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Donnerstag, 20. August 2020

Neuer alter Alltagswahnsinn

Auch die längsten (Corona-)Ferien gehen leider mal zu Ende und so hat letzten Mittwoch auch für die Mausbeere wieder die Schule begonnen. Ob und wie genau der Schulbetrieb starten würde, hatten wir dann erst eine Woche vor Ferienende erfahren und so hatten wir dem Ganzen schon mit gemischten Gefühlen entgegen geblickt. Zum einen ist ein gutes halbes Jahr zu Hause ja schon eine sehr lange (und definitiv nicht unangenehme) Zeit und man weiß ja auch nicht, wie sich die Infektionszahlen so entwickeln. Zum anderen es ist für das Beerenkind aber natürlich auch wichtig, mal wieder was anderes zu sehen und anders als zu Hause gefördert zu werden.

Der Schulbetrieb startete jetzt erstmal mit etwas verkürzter Stundenzahl und es wurden jede Menge Vorkehrungen, um den Ablauf so sicher wie möglich zu gestalten. Dazu muss man sagen, dass die Schule ja auch über den Luxus großzügiger Räumlichkeiten verfügt, so dass die eh schon kleinen Klassen nochmal gut aufgeteilt werden können. Außerdem gibt es gestaffelte Pausenzeiten, damit sich möglichst nur Kinder eines Jahrganges begegnen usw. Eigentlich herrscht auch eine allgemeine Mundschutzpflicht, aber das ist bei vielen Kindern mit Beeinträchtigungen ja nicht mach- bzw. vermittelbar.

Letzten Mittwoch ging es nun also los und wir haben schon versucht, die Mauseere zumindest für den Taxitransport (der dieses Jahr mal zu einer nicht ganz menschenrechtsverletzenden Uhrzeit bei uns aufschlägt) zum Tragen eines Mundschutzes zu überreden:

Ach Leute, das geht doch GAR NICHT!!!
Wir hatten zwar nicht wirklich erwartet, dass das klappen würde, aber dass unser Frechdachs sich in den paar Millisekunden, die der Papa brauchte, um sie vom Boden hochzuheben gleichzeitig Mundschutz UND linkem Hörgerät entledigt hat, fanden wir doch schon sportlich... und waren froh, dass sich an dem Tag doch mal andere mit den Frechdachsigkeiten herumschlagen mussten ;-)
Und Hörgeräte in Ohren werden auch chronsich überschätzt...
Endlich durfte die Dame dann im Schultaxi neben der treuen Seele von Team-David Platz nehmen, die auch schon regelrechte Mausbeeren-Entzugserscheinungen hatte (wie die Mama dann im Verlauf des Tages nach so langer intensiver Zeit zusammen). Und wir haben dann fix ein Attest vom Arzt besucht, die das Beeren-Kind von der Mundschutzpflicht im Taxi befreit:
Hey, lange nicht gesehen!

Nach gut einer Woche hat sich eigentlich alles ganz gut eingespielt. Allerdings merkt man dem Beeren-Kind den veränderten Alltag schon an. Sie schwankte in den letzten Tagen irgendwie zwischen Phasen extremst guter Laune und dann wieder vermehrter Anhänglichkeit (besonders Mama steht gerade hoch im Kurs). Aber so langsam pendelt sich auch das wieder auf ein normales Maß ein.

Und als wäre unser Alltag nicht schon genug neu sortiert worden, hat auch für die kleine Mausbeerenschwester diese Woche mit dem Start in die Kindergartenzeit ein neuer Lebensabschnitt begonnen. Die Eingewöhnung verläuft - naturgemäß - ganz anders als als bei unserer Großen vor nun auch schon wieder vier Jahren und klappt bislang wirklich außerordentlich gut.

Die letzten zwei Wochen waren bei uns also alles andere als langweilig, aber ich hoffe mal, dass ich dann in der kommenden Zeit ein geregelter Rhythmus einstellen wird. Und wenn wir doch ein wenig den "Freiheiten" während der letzten Monate nachtrauern, weiß uns unser Schulbeerchen doch mit einer neuen Mausbeerenweisheit aufzumuntern:

Die wahre Lebenskunst besteht darin, im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen. Pearl Sydenstricker Buck

Tja, und während für uns der Ernst des Lebens wieder begonnen hat, gönnen sich andere ein paar wohlverdiente Urlaubstage, wie z.B. Knabberpost-Chefin Monika. Aber mit einem schmackhaften Kärtchen von Föhr, lässt sie das Beerenkind dann doch etwas daran teilhaben:
Schmeckt nach Meer!
Und auch Oma Rita hat das Beerenkind mit einer Karte durchaus exotischer Geschmacksrichtung erfreut, auch wenn das gute Stück aus dem persönlichen Fundus und nicht von einer Reise kommt:
Mmmmh, der Geschmack von Afrika...

Mittwoch, 10. Juli 2019

Zelten auf dem Schulhof

Beerchens Schule ist wirklich toll! Das darf man zu diesem Zeitpunkt, da das allererste Schuljahr sich seinem Ende nähert, gerne so feststellen.

Neben der sehr individuellen Förderung der Kinder während des Unterrichts lässt sich die Schule auch immer tolle Aktionen einfallen um alltagsrelevante Tätigkeiten zu üben (z.B. gemeinsam Einkaufen und dann mit den eingekauften Zutaten Backen), oder um einfach eine gute Zeit zu haben. Vor einigen Wochen erreichte uns dann per Elternbrief die Nachricht, dass man nach einem kleinen Jahresabschlussfest doch gerne gemeinsam in der Schule übernachten wollte, aber nicht nur einfach so, sondern zeltend(!) auf dem Schulhof. Und zwar nur die Kinder, ohne die Eltern.
Zelten? Hat doch noch keiner von uns gemacht. Lieber noch mal üben!
Aber ganz ohne eine pflegerische erfahrene Person geht es ja bei uns dann doch nicht. Obwohl unser Pflegedienst in der Vergangenheit schon einmal eine ähnliche Aktion möglich gemacht hatte, wollte ich diesmal gerne den Spaß selbst mitmachen und die Betreuung über die Nacht übernehmen, sofern man von der Schule keine Einwände hätte. Hatte man nicht. Also einen Tag Urlaub für den Tag drauf eingereicht (wer weiß wie kurz die Nacht evtl. ist), Zelt, Luftmatratze und Schlafsack erworben, und dann am letzten Donnerstag mit vollgepacktem Auto zur am Abend fast menschenleeren Topehlen Schule gefahren.
Nur für eine Nacht!
Nach dem Aufbauen der Zelte durch die Eltern, indessen die Kids über den Schulhof tobten (es war toll zu sehen wie liebevoll sich insbesondere die Jungs um Annika kümmerten), wurden dann die Eltern (und Geschwisterkinder) nach Hause geschickt.
Hmm…?
Hmmm…????
Ich helfe Dir mal mit den Heringen, Papa!
Die fertige, komfortable zwei-Personen-Unterkunft, samt ihrer Bewohner
Ätschi-Bätschi Mama, den Spaß haben diesmal nur wir Zwei!!!

Zuerst durften sich die Kinder eine Pizza individuell belegen, danach waren die Erwachsenen dran.
Mach Du mal, ich schlafe kurz vor…
Während die Pizzen dann im Ofen zubereitet wurden, haben wir die Gelegenheit genutzt um unseren Unterschlupf für die Nacht schon einmal final einzurichten. Ein Zelt für drei Personen mit einer Luftmatratze für zwei lässt an beiden Seiten noch schön Platz für Rucksäcke, Ernährungspumpen (diesmal nicht hängend sondern im passgenauen Rucksack), Wickeltaschen und den anderen Kram.
Ja, immer noch so weich wie im Wohnzimmer.
Hier find ich's gut!
Für die Beleuchtung sorgten Powerbank mit USB-Lampe, sowie ein kleines rundes, dimmbares, buntes LED-UFO. So lässt es sich schon einmal durchaus komfortabel nächtigen.
Die Inneneinrichtung
Dann waren auch die Pizzen fertig, gegessen wurde natürlich auch draußen auf dem Schulhof. Sehr lecker!!!
Schmeckte so lecker wie sie aussah
Nach dem Essen – es wurde nach einem schönen Tag doch auch langsam etwas frischer – bekam Beerchen dann auch die wärmeren Klamotten für die Nacht an.
So lässt es sich draußen noch aushalten…
Und nach einer kleinen Stuhlkreisrunde im Klassenraum mit Sandmännchen gucken, ging es dann auf Wunsch der Kiddies in die Zelte zum Schlafen. Nach ein paar Team-Selfies (ja Mama, dem Kind geht es noch gut) wurde dann auch das helle Licht gelöscht, und im Scheine des roten Nachtlichts war die Mausbeere auch fix eingeschlafen, man hatte ja auch viel erlebt.
Das Nachtlager
Gute Nacht!
Zzzzzzzz…
Die Nacht war dann vollkommen ruhig, das Kind schlief tief und fest durch, die Pumpe verrichtete auch im Rucksack im Akkubetrieb zuverlässig ihren Dienst, die Temperatur im Zelt war angenehm. Der Morgen – ich wurde dann wohl so gegen 5 Uhr wach – war einfach idyllisch.
Der Morgen lugt ins Zelt
Das nennt man wohl Ruhe vor dem Sturm
Alle schliefen noch, und ich konnte mich vor dem Zelt niederlassen und noch ein bisschen mit einem kleinen mitgebrachten Solo-Spiel hantieren, bis irgendwann dann auch bei den anderen Zelten mehr Betriebsamkeit herrschte und die Kinder erweckt wurden.
Guten Morgähhhhn!
Aufgegessen
Als erstes hieß es dann Zelte abbauen (am Freitag war ja ein regulärer Schultag, da wären dann Zelte auf dem Rasen des Schulgeländes schon etwas seltsam gewesen). Danach gab es im Klassenraum ein leckeres Frühstück für alle, bis dann irgendwann die Mama mit Beerchens Betreuerin vom Pflegedienst kam, die dann den Vormittag in der Schule übernommen hatte.
Das schmeckt, nach so einer Aktion!
Ich hatte auf jeden Fall einen riesen Spaß bei dieser Aktion gehabt, wie Annika die Sache aufgenommen hat lässt sich nur mutmaßen, es ist aber unzweifelhaft und objektiv beobachtbar, dass die Dame seit der Übernachtung bester Laune und ziemlich aufgekratzt ist (und auch wenn mehrere Leute fragten: Nein, im Zelt wurden keine Rauschmittel konsumiert!).

Daher noch einmal ein dickes Dankeschön an die Schule und das tolle Team der Vorstufe I für die Organisation dieses tollen Events!

Sonntag, 10. März 2019

Ein nachträgliches Weihnachtsgeschenk

So, die Geburtstagsfeierlichkeiten der Mausbeere liegen schon wieder hinter uns - es ist also an der Zeit sich für ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk zu bedanken! Häh? Hat die alte, verwirrte Frau sich da vertippt? Nö! Vor einigen Wochen, irgendwann Anfang Februar hat die Mausbeere tatsächlich noch ein etwas verspätetes, aber dafür ganz besonderes Weihnachtsgeschenk erreicht :-)

Ganz überraschend brachte Annikas Pflegekraft an einem stinknormalen Schultag ein in Weihnachtspapier gewickeltes Päckchen mit der geheimnisvollen Aufschrift "Fernlenkflitzer Pink" mit zum Dienst. Dieses war ihr bei einer Teamsitzung bei Team DAVID für das Beerenkind mitgegeben worden und stammt von Nils, der das großartige Projekt "Makers help care" betreibt, wo er mit einem 3D-Drucker clevere Alltagshelfer für Menschen mit Behinderung herstellt (mehr dazu unter www.makershelpcare.de). Im Herbst letzten Jahres hat er dann Weihnachtsaktion für ganz besondere Kinder gestartet hat. Zusammen mit Kindern der Heinz-Nixdorf-Gesamtschule und der Liboriusschule (beide in Paderborn) wurden Spielzeuge so modifiziert, dass auch Kinder mit Behinderung sie problemlos bedienen können (mehr dazu z.B. im NW-Artikel vom 19.12.2018 und auf der Seite des Projektes - im Beitrag "Das Weihnachtswunder Teil 3 - Die Bescherung" auf der Seite werden Beerenfans auch eine wohl bekannte junge Dame entdecken ;-) - in den Beiträgen davor wird ausführlich über die Weihnachtsaktion berichtet). Diese ganz besonderen Weihnachtsgeschenke wurden dann an verschiedene Stellen und auch an TeamDAVID verteilt, wo sie an die betreuten kleinen Schützlinge weitergegeben wurden.

Als die Mausbeere mittags aus der Schule kam, hat sie sich jedenfalls gleich über das geheimnisvolle Geschenk hergemacht und dabei natürlich tatkräftige Hilfe von ihrer kleinen Schwester bekommen:
Hey, was ist das denn? Kann ich helfen?
Boah, cool!
Als die Mausbeere das Auto endlich mal selbst in die Finger bekommen hat, wurde es natürlich erstmal ausgiebig untersucht und endgültig zu ihrem Eigentum erklärt:
Oh, das ist aber schick...
...und jetzt iss'es meins!
Am Abend wurden Fernbedienung und Auto dann mit Batterien versorgt und los ging die wilde Fahrt!
So, mal schauen, was wir denn damit jetzt anstellen....
...cool, das fährt ja per Knopfdruck!
An dem Auto hat nicht nur die Mausbeere Freude, sondern die ganze Familie - inklusive und insbesondere Oma Anne ;-) - und diverse kleine Besucher unserer heiligen Hallen. Also nochmal ein ganz herzliches Dankeschön an Nils und die lieben kleinen Wichtelhelfer für dieses tolle Geschenk!
Wahnsinnig cooles Teil, nochmal ganz lieben Dank!!!
Auch über eine gepflegte Knabberpostkarte von Maike, die gerade in Bad Kissingen weilt, durfte sich die versammelte Mannschaft freuen! Die Mausbeere beknabbert die Post mal stellvertretend für uns alle ;-)
Etwas oberfränkisches Flair schmeckt nicht übel!

Freitag, 7. Dezember 2018

BEHINDERTE UND SCHWERKRANKE KINDER IN DEUTSCHLAND BRAUCHEN UNSERE UNTERSTÜTZUNG

Der Titel dieses Blogbeitrages ist gleichzeitig auch der Titel einer Online-Petition, die von Familie Wibbing aus Paderborn ins Leben gerufen wurde, um gegen den akuten Pflegenotstand vorzugehen und behinderten Kindern eine Lobby zu geben. Sie betreiben ebenfalls den wunderbaren Pflegedienst Team DAVID, der unsere Mausbeere in Kindergarten und Schule begleitet. Daher ist es uns um so mehr ein Anliegen, diese wunderbare Aktion zu unterstützen und an dieser Stelle ein wenig Werbung dafür zu machen.

Wir würden uns freuen, wenn jeder Beeren-Fan mit einer Unterschrift für die Petition dafür sorgt, dass es Kindern wie Annika mit einer besseren Personalabdeckung und einer gerechteren Bezahlung bei den Pflegediensten ermöglicht wird, am normalen Leben teilzunehmen und die Eltern zu entlasten. Das tut uns gut, die Schule tut unserer Mausbeere gut, und ein Mehr an Unterstützung tut auch allen anderen betroffenen Kindern und Eltern gut.

Zur Petition geht es unter folgendem Link:

https://www.openpetition.de/petition/online/behinderte-und-schwerkranke-kinder-in-deutschland-brauchen-unsere-unterstuetzung

Außerdem haben Wibbings auf ihrer Facebook-Seite (hier geht es dorthin) eine Serie mit dem Namen "Behinderte Kinder brauchen eine Lobby und sie haben ein Gesicht" gestartet, um zu zeigen, welch tolle kleine Persönlichkeiten vernünftige pflegerische Unterstützung brauchen. Auch wir haben die Geschichte unserer Mausbeere dazu beigesteuert und wer mag, kann direkt über folgenden Link dorthin gelangen:

https://www.facebook.com/teamDAVIDgmbh/posts/2188521378037731

Also liebe Beeren-Fans, bitte unterschreibt, damit besondere Kinder die Unterstützung bekommen, die sie brauchen!


Mittwoch, 6. September 2017

…ein kleines Schwesterchen!

Ja, es stimmt natürlich! Das kleine Bilderrätsel im vorherigen Post sollte natürlich genau das Offensichtliche bedeuten (was wir mittlerweile auch schon hier bestätigt haben). Die Beere wird schon relativ bald zur großen Schwester, und wir werden Eltern eines weiteren (hoffentlich, aber davon gehen wir aus ;-)) sehr süßen, kleinen Mädchens.

Und dieser Tag ist liegt vermutlich gar nicht mal mehr so weit in der Zukunft. Zur Zeit ist ein Termin Mitte Oktober vorausberechnet, aber wenn wir alle uns bekannten Gegebenheiten einbeziehen, wäre eher ein früherer als ein deutlich späterer Termin wahrscheinlich. Üblich, und das denken sicher jetzt einige zu recht, sind die derartig absurd kurzen Schwangerschaften ja nicht (abgesehen von 16 Tagen beim Goldhamster), Herzogin Kate ist bei einem ähnlichem Termin der Pressemitteilung sicher noch deutlich länger dabei. Wir haben es uns dieses Mal halt nicht nicht wirklich leicht gemacht, jemandem davon zu berichten.

Der Wunsch, dem Beerchen ein weiteres Geschwisterkind zu schenken, war schon wirklich lange vorhanden, allerdings sind über die Jahre die allgemeinen Lebensumstände doch immer ein wenig zu chaotisch gewesen. Krankenhausbesuche, OPs, dieses, jenes, …, eigentlich war ja immer irgendetwas los. Mit dem Verschluss der Gaumenspalte, einer ziemlich stabilen Gesamtkonstitution, und einem geregelten Tagesablauf im Kindergarten mit der tollen Unterstützung von unserem "Team David" wurden die Karten aber Ende letzten Jahres doch wieder neu gemischt.

Niemand tut sich bei der Frage nach einem weiteren Kind, "Ja oder Nein?", besonders leicht, bei uns waren aber natürlich schon recht spezielle Voraussetzungen gegeben. Wir mussten uns einige schwierige Fragen stellen, wie z.B. ob man mit einem weiteren Kind immer noch der Beere, aber insbesondere auch dem neuen Kind, zeitlich gerecht werden kann. "Ja, schaffen andere ja auch" ist an dieser Stelle zwar eine valide Meinung, trotzdem mussten wir intensiver über das Für und Wider nachdenken. Ist der Kinderwunsch durch die Besonderheiten der Beere vielleicht sogar mit motiviert, möchte man sich selbst auch etwas Normalität gönnen, sich selbst vielleicht sogar etwas beweisen? Oder wäre ein Geschwisterchen gerade für das Beerchen selbst super? Aber wie gefährlich ist die ganze Sache, bei der offensichtlichen genetischen Vorgeschichte? Fragen über Fragen…

Am Ende ist aber alles so einfach. Das Beerchen ist einfach nur toll, man erlebt ein Vielfaches an tollen Erfahrungen mit ihr, denn an schlechten (auch wenn sie gerade hustend mit einem Infekt seit langer Zeit mal wieder mit zusätzlichen Sauerstoff neben mir im Bettchen liegt), und wir konnten uns nichts schöneres als ein weiteres Kind vorstellen, das wir genau so lieben werden, wie wir unsere junge Dame hier lieben.

Trotzdem, und da waren wir auch ehrlich, würde ein weiteres besonderes Kind das Leben nicht einfacher machen – gelinde formuliert. Daher haben wir uns, ganz im Gegensatz zur ersten Schwangerschaft, für deutlich mehr Diagnostik entschieden. Hätte man bei bestimmten Indikationen tatsächlich zu den letztmöglichen Maßnahmen gegriffen? Schwierig, sehr schwierig…

Und da diese Diagnostik Zeit in Anspruch nahm, wurden selbst die Familie und enge Freunde relativ spät mit Informationen versorgt, erst als langsam klar war, dass alles soweit in Ordnung ist (außer wir sprengten einfach mal aus heiterem Himmel mittendrin einen Spieleabend, da haben wir es dann auch schon eher erzählt). Jetzt verlief auch noch die Schwangerschaft nicht gerade optimal (wo viel überwacht wird, wird auch mal was entdeckt), Mutter (abgesehen vom aktuellen Solidaritäts-Infekt) und ungeborenem Kind geht es aber prinzipiell gut. Die Mausbeerenmama musste sich halt nur sehr, sehr viel schonen, 15kg Lebendgewicht stemmen und schleppen war dabei absolut tabu. Für uns alle bedeutete dies eine enorme Umorganisation der normalsten Tagesabläufe und Tätigkeiten, weshalb auch das Bloggen hier oftmals zu kurz kam, wir bitten um Verständnis ;-)

Ein (wunderschöner) Name für Annikas Schwesterchen ist bereits vorhanden, wird aber noch niemandem verraten. Allmählich weicht ein diffuses Gefühl der Angespanntheit langsam großer Vorfreude, da ja der Termin immer mehr in greifbare Nähe rückt…

Mittwoch, 23. August 2017

Zwangsurlaub

Die Mausbeere geht ja bekanntlich stets in Begleitung einer ihrer tollen Pflegekräfte vom Kinder-Intensivpflegedienst Team David in den Kindergarten. Gelegentlich kommt es allerdings auch mal vor, dass eine ihrer Begleiterinnen krank wird und nicht so schnell ein Ersatz gefunden werden kann, weshalb die Mausbeere dann im Kindergarten "Zwangsurlaub" bekommt.
Für uns ist das jetzt in keinster Weise tragisch (anderen Familien, deren Kinder z.B. Nachtüberwachung brauchen oder viel mehr Pflegebedarf haben als die Mausbeere, bringt das definitiv mehr Probleme als uns), denn wir machen es uns dann einfach zu Hause gemütlich und verbringen den Tag wie in den "guten, alten Zeiten", als die junge Dame noch keiner "geregelten Tätigkeit" nachgegangen ist.
Heute war zum Beispiel mal so ein Tag unfreiwilligen Urlaubs angesagt und so haben wir das traumhafte Wetter genutzt und sind gemütlich zusammen frühstücken in unser angestammtes Salinencafé gegangen, was wir schon seit ewigen Zeiten nicht mehr gemacht hatten. Da hätte es uns doch definitiv schlimmer treffen können ;-)
Was soll das schlechte Leben nützen?
Leider mussten wir den gemütlichen Frühstücksmorgen dann doch etwas früher und eiliger als geplant beenden. Zum einen war die Mausbeere zwischendurch etwas unruhig und ihre Windel verströmte irgendwann einen eher "unangenehmen Duft" und zum anderen wurden wir plötzlich von einer Horde ungebetener Gäste heimgesucht, die das weitere Sitzen am Frühstückstisch doch recht ungemütlich gemacht haben:
Dieses Delikt fällt definitiv unter Mundraub teuer bezahlter Lebensmittel!

Dienstag, 11. Juli 2017

KnabberInfoPost

Ein- bis zweimal im Jahr erscheint die von den Montessori-Kinderhäusern in Bad Salzuflen-Schötmar und Lemgo herausgegebene infoPost. In diesem kleinen Magazin wird über Aktionen, Neuerungen, Menschen, etc. berichtet, die mit den Kinderhäusern zu tun haben. Die jetzt brandaktuell erschienene Ausgabe ist - zumindest für Beeren-Fans - eine ganz Besondere, denn es findet sich auch ein kleiner Bericht über die Abenteuer der Mausbeere in ihrem tollen Kindergarten darin! Natürlich hat unser Beeren-Kind das frische Druckwerk umgehend verschlungen - und das im wahrsten Sinne des Wortes ;-)
Hey, es gibt KnabberinfoPost!!!
Ja guck, wen haben wir denn da?
Wer mal in der infoPost stöbern möchte, kann sich die aktuelle Ausgabe hier ansehen - besonders empfehlen wir persönlich natürlich die Seiten 22 und 23 - viel Spaß beim Lesen!

Und auch über eine waschechte Flaschen-Knabberpost durfte sich die Mausbeere heute freuen. Diese kam von Carolina und ihrer Familie aus Burhave an der Nordsee und enthielt neben einem lieben Brief auch noch eine Portion echten Nordsee-Sands und natürlich ein Schluck gute Nordsee-Luft:
Prost, Knabberpost!
(Man beachte übrigens auch das schicke Armbändchen, das die Mausbeere auf dem Bild trägt. Das Schmuckstück wurde heute eigens für sie im Kindergarten maßangefertigt!)

Donnerstag, 6. Juli 2017

Ausflug ins Autohaus

So langsam neigt sich das erste Kindergartenjahr der Mausbeere dem Ende entgegen und ihre ersten Sommerferien rücken in greifbare Nähe. Im Kindergarten finden in den letzten Wochen vor den Ferien noch einige Ausflüge und sonstige Aktionen statt, bei denen natürlich auch unser Töchterchen mit von der Partie ist. Über das Sommerfest, das am letzten Samstag stattgefunden hat, wird der Papa noch einen Bericht verfassen und ich werde mich heute einem kleinen Bericht über einen Auflug ins Autohaus widmen. Ich selbst war zwar leider bei dem Ausflug nicht anwesend - schließlich will man als großes Kindergartenkind ja nicht ständig die Mama an der Backe haben - aber zum Glück werde ich ja regelmäßig von Beerchens Betreuerinnen durch zeitnah zugeschickte Fotos und anschließende ausführlich Erzählungen über besondere Ereignisse auf dem Laufenden gehalten - wohl dem, der über ein großes Spionage-Netzwerk verfügt ;-)
Am Dienstag war nun also der große Tag, an dem die Mausbeere ihren allerersten Ausflug mit ihrer kompletten Kindergartengruppe unternommen hat. Ziel war ein nahe gelegenes Autohaus, in dem der Papa von einer Kindergartenkameradin arbeitet und das einen ganz besonderen Vormittag für die kleinen Besucher organisiert hatte. Nach einem kleinen Frühstück im Garten des Autohauses (ein reisetaugliches Frühstück in einem kleinen Rucksack sollten die Kinder mitbringen) wurden die Werkstatträume besichtigt und es kam auch gleich die erste "Kundschaft" in Form eines reperaturbedürftigen Bobby-Cars hereingefahren.
So, erstmal eine kleine Stärkung...
...und jetzt an die Arbeit!
Leider war dem armen Plastik-Mobil wohl nicht mehr zu helfen, aber dafür wurde dann ein richtig großes Auto auf die Hebebühne gefahren. Die Kinder durften der Reihe nach mal im Auto Platz nehmen und sich nach oben fahren lassen und außerdem durften auch alle mal den roten Knopf drücken, der die Hebebühne in Gang setzt.
Knöpfchen gedrückt!
Huhu, hier oben bin ich!!!
Anschließend wurde den Kindern noch die Wichtigkeit eines sorgsam gefüllten Verbandskasten erklärt und alle bekamen ein Kästchen mit den wichtigsten Notfall-Utensilien als Geschenk mit auf den Weg. Außerdem durfte jedes Kind noch einen riesigen Luftballon mit nach Hause nehmen.
Alles drin, was man im Notfall braucht!
Ich LIEBE Luftballons!!!
Am Mittag waren alle Kinder zufrieden, aber auch fix und fertig von den vielen Spannenden eindrücken und insbesondere die Mausbeere hatte den ganzen Vormittag über glänzende Laune! Zu Hause war dann aber umgehend ein gepflegtes Nickerchen fällig - ob da im Traum noch einige Male die Hebebühne bedient wurde?
Zzzz...Auto rauf...Auto runter...
Einen kleinen Nachtrag möchte ich noch zu den fragwürdigen Tischmanieren liefern, die ich im Beitrag über die neue Frechdachsigkeit der kleinen Diva kurz erwähnt hatte. Gleichzeitig möchte ich auch eine Lanze für unser Töchterchen brechen, denn im Grunde genommen kann sie absolut nichts dafür, sondern ist ganz offensichtlich Opfer ihrer Gene. Als wir neulich ein altes Fotoalbum mit Mama-Baby-Bildern durchgeblättert hatten, fiel uns das folgende Bild ins Auge, das absolut keinen Zweifel daran lässt, wem das Beeren-Kind seine zweifelhaften Tischsitten zu verdanken hat:
Schlechte Tischsitten...
...sind definitiv erblich!
Fun-fact am Rande: der Tisch auf dem die Füße von Mama und Tochter so bequem zu liegen kommen (ebenso wie das Telefontischchen im Hintergrund) ist übrigens noch der selbe und befindet sich in Oma Annes Wohnzimmer - das Telefon wurde aber mittlerweile durch ein neueres Modell ausgetauscht ;-)

Sonntag, 7. Mai 2017

Schlafmützenparty! oder: Die erste Nacht "allein"

Vor ein paar Wochen hatten wir von Beerchens Kindergarten folgende nette Einladung bekommen, die sich an die "mittleren" Kinder (im Sinne des Alters) richtete.
Die Einladung
Da man, wenn man schon einmal so nett gefragt wird – und die Aussicht auf Chips & Flips besteht(!) – gerne zusagen möchte, versteht sich dabei ja von selbst. Allerdings sind bei uns manche Dinge ja ein klitzekleines Bisschen komplizierter, und wenn wir unseren Kindergärtnerinnen das Kind samt Ernährungspumpe und Sauerstoffmonitor einfach so dahingestellt hätten, hätten die sich aber mal schön bei uns bedankt.

Die Mausbeerenmama hat sich also direkt an unseren tollen Pflegedienst Team David gewendet, der ja schon während der regulären Besuchszeiten die Einzelbetreuung der Mausbeere hervorragend übernimmt. Obwohl es im Vorgang der Rückmeldung zu uns wohl etwas knirschte, hatten wir dann doch recht bald über Umwege von unseren beiden Hauptbetreuerinnen Marina und Dorota die Nachricht, dass die beiden die Schlafmützenparty in Schichten mitmachen würden. Dass das Beerchen dafür am Freitagvormittag zu Hause bleiben musste – geschenkt.

Also hieß es jetzt am Freitag Tasche packen, und für Beerchen dann: Ab auf die Arbeit zur Spätschicht.
Auf gehts, mit großen Gepäck!
Im Kindergarten hatte man derweil schon die Turnhalle präpariert, um die ganzen Schlafmützen beherbergen zu können:
Das Nachtlager in der Turnhalle
Was seit jeher total schön in dem Kindergarten ist, ist die Unverkrampfheit und Offenheit mit der die anderen Kinder auf die Integrationskinder zugehen, und trotz ihrer deutlich unterschiedlichen Voraussetzungen in die Abläufe einbinden. So waren wir beim Auspacken und Aufbauen unserer verschiedenen Gerätschaften schnell von einer kleinen Traube Kinder umringt, die sehr interessiert an den verschiedenen Dingen in unserem Gepäck waren. Schließlich war dann aber das Bettchen soweit bereitet, und wir konnten das Kind mit Dorota allein lassen.
Des Beerchens Schlafplatz
Bis auf ein paar Nächte, die das Beerchen auf der Intensivstation in der MHH verbringen musste, war dies tatsächlich die allererste Nacht, die wir gemeinsam ohne Zwang von der Beere getrennt verbringen sollten. Nachdem ich die Mama also unter Aufbietung aller physischen und psychischen Tricks aus der Einrichtung gezerrt habe (Anm. d. Autors: Schilderung aus dramaturgischen Gründen übertrieben dargestellt), konnte der Spaß also losgehen.

Die Kids wurden nach dem Abendessen zuerst auf eine Schatzsuche geschickt, an deren Ende eine schöne Überraschung wartete:
Wie geheimnisvoll…
Gefunden!
Mein Schatz!
Nach einem gemeinsamen Filmabend ("Lauras Stern"), war dann für alle Kids Schlafenszeit:
Ich… bin… noch… nicht… müüüü……de.
Der Wachwechsel hatte dann auch prima geklappt, und bis auf eine kurze Wachphase ist die Nacht auch ganz entspannt gewesen. Wir konnten also am nächsten Morgen eine große junge Dame in Empfang nehmen, die gerade ihre erste Nacht "alleine" (bzw. zumindest von Mama und Papa getrennt) verbracht hatte.
Katerfrühstück nach einer aufregenden Nacht
Unser ganz, ganz großer Dank geht also hier noch einmal explizit an das wunderbare "Team David"-Team, dafür dass man so spontan und flexibel reagiert hat, und uns allen dieses außergewöhnliche Erlebnis ermöglicht hat.
Muss ich wirklich wieder mit zurück?
Obwohl die Mausbeerenmama die ganze Zeit recht entspannt war, fiel doch anscheinend noch so einiges an Anspannung von ihr ab, als sie dann doch endlich ihr Beerchen wieder hatte. Zu Hause wurde dann erst noch einmal intensiv geratzt, als ob es etwas nachzuholen gab. Wovon die beiden hier wohl träumen mögen:
Schlafmützenparty@home