsmarkt. Wir mussten schon einen kleine Obolus für die geplante Karussellfahrt entrichten - da ist unser Töchterchen ja mittlerweile Profi :-) Wir sind gespannt, wie es ihr dort gefällt!