Sonntag, 7. Mai 2017

Schlafmützenparty! oder: Die erste Nacht "allein"

Vor ein paar Wochen hatten wir von Beerchens Kindergarten folgende nette Einladung bekommen, die sich an die "mittleren" Kinder (im Sinne des Alters) richtete.
Die Einladung
Da man, wenn man schon einmal so nett gefragt wird – und die Aussicht auf Chips & Flips besteht(!) – gerne zusagen möchte, versteht sich dabei ja von selbst. Allerdings sind bei uns manche Dinge ja ein klitzekleines Bisschen komplizierter, und wenn wir unseren Kindergärtnerinnen das Kind samt Ernährungspumpe und Sauerstoffmonitor einfach so dahingestellt hätten, hätten die sich aber mal schön bei uns bedankt.

Die Mausbeerenmama hat sich also direkt an unseren tollen Pflegedienst Team David gewendet, der ja schon während der regulären Besuchszeiten die Einzelbetreuung der Mausbeere hervorragend übernimmt. Obwohl es im Vorgang der Rückmeldung zu uns wohl etwas knirschte, hatten wir dann doch recht bald über Umwege von unseren beiden Hauptbetreuerinnen Marina und Dorota die Nachricht, dass die beiden die Schlafmützenparty in Schichten mitmachen würden. Dass das Beerchen dafür am Freitagvormittag zu Hause bleiben musste – geschenkt.

Also hieß es jetzt am Freitag Tasche packen, und für Beerchen dann: Ab auf die Arbeit zur Spätschicht.
Auf gehts, mit großen Gepäck!
Im Kindergarten hatte man derweil schon die Turnhalle präpariert, um die ganzen Schlafmützen beherbergen zu können:
Das Nachtlager in der Turnhalle
Was seit jeher total schön in dem Kindergarten ist, ist die Unverkrampfheit und Offenheit mit der die anderen Kinder auf die Integrationskinder zugehen, und trotz ihrer deutlich unterschiedlichen Voraussetzungen in die Abläufe einbinden. So waren wir beim Auspacken und Aufbauen unserer verschiedenen Gerätschaften schnell von einer kleinen Traube Kinder umringt, die sehr interessiert an den verschiedenen Dingen in unserem Gepäck waren. Schließlich war dann aber das Bettchen soweit bereitet, und wir konnten das Kind mit Dorota allein lassen.
Des Beerchens Schlafplatz
Bis auf ein paar Nächte, die das Beerchen auf der Intensivstation in der MHH verbringen musste, war dies tatsächlich die allererste Nacht, die wir gemeinsam ohne Zwang von der Beere getrennt verbringen sollten. Nachdem ich die Mama also unter Aufbietung aller physischen und psychischen Tricks aus der Einrichtung gezerrt habe (Anm. d. Autors: Schilderung aus dramaturgischen Gründen übertrieben dargestellt), konnte der Spaß also losgehen.

Die Kids wurden nach dem Abendessen zuerst auf eine Schatzsuche geschickt, an deren Ende eine schöne Überraschung wartete:
Wie geheimnisvoll…
Gefunden!
Mein Schatz!
Nach einem gemeinsamen Filmabend ("Lauras Stern"), war dann für alle Kids Schlafenszeit:
Ich… bin… noch… nicht… müüüü……de.
Der Wachwechsel hatte dann auch prima geklappt, und bis auf eine kurze Wachphase ist die Nacht auch ganz entspannt gewesen. Wir konnten also am nächsten Morgen eine große junge Dame in Empfang nehmen, die gerade ihre erste Nacht "alleine" (bzw. zumindest von Mama und Papa getrennt) verbracht hatte.
Katerfrühstück nach einer aufregenden Nacht
Unser ganz, ganz großer Dank geht also hier noch einmal explizit an das wunderbare "Team David"-Team, dafür dass man so spontan und flexibel reagiert hat, und uns allen dieses außergewöhnliche Erlebnis ermöglicht hat.
Muss ich wirklich wieder mit zurück?
Obwohl die Mausbeerenmama die ganze Zeit recht entspannt war, fiel doch anscheinend noch so einiges an Anspannung von ihr ab, als sie dann doch endlich ihr Beerchen wieder hatte. Zu Hause wurde dann erst noch einmal intensiv geratzt, als ob es etwas nachzuholen gab. Wovon die beiden hier wohl träumen mögen:
Schlafmützenparty@home

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