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Donnerstag, 29. August 2019

Alles chillig

Die schönen, langen Sommerferien sind leider schon wieder um und die Mausbeere hatte gestern ihren ersten Schultag. An ihrem letzten Abend in den Sommerferien hat sie nochmal schön im Herforder Beach-Club gechillt und sich auf die Strapazen des kommenden Schuljahres vorbereitet:
Was? Morgen ist wieder Schule?
Dann sollte ich mit den Cocktails etwas vorsichtig sein...
Dass die Ferien so schnell vergangen sind lag nicht zu letzt daran, dass wir ziemlich oft unterwegs waren. Neben ein paar schönen Ausflügen hatten wir auch etliche Termine, da es sich ja anbietet, diese in die schulfreie Zeit zu legen. Ich möchte jetzt gar nicht auf alles eingehen, was wir so in den Ferien getrieben haben, da das definitiv den Rahmen sprengen würde, aber über einen Tag berichte ich an dieser Stelle mal. Es stand mal wieder der jährliche Termin im KfH-Nierenzentrum in der MHH in Hannover an, wo üblicherweise die Blutwerte, der Blutdruck, sowie das allgemeine Wachstum der Beere kontrolliert werden und auch immer ein Ultraschall der Nieren gemacht wird. Die Ärzte und die Ernährungsberaterin waren höchst zufrieden mit unserem Töchterchen und steht der nächste Kontrolltermin wieder in einem Jahr an.

Nach der Untersuchung im KfH und einem leckeren Mittagessen in der Mensa haben wir bei schönstem Sommerwetter dem Spielplatz der MHH-Kinderklinik einen Besuch abgestattet. Als ich mich mit der Mausbeere gemütlich in einen der dort stehenden Strandkörbe gelümmelt habe, kamen alte Erinnerungen an die Zeit rund um den ersten Versuch des Gaumenspaltverschlusses und die katastrophalen Folgen, der nun schon fast sechs Jahre zurückliegt. Die Wartezeiten bis wir dann mal wieder zum Beerchen auf die Intensivstation durften, haben der Papa und ich damals auch oft in einem dieser Strandkörbe verbracht und uns nach unserem Beerenkind gesehnt:
Ein definitiv besserer Aufenthaltsort für die Mausbeere
Während der damals echt blöden Zeit hätte uns eine kleine Zukunftsvision auf diesen Tag echt gut getan. Der Gedanke, das Beerchen mit im Strandkorb zu haben, wäre damals schon Balsam für die Seele gewesen, aber dass sie dann anschließend noch Spaß an den Spielgeräten (wie z.B. der Nestschaukel oder dem Bodentrampolin) hat und das obendrein mit einer süßen kleinen Schwester hätten wir uns damals bestimmt in unseren kühnsten Träumen nicht ausgemalt:
Manchmal kommt alles besser als man denkt :-)

Selbstverständlich durfte sich die Mausbeere in den letzten Monaten (Mensch, bin ich wieder lange nicht vernünftig zum Bloggen gekommen...) über leckere Knabberpost freuen. Knabberpostchefin Monika hat eine erfrischende Karte aus dem Urlaub im hohen Norden geschickt und eine aus der Reha in Bad Soeden-Allendorf:
Sowas knabbert man nicht so oft...
...und dieser Geschmack ist auch neu :-)
Von der netten Dame Meike kamen liebe Knabbergrüße aus Eckernförde:
Gute Seeluft schmeckt immer gut
Oma Rita war vor einiger Zeit schon in Bad Rothenfelde und hat von dort zwei leckere Kärtchen geschickt:
Hier war ich irgendwann auch schonmal
Brumm, brumm, so viele rote Flitzer!
Außerdem schickte Oma Rita noch liebe Grüße zum Schulstart, womit dieser Blogbeitrag nun auch einen runden Abschluss bekommen hat :-)

Mittwoch, 3. August 2016

Blutsauger für große Tapferkeit

Unglaublich, seit unserem letzten Besuch im Nierenzentrum der MHH war schon ein ganzes Jahr vergangen, als wir am Dienstag dort mal wieder zur Untersuchung aufgeschlagen sind! Den Termin hatten wir also schon sehr weit im Voraus, und so hatten wir keinen Einfluss darauf, dass der Tag etwas suboptimal gelaufen ist - hätten wir aber bestimmt auch bei kurzfristigerer Planung nicht gehabt.
Schon die Hinfahrt war mit einigen Staus und unfreiwilligen Umwegen ein kleines Abenteuer und auch im Nierenzentrum selber war irgendwie der Bär los. Dabei war es gar nicht mal besonders voll, aber die anwesenden Patienten hatten wohl alle etwas schwierigere Baustellen und zusammen mit der Urlaubszeit in der Ärzteschaft kam es zu ziemlich langen Wartezeiten.
Aber das waren eigentlich nur Nebensächlichkeiten, denn die Untersuchungsergebnisse aus Urin, Blutgasanalyse, Ultraschall (unter erschwerten Bedingungen durchgeführt, weil das Beerchen nach der langen Warterei absolut nicht mehr still liegen bleiben wollte) und ärztlicher Untersuchung waren soweit sehr zufriedenstellend und das war ja die Hauptsache! Jetzt heißt es noch die Laboruntersuchung des Blutes abzuwarten und wenn dort auch keine Auffälligkeiten zu verzeichnen sind, werden wir erst in einem Jahr wieder zur Kontrolle erwartet.
Nach so einem langen Vormittag war natürlich erstmal eine Stärkung angesagt und das Beerchen hat sich in der Mensa genüsslich an Mamas Schokopudding mit Vanillesoße gütlich getan, bevor sie dann die Beißerchen in einen der heiß begehrten Getränkebecher geschlagen hat:
Schokolade macht glücklich!
Papp-Becher aber auch :-)
Der kleine Geselle, der auf dem Becher-Foto am Reißverschluss des Beeren-Jäckchens baumelt ist übrigens die Belohnung für große Tapferkeit bei der Blutentnahme. Leider musste ich die lustige Fledermaus aufgrund des Trubels im Nierenzentrum am Ende noch einfordern (der Arzt hatte das in der Hektik schlicht vergessen, aber ich hatte die kleinen Fledermäuse schon bei den anderen Kindern gesehen), aber da sich das Beerchen beim abzapfen ihrer wertvollen Körperflüssigkeit diesmal wirklich extrem brav verhalten hat, stand ihr diese Belohnung definitiv zu:
Ein kleiner Blutsauger als Belohnung vom Blutsauger.
Am Montag erreichte die Mausbeere übrigens nach längerer Pause mal wieder eine Knabberpostkarte von Monika. Die Knabberpost-Flaute war aber nicht beabsichtigt, denn offensichtlich ist der Dame eine Schildkrötenkarte aus Ischia bislang nicht zugestellt worden. Naja, hoffen wir mal, dass sich die Post einfach etwas mehr Zeit gelassen hat, denn die Mausbeere hätte mit Sicherheit Freude an einer Karte mit italienischem Geschmack :-)
WAS? Es ist eine Knabberpostkarte verschollen?
Dann schnell angeknabbert, damit Du nicht auch noch verschwindest...

Montag, 31. August 2015

Gartenbesuche

Das schöne Wetter am Wochenende war ja wie dafür gemacht, um ein paar Stunden im Garten zu verbringen. Da wir am Samstag Besuch erwartet haben und am Sonntag selbst als Besucher eingeladen waren, bietet sich das Motto "Gartenbesuche" für dieses Wochenende ja geradezu an.

Meike, die Physiotherapeutin aus der Kinderklinik in Herford, die mit der Mausbeere schon in den ersten Lebenswochen auf der Intensivstation regelmäßig Frühsport gemacht hat und später dann zwecks Atemgymnastik in unserem Klinikzimmer vorbeigekommen ist, wenn die Beere mal wieder mit Lungenentzündung oder Bronchitis zu Gast dort war.
Klinik-Sport 2012
Klinik-Sport 2013
Die beiden (und auch wir Großen) hatten eigentlich von Anfang an einen guten Draht zueinander und so haben wir uns auch außerhalb der Klinik immer mal getroffen. Mittlerweile hat Meike selbst auch eine kleine Tochter und so hat sie uns am Samstag mit der kleinen Freyja Thjorven und Mann Kai einen Besuch abgestattet. Mit dabei hatten sie auch zwei ganz tolle Geschenke, nämlich einen kuscheligen Stoff-Elefanten und eine schicke Hose - beides selbst genäht!!!
Komm her, wir spielen zusammen!
Das sind ja tolle Sachen, vielen Dank!
Nach dem Kaffeetrinken auf der Terrasse sind wir dann alle auf die Picknick-Decke auf den Rasen umgesiedelt, denn für die Kleinen war ja etwas Bewegungsfreiheit definitiv angenehmer, als nur langweilig am Tisch zu sitzen. Dabei haben wir wieder einmal bemerkt, dass sich die Mausbeere mittlerweile mehr und mehr für andere Kinder interessiert - noch vor wenigen Monaten waren diese zum Beispiel in der Spielgruppe noch komplett uninteressant. Ich denke, ich kann mal für alle sprechen, dass wir wirklich einen sehr schönen Nachmittag verbracht haben.
Familienspaß auf der Picknick-Decke.
Hallo, darf ich vorstellen?
Am Sonntag waren wir dann wieder zu einem Gartenfest bei Mausbeeren-Großonkel Hans eingeladen. Die Mausbeere kann sich wirklich glücklich schätzen, dass sie wieder eingeladen wurde, hatte sie doch im letzten Jahr eine Ameise etwas unsanft ins reich der Träume befördert. Trotz der bestehenden Gefahr für die heimische Fauna wurde das Beerchen aber trotzdem freudig empfangen und hat sich in elegantem Ambiente fröhlich auf ihrer Decke ausgestreckt.
So lässt es sich aushalten!
Der Papa ist wieder auf seine Art - nämlich mit seiner Kamera - auf Insektenjagd gegangen, wogegen das Beerchen die Krabbelviecher in diesem Jahr freundlicherweise in Ruhe gelassen hat. Hier sind zwei sehr schöne "Beutestücke" vom Papa:
Ihren Spaß hatte die Mausbeere auf jeden Fall - vielleicht hat sie auch einfach etwas zu tief ins Glas geguckt - denn sie behauptete später steif und fest, vom Papa mit einem Winkelschleifer an der Nase gekitzelt worden zu sein* ;-)
Nun gib her, ich will auch was trinken!!!
Hihi, so ein Werkzeug brauchen wir auch!
Heute erreichte uns noch eine sehr schöne Nachricht, nämlich in Form eines Anrufes aus dem Kinder-Nierenzentrum aus Hannover, wo die Mausbeere vor einigen Wochen eine Kontrolluntersuchung hatte. Mittlerweile wurden auch die Ergebnisse der Blutuntersuchung ausgewertet und wir sollen zwei Werte in den nächsten Wochen noch einmal vom Kinderarzt kontrollieren lassen. Ansonsten sind alle Ergebnisse so super und stabil, dass die nächste Kontrolle nun erst in einem Jahr sein soll und nicht schon in einem halben, wie ursprünglich vorgesehen!

* Es handelte sich dabei um einen Spielzeugwinkelschleifer vom Enkelsohn des Hauses und es kamen bei der Aktion definitiv keine Beeren-Näschen zu Schaden.

Mittwoch, 5. August 2015

Hexenküche light

Weil wir so lange nicht in der niedersächsichen Landeshauptstadt waren (geschlagene drei Tage sind ja auch eindeutig zu viel), sind wir gestern mal wieder in Richtung Hannover aufgebrochen, wo die Mausbeere einen Termin im KfH-Nierenzentrum hatte. Bei der obligatorischen Blutentnahme musste das Beerchen diesmal richtig viel ihrer wertvollen Körperflüssigkeit hergeben, da besonders viele Werte untersucht werden sollten und zudem noch ein zusätzliches Portiönchen für eine Studie über genetische Veränderungen bei Kindern mit angeborenen Nierenerkrankungen benötigt wurde. Dies war natürlich freiwillig, aber da wir die Forschung dort gerne unterstützen, haben wir natürlich eingewilligt. Das hatte zur Folge, dass auch die Mama angepiekst wurde und etwas Blut zur Verfügung gestellt hat. Ein so cooles Pflaster wie die Mausbeere gab es für die Frau Mutter allerdings nicht, aber vermutlich war da Beeren-Kind bei der Prozedur auch einfach tapferer.
So ein tolles Pflaster bekommt nicht jeder...
...das muss man sich VERDIENEN!
Ansonsten war man mit der Entwicklung und der körperlichen Untersuchung sehr zufrieden, ebenso wie mit der Blutgasanalyse, bei der ja immer Werte wie Kalium, CO2 etc. bestimmt werden, die bei der Mausbeere in der Vergangenheit ja manchmal nicht ganz in Ordnung waren. Die restlichen Blutwerte werden ja dann erst in den nächsten Tagen im Labor bestimmt und konnten somit auch noch nicht sofort beurteilt werden.
In der Hexenküche wird es demnächst nicht mehr ganz so schwere Kost geben, denn auf Anraten der royalen Ernährungsberaterin, soll die Mausbeerenkönigin mal wieder etwas weniger Kalorien zu sich nehmen. Als die junge Dame zum ersten Mal auf Diät gesetzt wurde, war ja noch synthetische Sondennahrung Schuld an der schnellen Gewichtszunahme. Nun hat es die Mama in ihrer Hexenküche wohl etwas zu gut mit Sahne und Öl gemeint, so dass das Beerchen vom Gewicht her sehr gut zugelegt hat - dumm nur, dass sie mit dem Längenwachstum nicht ganz so gut hinterhergekommen ist, so dass ihr Body-Mass-Index (hier geht es zum Wikipedia-Artikel) sich an der oberen Grenze rangiert.
Nach dem Gespräch mit der Ernährungsexpertin wären wir eigentlich fertig gewesen, allerdings fehlte noch eine Kleinigkeit, die die Ärzte noch gerne von der Mausbeere gehabt hätten und die sie mal wieder Partout nicht herausrücken wollte, nämlich ein Beutelchen voll Urin, was wir ja leider nicht zum ersten Mal erlebt haben. Nachdem wir nach den Untersuchungen immer noch verzweifelt vor dem Wickeltisch mit dem Beutelchen-versehenen Beeren-Kind gestanden haben, hat uns die Ärztin dann unverrichteter Dinge nach Hause geschickt, da eine Urin-Probe auch beim nächsten Mal ausreicht.

Donnerstag, 26. Februar 2015

Gute Führung

Heute stand für uns der erste MHH-Besuch in Hannover in diesem Jahr auf dem Programm. Wir hatten einen Termin im Kinder-Nieren-Zentrum, wo die Mausbeere ja regelmäßig vermessen und begutachtet wird. Diese Termine beginnen ja traditionell recht fies, da dem Beerchen immer erstmal Blut abgenommen wird, was ihr natürlich gar nicht gefällt. Aber dafür gab es wieder ein schönes Trostpflaster, mit dem sie am Nachmittag dann beim Papa angeben konnte:
So ein tolles Pflaster bekommt nur, wer sehr tapfer ist!
Natürlich werden die Blutproben erst in den nächsten Tagen ausgewertet, aber unter Berücksichtigung der bisherigen Daten und der körperlichen Untersuchung war man wirklich extremst zufrieden mit unserem Beeren-Kind! Über ihren allgemeinen Gesundheitszustand kann man ja nun auch wirklich nicht meckern und trotz immer noch vorhandenen Resten des Atemwegsinfekts war die Lunge komplett frei. Größenzuwachs und Gewichtszunahme sind auch perfekt so, wie sie sein sollen und so konnte auch die Ernährungsberaterin zufriedener nicht sein! Mit dieser hatte ich übrigens noch einige Feinheiten für die Hexenküche besprochen, bei denen ich mir etwas unsicher war, aber da das Beerchen ja so super gedeiht und es ihr spitzenmäßig geht, mache ich wohl alles richtig (also alles vom Profi abgenickt). Da gute Führung ja bekanntlich belohnt wird, wurde das Intervall bis zur nächsten Untersuchung im Nieren-Zentrum verlängert und so müssen wir anstatt in drei erst in sechs Monaten wieder dorthin kommen - bei besonderen Vorkommnissen natürlich auch jederzeit früher.
Anschließend sind wir noch zum Mittagessen in die Mensa gepilgert, wo sich das Beerchen erstmal gemütlich in ihrer Karre herumgeflezt und ganz undamenhaft die Füße auf den Tisch gelegt hat.
Puh, jetzt ist erstmal Entspannung angesagt...
...das ist ja sooooo lustig!

Freitag, 28. November 2014

Ungewöhnliches Verhalten

Gestern ging es für uns mal wieder nach Hannover und zwar zur Kontrolluntersuchung ins Kinder-Nierenzentrum in der MHH und anschließend hatten wir noch einen Termin bei der Hörgeräteakustikerin in der Stadt. Diese Terminkombination hatten wir in der Vergangenheit schon öfter, da beide ihre Kontrolltermine im dreimonatigen Abstand vergeben haben. Solche Tage sind an sich immer schon recht anstrengend, da man früh aufstehen, den halben Hausstand für den ganztägigen Ausflug einpacken, weit fahren, viel durch die Gegend laufen, warten und einige - teils fiese - Untersuchungen über sich ergehen lassen muss.
Gestern hat die Mausbeere dann allerdings durch komplett außergewöhnliches Verhalten nicht gerade dazu beigetragen, uns allen den Tagesablauf zu erleichtern.
Es ging schon damit los, dass die Madame - normalerweise ja als exzessive Langschläferin bekannt - bereits um fünf Uhr morgens nicht nur wach, sondern gleichzeitig noch ein dauergrinsendes Energiebündel war. Das war ja generell noch recht positiv, denn besser ein waches Kind als eines, dass man für eine pünktliche Abfahrt zwangswecken muss. Also hat die Dame schon in aller Herrgottsfrühe mit beim Frühstück in der Küche gesessen und ist mit Hingabe ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgegangen:
Hmmm, Socke und Fuß, wie mag das zusammenpassen?
Leider ist durch das extrem frühe Aufstehen auch ihr ganzer sonstiger Rhythmus durcheinandergekommen und so hat sie es leider versäumt - wie sonst üblich - direkt nach dem Aufwachen ihre Windel bis zum Anschlag zu füllen. Das hat sie stattdessen mitten auf der Autobahn erledigt, was dann unweigerliche zu einem textilen Supergau geführt hat. Also mussten wir an einer Raststätte dem Kind erstmal ein komplett neues Outfit verpassen (ausreichend Ersatzklamotten sind immer dabei, wir sind ja in dieser Hinsicht schon einiges gewöhnt), was unserer Zeitplanung nicht gerade zuträglich war.
Trotzdem sind wir noch rechtzeitig im KfH-Nierenzentrum eingetrudelt und es wurden die üblichen Untersuchungen durchgeführt. Zuerst wurde dem armen Beerchen mal wieder etwas Blut abgezapft und anschließend folgte das Arztgespräch inklusive Vermessung des Mausbeeren-Luxusbodies. So langsam rächte sich dann auch das frühe Aufstehen und nach den Strapazen des Blut abnehmens war erstmal ein kleiner Fluchtschlaf fällig. Auch dies war zu diesem Zeitpunkt ungewöhnlich und so ist es zum ersten Mal im KfH selbst gelungen, dem Kind den Blutdruck zu messen. Da das Messgerät extrem bewegungsempfindlich ist, funktioniert das bei unserem Energiebündel nämlich nur im Tiefschlaf und so musste man sich bei den vorigen Untersuchungen immer auf unsere heimischen Messungen verlassen. Es folgte ein Gespräch mit der Ernährungsberaterin, die mit Wachstum, Gewichtszunahme und Kaliumspiegel sehr zufrieden war - ich fasse das mal als offizielles Lob an die Hexenküche auf. Anschließend wurde noch ein Ultraschall der Nieren durchgeführt und auch hier war alles zufriedenstellend. Die funktionslose rechte Niere ist mittlerweile sehr klein, was aber nicht ungewöhnlich ist, aber dafür sieht die linke Niere nach Aussage der Ärztin "schön" aus (lediglich etwas zu hell in der Ultraschalldarstellung, aber das ist eigentlich auch von Anfang an so und muss nichts über die Nierenfunktion aussagen). Die Ergebnisse der Blutuntersuchung kommen erst in ein paar Tagen und so war der Besuch im Nierenzentrum eigentlich beendet - EIGENTLICH, denn eine Kleinigkeit fehlte noch und sollte unseren Besuch dort noch etwas in die Länge ziehen. Zur Routineuntersuchung gehört nämlich auch immer auch die Analyse einer Urinprobe und darauf hatte die Mausbeere diesmal anscheinend überhaupt keine Lust. Obwohl im Ultraschall definitiv eine gefüllte Blase zu sehen war, hat sich das Kind partout geweigert, diese in das extra dafür angebrachte Beutelchen zu entleeren. Eigentlich hatten wir uns schon auf einen schönen Stadtbummel durch die Hannoveraner City gefreut, aber stattdessen haben wir eine geschlagene Stunde vor dem Wickeltisch gestanden und immer wieder in die Windel gelinst, nur um wieder ein leeres Beutelchen vorzufinden. Da wir ja noch den Termin bei der Hörgeräteakustikerin hatten, habe ich irgendwann mal vorsichtig nachgefragt, ob die Urinuntersuchung denn so dringend notwendig wäre. Leider bestand die zuständig Ärztin darauf, aber man schlug uns vor, erstmal den Termin in der Stadt wahrzunehmen und die ersehnte Flüssigkeit später noch vorbeizubringen.
Und so haben wir uns dann endlich mit der Stadtbahn Richtung Innenstadt aufgemacht, wobei uns die Mausbeere wieder mit extrem weit geöffneten Augen erfreut hat - die faszinierenden Eindrücke auf den Weihnachtsmärkten in den letzten Tagen mögen dazu ihren Teil beigetragen haben.
Was guckst Du so? Ich sehe das ganz genau!
Die Hörgeräteakustikerin war mit den aktuellen Entwicklungen der Mausbeere auch sehr zufrieden und hat die Hörgeräte der Mausbeere generalüberholt und ihnen ein niedliches Enten-Outfit verpasst. Wir haben uns diesmal für die Entchen entschieden, da die Mausbeere die auf ihrer King-Size-Krabbeldecke aufgenähte Stoff-Ente so heiß und innig liebt. Den nächsten Kontrolltermin hier werden wir dann allerdings schon in zwei Monaten haben, da die Schläuche der Hörgeräte immer sehr schnell hart werden und erneuert werden müssen. Dadurch sitzen die Geräte dann nicht mehr so gut und es gibt schnell die berühmten Störgeräusche, die einen recht schnell in den Wahnsinn treiben.
Nicht in die Ente beißen!!!
Anschließend haben wir uns endlich noch einen kleinen Weihnachtsmarkt- und Stadt-Bummel gegönnt, bevor wir die heiß ersehnte und endlich ergatterte "Beutelchen-Beute" im Nierenzentrum abgeliefert haben.
 Puh, drei verschiedene Weihnachtsmärkte in drei Tagen!!!
Auch heute hatte die Dame noch eine "ungewöhnliche Phase", als wir für die jährliche Grippe-Impfung einen Termin beim Kinderarzt hatten. Normalerweise geht kurz nach dem Pikser ein - abslut verständliches - Sirenengeheul los. Nicht jedoch heute - das Beerchen hatte irgendetwas höchst faszinierendes an der Zimmerdecke entdeckt, das sie, ohne eine Miene zu verziehen, die ganze Zeit zufrieden betrachtet hat. Den Piks hat sie dabei gar nicht wahrgenommen und das Gebrüll startete erst beim Anziehen der Jacke - das war allerdings überhaupt nicht ungewöhnlich.

Samstag, 1. November 2014

Die Mausi macht aus einer Mücke…

…einen Klinikaufenthalt :-(. Leider muss die Urlaubsberichterstattung vom Papa weiterhin noch etwas warten, da die Beeren-Fans ja über die aktuellen Eskapaden der jungen Dame auf dem Laufenden gehalten werden müssen. Wir hatten uns schon gefreut, dass in den nächsten Tagen eigentlich keine Termine anstehen und wir somit mal etwas entspannen können. Wie treue Beeren-Fans wissen, ist das aber ein Zustand, den die Mausbeere nicht wirklich schätzt und auch diesmal hat sie sich wieder etwas einfallen lassen, um eventuell aufkommender Langeweile vorzubeugen.
Nachdem wir am Mittwoch schon einmal kurz zu einem Impftermin in der Herforder Kinderklinik zu Gast waren, hat die Klinikluft anscheinend geheime Sehnsüchte bei unserem Töchterchen geweckt, denn heute durften wir mal wieder hier einchecken. Grund dafür ist interessanterweise wieder ein fieser Blutsauger, allerdings etwas anderer Natur als die, mit denen wir in der letzten Woche bei der einen oder anderen Gelegenheit so zu tun hatten. Vor zwei Wochen war das linke Beeren-Bäckchen von einer fiesen Mücke malträtiert, wonach sie ein paar Tage lang eine dicke Quaddel im Gesichtchen hatte. Eigentlich hatte sich der Stich wieder schön zurückgebildet und es war nichts mehr davon zu sehen, aber am Freitagnachmittag wurde die Stelle plötzlich wieder rot und warm und am Abend war das ganze Bäckchen geschwollen. Am nächsten Morgen konnte sie dann kaum noch aus dem - ohnehin schon recht geschlossenen - linken Auge gucken, weil das Lid zugeschwollen war, so dass das Kind eher wie ein Preisboxer nach der zwölften Runde, als eine Mausbeere aussah. Selbstverständlich passiert so etwas ja immer zum Wochenende, aber zum Glück hatte unser Kinderarzt heute morgen Notdienst und so haben wir uns auf den Weg dorthin gemacht. Der Doktor hat nicht lange gefackelt und uns gleich in die Kinderklinik weitergeschickt, da ihm die Schwellung am Auge besondere Sorgen bereitet hat. Durch den Mückenstich müssen sich wohl Bakterien eingenistet haben und die haben wohl eine Entzündung hervorgerufen. Glücklicherweise geht es der Mausi aber ansonsten prima - kein Fieber, keine Schmerzen, super Laune!
In der Klinik haben die hauseigenen Blutsauger der Dame nochmal Blut abgezapft und ihr unter - erwartungsgemäß - höchsten Schwierigkeiten einen Venenzugang gelegt, über den es jetzt ein Antibiotikum gibt. Da der Zugang am Kopf liegt, gab es zum Schutz vor den Fummelfingern wieder die gute, alte Katzenmütze. Und da man der Beere und ihren flinken Fingern partout nicht mehr über den Weg traut, wurde linke Hand noch sorgfältig in einem Handschuh verstaut.
Das kleine Kätzchen mit seinem etwas zugeschwollenen Auge
Dieses Unterfangen ist allerdings nur mäßig von Erfolg gekrönt, denn die Dame ist sehr erfinderisch darin, sich irgendwie von dem Fäustling zu befreien und selbst wenn er gerade wieder festgezurrt wurde, legt sie mit der verpackten Pfote noch eine erstaunliche Fingerfertigkeit an den Tag. Das Antibiotikum scheint übrigens schon eine erste Wirkung zu zeigen, denn das Bäckchen fühlt sich schon wieder etwas kühler an.
DAS geht auch mit Handschuh gut
Hab ich Dich!
Die Ergebnisse der Blutuntersuchung zeigten übrigens einen leichten Anstieg der Entzündungswerte, einen überraschend hohen CO2-Wert (vermutlich durch die noch nicht ganz ausgestandene Erkältung - beim Legen des Zugangs hatte das Beerchen aus Protest auch erstmal eine amtliche Portion Schleim "ausgehustspuckt", aber ansonsten ist die Atmung tadellos) und einen seit dem letzten Besuch erfreulich verbesserten Nierenwert.
In den nächsten Tagen werden dann weiterhin die Entzündungswerte überwacht, um zu schauen, wie das Antibiotikum anschlägt. Wenn das Beerchen dabei aber weiterhin so gut drauf ist, nehmen wir die Tage hier natürlich gerne in Kauf.

Freitag, 29. August 2014

Klebetierchen

Der Tag gestern war im Prinzip eine Wiederholung des 23. Mai diesen Jahres. Zuerst hatten wir einen Termin im KfH-Nierenzentrum in der MHH und danach ging es in die Stadt zur Hörgeräteakustikerin.
Die obligatorische Blutentnahme im Nierenzentrum war mal wieder höchst schrecklich und die Mausbeere musste sich ordentlich aufregen! Nach überstandener Qual gab es aber ein niedliches Bärchen-Pflaster auf die geschundene Beerechen-Hand, so dass wenige Minuten später schon wieder das erste versöhnliche Grinsen zu sehen war.
So ein Pflaster lässt einen echt tapfer wirken!
Bei der üblichen Vermessung hatte die Dame auch in allen Belangen ordentlich zugelegt - mit 11,4 kg Gewicht, 84 cm Körperlänge und 46 cm Kopfumfang kann man sich ja auch wirklich sehen lassen! Da einige Blutwerte, wie z.B. das altbekannte Kalium immer sofort verfügbar sind, konnten diese auch sofort besprochen werden und diesmal eine kleine Überraschung! Normalerweise war der Kalium-Wert bei der Beere ja immer eher zu hoch oder im oberen Normbereich, weswegen ich in der Hexenküche ja hauptsächlich kaliumarme Nahrungsmittel verwenden sollte. Da es nebenbei ja noch die extrem kaliumarme Sondennahrung gab, durfte es aber auch mal was mit mehr Kalium sein. Trotzdem hat das Einsparen von Kalium ausgereicht um den Blutwert gestern an die untere Grenze zu bringen (der Kalium-Spiegel darf weder zu hoch noch zu niedrig sein)! Dadurch ergeben sich für die Hexenküche natürlich ganz neue Aspekte - es darf also demnächst auch mal ein "Kalium-Bömbchen" wie z.B. leckere Banane geben!
Danach ging es bei traumhaftem Wetter, das wir uns letzte Woche in den Herrenhäuser Gärten gewünscht hätten, in die Innenstadt. Aber auch so ein Stadtbummel macht ja bei Sonnenschein viel mehr Spaß und so haben wir es uns unter Anderem bei einem schönen Mittagessen im Freien gut gehen lassen. Bei der Hörgeräteräteakustikerin mussten wir erst eine kurze Zeit warten, die die Mausbeere und Oma Anne (die musste zwangsweise mitmachen) für das neueste Lieblingsspiel der kleinen Diva genutzt haben - man kann das Spiel aber auch als exzessives Fitness-Training für die Arme bezeichnen. Hat man die Beere zur Zeit auf dem Schoß, schätzt es die eigenwillige kleine Person nicht, wenn man die Hand auf ihren Bauch legt. Die Hand muss unbedingt und SOFORT über Augenhöhe vor das Beeren-Gesichtchen gehalten werden, wofür sie mit unermüdlicher Geduld und verschmitztem Grinsen immer wieder sorgt. Das ist für den Betrachter ungemein drollig, für denjenigen, der die Dame aber gerade auf dem Schoß hat aber auf Dauer auch recht anstrengend - aber egal, die Mausi hat jedenfalls ihren Spaß!
Oma, Deine Hand soll...
...NACH OBEN!
Die Hörgeräte wurden dann einmal generalüberholt und mit neuen Aufklebern versehen. Anstatt der bisherigen weißen Blümchen haben wir uns diesmal - angeregt durch den Besuch im Sea Life letzte Woche - für niedliche Seepferdchen-Sticker entschieden.
Högeräte in maritimem Look.
Nach so einem anstrengenden Tag geht es heute zum Glück wieder ruhiger zu und die Beere konnte sich bei der Lektüre einer frisch eingetroffenen Knabber-Postkarte entspannen.
Wohl bekomms!

Samstag, 24. Mai 2014

Hexenküche mit Tipps vom Profi

"Ich mag keinen Broccoli. Und ich mochte ihn nicht seit ich klein war und meine Mutter mich zwang, ihn zu essen. Und ich bin Präsident der Vereinigten Staaten und ich werde keinen weiteren Broccoli essen."
George H. W. Bush, Pressekonferenz des Präsidenten am 22. März 1990
Wie gestern berichtet, hatten wir im Kinder-Nierenzentrum in Hannover ein Gespräch mit der Ernährungsberaterin. Da eventuell (neben einem Infekt oder eine Reizung der Darmschleimhaut) auch eine Nahrungsmittel-Allergie der Grund für das Blut in den Beeren-Windeln vor einigen Wochen verantwortlich sein könnte. In erster Linie heißt es jetzt erstmal Ausprobieren, ob bestimmte Lebensmittel wieder irgendwelche Reaktionen hevorrufen. Um der Mausbeere auf schonende Art und Weise das geliebte Schlürfen von Brei aus ihrer Löffelflasche zu ermöglichen, sollen die nächsten Versuche mit möglichst allergenarmen Nahrungsmitteln gemacht werden. Als Gemüse bietet sich dazu interessanterweise ausgerechnet Brokkoli an, was ich zumindest nicht unbedingt erwartet hätte. Brokkoli zählt zwar nicht gerade zu den kaliumarmen Gemüsen, aber aufgrund der super Werte von gestern ist das durchaus zu verschmerzen. Wenn die Mausi den Brokkoli gut verträgt, darf im nächsten Schritt Reis dazukommen.
Da es keine Baby-Gläschen mit reinem Brokkoli zu kaufen gibt, wird also mit professionellem Segen die Hexenküche wieder geöffnet!!! Da die dunkelgrünen Brokkoli-Röschen selbst mit dem besten Pürerstab nicht absolut stückchenfrei klein zu bekommen sind, wurde noch empfohlen, nur die Strünke zu Brei zu verarbeiten. Na dann mal los:
Für die Mausbeere nur das Beste...
...Brokkoli-Strünke klein gefitzelt und ab in den Topf!
Dann den Zauberstab entstaubt und angeworfen...
und noch die letzten Stückchen mit dem Sieb ausgesiebt.
Die Ausbeute der ganzen Aktion ist zwar recht überschaubar, aber für einen ersten Versuch braucht man ja keine riesigen Mengen:
Fünf leckere Portionen feiner Brokkoli-Brei
Mit fertig gefüllte Löffelflasche stieg beim Hexenküchen-Personal alias der Mama natürlich die Aufregung, ob dem wählerischen Fräulein Tochter die Kreation auch schmecken würde. Dieses hat sich davon allerdings überhaupt nicht beeindrucken lassen und ist derweil schlichtweg eingepennt.
Oh oh, wenn die Mama den Zauberstab schwingt, mache ich lieber Fluchtschlaf!
Aber auch das schönste Nickerchen hat einmal ein Ende und das musste die unerbittliche Mama natürlich schamlos ausnutzen. Also fix die Löffelflasche gezückt und ab in die Beerenschnute damit. Das folgende Video zeigt die erste Begegnung zwischen Beere und Brokkoli - wird dies eine erfolgreiche Zusammenarbeit?


Na, das ist doch wohl ein voller Erfolg - das Fläschchen wurde ausgeschlürft bis nichts mehr auf den Löffel gedrückt werden konnte - jetzt heißt es nur hoffen, dass auch die Verdauung mitspielt!
Es waren vorher 60ml Brei in der Flasche - wenn da morgen kein schönes Wetter wird!
Fazit: Falls irgendwann mal Präsidentin der Vereinigten Staaten werden möchte, werden wir als Eltern unsere Tochter selbstverständlich nach Kräften unterstützen - sollte jedoch eine generelle Brokkoli-Antipathie die Grundvoraussetzung dafür sein, empfehlen wir ihr dringend, sich doch lieber nach einem anderen Job umsehen.