Samstag, 11. Januar 2014

Spezial-Babysitter

Gestern Abend waren die Mama und ich mal wieder, zum ersten Mal nach einer gefühlten Ewigkeit, gemeinsam ohne die Beere außer Hause. Noch vor einem halben Jahr war das eigentlich ein ganz normaler Zustand, aber nachdem die Dame seit dem MHH-Aufenthalt im September das Tracheostoma hat, ist es der Oma momentan nicht zuzumuten länger alleine für die Beere verantwortlich zu sein. Selbst bei uns ist die Kanüle, trotz größter Sorgfalt, schon einmal herausgerutscht als die Beere scheinbar versucht hat sich auf meinem Schoß mehrfach um die eigene Achse zu drehen. Als "Selbst-Atmer" nicht wirklich tragisch, trotzdem ist besser dass die Kanüle dann zurückgeschoben wird, und durch die doch einigermaßen hohe Hemmschwelle tut sich jemand damit am einfachsten, der das doch schon mal gemacht hat.

Was also war geschehen? Waren wir Rabeneltern und haben die Beere zwei Stunden mit den Worten "Beschäftige Dich irgendwie, Essen steht im Kühlschrank!" alleine gelassen? Nein, natürlich NICHT (auch wenn wir kurz daran gedacht hatten ;-)). Wir hatten für gestern Abend eine sehr kompetente Babysitterin gefunden, die uns in Zukunft auch noch regelmäßig helfen wird. Jetzt aber erst einmal die Geschichte von Anfang an:

Da Annika eine Pflegestufe hat, hat die pflegende Person (in diesem Fall also die Mama) einen gesetzlichen Anspruch auf sog. Verhinderungspflege. Das heißt dass z.B. im Falle von Krankheiten (aber auch zum Zweck der Erholung) eine dritte Person die Pflege übernehmen kann, und dafür aus der Pflegeversicherung bezahlt wird. Anspruch besteht im Jahr auf 28 Tage, es kann aber auch stündlich abgerechnet werden. Über den Verein Sonnenblume e.V., der auch nach den Operationen wieder die sozialmedizinische Nachsorge bei uns übernimmt, haben wir eine Kinderkrankenschwester vermittelt bekommen, die gerne stundenweise mal auf die Mausbeere aufpassen würde. Schwester Jana kannte die Beere auch schon von ein paar Aufenthalten in der Kinderklinik Herford wo sie ihre Ausbildung absolvierte.
Schwester Jana bei der Raubtierfütterung
Im alten Jahr ist Schwester Jana schon zweimal bei uns gewesen und hat die Beere noch einmal näher kennengelernt, mit allem was halt neuerdings so dazugehört; außerdem konnte sie so auch kennenlernen wo bei uns was zu finden ist. Gestern Abend war es dann soweit, die beiden wurden alleine gelassen, und wir haben uns nach einem kleinen Einkaufsbummel in der Innenstadt ein schönes, gemütliches griechisches Restaurant gesucht, in dem man schön zu Abend essen, und mal ein bisschen auf andere Art und Weise als zu Hause entspannen konnte. Es war zwar zunächst einmal wieder ungewohnt, wir hatten aber trotz allem ein sehr gutes Gefühl bei der Sache. Als wir dann nach dem Essen wieder zu Hause ankamen, war die Beere tief am schlafen, die beiden schienen sich gut amüsiert zu haben, Schwester Jana hatte die Beere gut müde gespielt. Die Kleine war zwar etwas verschleimt (hatten wir am Tag zuvor in einer Tiefschlafphase um die gleiche Zeit herum wegen der flacheren Atmung im Schlaf auch schon erlebt), aber nach einmal Kanüle absaugen war dann alles wieder bester Ordnung.

Unsere Spezial-Babysitterin wird nun in Zukunft regelmäßig zu uns kommen und sich um die Beere kümmern, nach ein paar Terminen werden wir vermutlich sogar mal wieder den Luxus eines Kinobesuchs realisiert bekommen.

Also nochmals auf diesem Wege (wir wissen dass Schwester Jana regelmäßig in den Blog guckt): Willkommen bei der Mausbeere! Liebe Grüße auch an ihre Eltern, die mittlerweile ebenso fleißige Leser geworden sind :-)

Kommentare:

  1. Wir freuen uns, das unsere Tochter sie ein wenig entlasten kann. Wir schauen gern regelmäßig auf Ihren Blog. Eine ganz tolle Seite :-)
    LG Anja+Ralf Stammeier

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    1. Na, das ist ja ganz prima. Ich freue mich, dass Ihr nun auch ab und zu mal ein bisschen Zweisamkeit geniessen könnt und auch, dass Ihr so eine liebe Pflegerin gefunden habt! Ganz liebe Grüsse und einen dicken Kuss für meinen Sonnenschein. OPA

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  2. Ich könnte mir vorstellen das die Mausbeere diese freie Zeit auch genossen hat, frei nach dem Motto "endlich sturmfreie Bude" :)
    Aber so habt ihr beiden in Ruhe auch mal wieder die "Zweisamkeit" nutzen können, da die Beere ja in guten Händen war.
    Liebe Grüße Petra

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