Dienstag, 20. Oktober 2020

Anna trifft Anna

Nach den guten Erfahrungen mit unserem Sommerurlaub ist die Mausbeere wieder mit einer kleinen Reise in die Herbstferien gestartet. Das Ziel war dieses Mal noch etwas spezieller, denn es ging auf Deutschlands einzige Hochseeinsel Helgoland!
Mausbeere "Anna" Annika trifft die "Lange Anna" :-)

Das war für uns aus vielerlei Hinsicht etwas ganz Besonderes. Zum einen war Helgoland früher (noch ohne Kinder - unglaublich, dass es einmal solche Zeiten gegeben hat...) unser Lieblings-Urlaubsziel und hat außerdem eine ganz besondere Verbindung mit der Mausbeere. Genau an dem Tag, als wir vor mittlerweile über neun Jahren das letzte Mal dorthin aufgebrochen sind, hatten wir unseren ersten positiven Schwangerschaftstest in den Händen, mit dem sich dann unser Beeren-Kind angekündigt hat. Die Mausbeere ist also tatsächlich schonmal dort gewesen, wenn auch nur als kleiner Zellhaufen (äußerst charmante erste Beschreibung unseres damaligen Frauenarztes...) und wir hatten zu dem Zeitpunkt natürlich absolut noch keine Ahnung, welch spezielle Überraschung wir da erwarten würden ;-)

Da sich die Bedürfnisse unserer Großen dann mit der Zeit immer komplexer gestaltet haben und selbst Tagesausflüge mit ihr einem halben Umzug gleichkamen und wir uns für mehrtägige Reisen auch immer einen Flüssigsauerstofftank an den Urlaubsort bestellt haben, hatten wir eigentlich gar nicht damit gerechnet, mir ihr irgendwann einmal unsere Sehnsuchtsinsel besuchen zu können. Mal abgesehen von der schieren Menge unseres Gepäcks ist Helgoland mit einer Entfernung von über über 60km vom Festland nun auch nicht gerade gut an das medizinische Versorgungsnetz angebunden, auch wenn es ein kleines Inselkrankenhaus gibt.
Nun hatten wir mit unserem Sommerurlaub nach Langeoog allerdings schon recht gute Erfahrungen gemacht und das Gepäck der Dame ist auch nicht mehr ganz so umfangreich. Dadurch "gestählt" ließ der Papa vor einigen Wochen so nebenbei die Bemerkung fallen, dass er dieses Jahr nochmal nach Helgoland möchte. Vermutlich hätte er es auch kurze Zeit später wieder vergessen bzw. als Schnapsidee abgetan, wenn er damit nicht der Mama einen Floh ins Ohr gesetzt hätte... Nach einigen Diskussionen hatten wir dann doch Nägel mit Köpfen gemacht und mit etwas Glück auch noch eine passende Unterkunft gefunden.
Für unsere Verhältnisse kleines Gepäck für vier Tage
Und so fanden wir uns Samstag vor einer Woche dann für eine recht raue Überfahrt auf dem Katamaran nach Helgoland wieder. Da zeigte sich dann auch mal wieder recht schnell, aus welchem Holz unsere Mausbeere geschnitzt ist - während es etlichen Fahrgästen inklusive Schwesterchen Bianca (O-Ton Papa: "Ich habe noch nie einen Menschen so kotzen sehen und ich kenne ja Beerchen...") ziemlich dreckig ging und die überall bereitgelegten Kotztüten bereits Mangelware wurden, hatte das Beeren-Kind einen 70-minütigen Dauerlachanfall und ist bei jeder Welle, die den Katamaran in die Luft und den Magen gefühlt zwischen die Ohren geschleudert hat, in freudiges Kreischen ausgebrochen :-)
Eine Seefahrt...
...die ist lustig!
Häh, sehe ich das alleine so?
Nachdem dann alle - außer der Mausbeere - froh waren, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben, konnte unser Urlaub dann endlich beginnen. Hier sind einfach mal ein paar Eindrücke, die uns besonders gut gefallen haben und mit dem Wetter hatten wir auch einen Sechser im Lotto erwischt:
Frisch angekommen an den Hummerbuden
Klippenrundweg um den roten Felsen
Beste Aussicht auf die "Düne"
Mausbeere unter der Maulbeere
Der Strand direkt vor der Haustür
Der Spielplatz direkt vor der Haustür
Toll illuminiertes Atoll
Sonnenaufgang an der Landungsbrücke

Ins Oberland per Fahrstuhl...
...oder mit einer Papa-Stärke
So ganz konnten wir die gewohnten, alten Pfade nicht beschreiten, da insbesondere der Klippenrundweg im Oberland mit etlichen Stufen gespickt ist. Aber zum Glück gibt es einen gut ausgeschilderten barrierearmen Rundweg, für den sogar einige Stufen in der Nähe der langen Anna "begradigt" wurden. Und so konnten wir auch mit dem Buggy die wunderschöne Aussicht entlang der roten Felsen genießen:

Barrierefrei um den roten Felsen...
Das bringt Freude!
Aber auch für unsere Jüngste war der Urlaub etwas ganz Besonderes, denn am Montag hat sie auf Helgoland ihren dritten Geburtstag gefeiert! Unglaublich, wie schnell die Zeit vergangen ist und das wir jetzt schon zwei so große Mädels haben... Also an dieser Stelle noch hochoffizell:

Alles Liebe zum Geburtstag, kleine, große Bibi!

So alt bin ich schon!!!

Auch wenn wir für unsere Verhältnisse in diesem Jahr dann doch außergewöhnlich viel gereist sind, sind doch die generellen Reiseaktivitäten recht eingeschränkt, was sich auch in der geringen Zahl an Knabberpostkarten in den letzten Monaten niederschlägt. Nichts desto trotz haben die Mausbeere einige leckere Kärtchen erreicht:
So haben wir uns sehr gefreut, mal wieder von Maike zu lesen, die dem Beeren-Kind dieses leckere Kärtchen geschickt hat:
Auch Knabberpostchefin Monika, die in diesem Jahr auch seltener unterwegs ist und sich sehr über eine kleine Auszeit in Lüneburg gefreut hat:
Von Oma Rita kam diese Karte mit den Möwen von Helgoland, die uns traurig hinterher gucken ;-)

Sonntag, 4. Oktober 2020

Auf'm Thron

Dieser Beitrag behandelt heute ein Thema, das zum letzten Beitrag nicht gegensätzlicher sein könnte ;-) Es geht nämlich diesmal nämlich nicht darum, was in die Mausbeere hineingeht, sondern um das, was hinten wieder rauskommt...
Die Mausbeere trägt ja seit jeher Windeln und wir haben immer gestaunt, wenn wir von anderen Kindern mit schwerer Mehrfachbehinderung gehört haben, die regelmäßig aufs Töpfchen gesetzt werden. Unser Beeren-Kind hat nie irgendwelche Anzeichen dafür gezeigt, wenn sie mal "muss" und außerdem hat sie durch ihre Darm-Vorgeschichte (sie hat ja seit dem Alter von anderthalb Jahren leider aufgrund einer Entzündung nur noch ca. ein Drittel ihres Dickdarms) oft sehr unregelmäßigen und oft auch weichen Stuhlgang, was sie selbst aber am allerwenigsten zu stören scheint... Und Erklärungen oder Argumenten ist unsere junge Dame ja auch generell nicht zugänglich ;-)
Von daher war es für uns auch irgendwie eine befremdliche Vorstellung, dass in der Schule irgendwie mit "Sauberkeitserziehung" begonnen werden sollte und es tat sich auch weiterhin lange Zeit nichts. Kurz vor der langen "Corona-Pause" hatte es dann aber irgendwann doch einen ersten Erfolg gegeben und die Mausbeere hatte tatsächlich zum ersten Mal bei einem der regelmäßigen Toilettengänge etwas "gemacht".
In den darauf folgenden Monaten zu Hause haben wir dann tatsächlich gewisse Regelmäßigkeiten entdecken können, was möglicherweise auch mit der größeren Geschwindigkeit beim Sondieren der Nahrung zusammenhängen könnte. Denn oft bemerken wir, dass die Mausbeere kurz nach einer flott sondierten Mahlzeit anfängt zu "drücken" und dann bleibt meist noch die Zeit, sie fix auf die Toilette mit passendem Kinderaufsatz (den wir eigentlich mal für die kleine Schwester angeschafft hatten...) zu setzen. 
 
Auch dieser Thron gehört jetzt zu meiner royalen Sammlung...
Guck-guck, hier bin ich!
Und so freuen wir uns, dass unser Beerenkind jetzt in schöner Regelmäßigkeit ein amtlich großes und danach oft noch ein kleines Geschäft auf dem Klo erledigt! Natürlich klappt das nicht immer und die Dame trägt nach wie vor durchgängig eine Windel, aber trotzdem ist das mal wieder ein vollkommen unerwarteter Fortschritt, der uns unglaublich stolz auf unsere Mausbeere macht!