Mittwoch, 11. Februar 2015

Geisterspucke

Gestern hat die Mausbeere zum ersten Mal eine integrative Spielgruppe in einem Bielefelder Kindergarten besucht, damit sie mal regelmäßigeren Kontakt zu anderen Kindern bekommt. Diese wurde uns bei unserem SPZ-Besuch im August vergangenen Jahres empfohlen, war aber im Herbst dann leider nicht zustande gekommen. Als wir dann erfahren hatten, das es in den nächsten Wochen nun doch klappen würde, haben wir uns natürlich gefreut. Den ersten Termin konnten wir dann allerdings aus Quarantäne-Gründen nicht wahrnehmen - aber wie wir gestern erfuhren, waren wir nicht die einzigen, die gleich den ersten Termin "geschwänzt" hatten.
Also war gestern erstmal eine kleine Vorstellungs-Runde angesagt, in der wir die anderen Kinder (interessanterweise alle knapp zweijährige Mädchen) und die begleitenden Eltern kennengelernt haben. Außer der Mausbeere ist leider nur ein anderes "besonderes" Kind in der Gruppe, aber natürlich ist auch der Kontakt zu Kindern mit "Normalsyndrom" sehr wichtig für das Beerchen. Besonders viel Beachtung geschenkt haben sich die Kinder übrigens alle nicht, aber laut der betreuenden Erzieherin ist das in dem Alter der wohl noch ganz normal. Wie viel die Mausbeere davon hat kann ich gar nicht mal sagen, aber sie erhält auf jeden Fall viele neue Eindrücke, was in irgendeiner Form bestimmt wertvoll für sie ist.
Viel interessanter war für die Kinder das Spiel-Angebot. An jedem der zwölf angesetzten Termine wird den Kindern neben dem üblichen vorhandenen Spielzeug noch etwas Besonderes Angeboten und so standen gestern auf einem Tisch allerlei "Substanzen" wie Creme oder Rasierschaum zur Verfügung, mit denen nach Herzenslust herumgematscht werden konnte - bekanntlich gehört das ja nicht gerade zu den Lieblingsbeschäftigungen der Mausbeere (wobei man sie ja durchaus austricksen kann). Besonders interessant fand ich persönlich die sogenannte "Geisterspucke", ein Gemisch aus Speisestärke und Wasser, das sich wirklich extrem seltsam anfühlt - ich kann das Gefühl gar nicht genau beschreiben, das muss man selber erleben. Die Mausbeere hat uns jedenfalls damit überrascht, dass sie das Zeug tatsächlich freiwillig angefasst und etwas damit herumgeschmiert hat - auch wenn sie dann wieder mit einer gewissen Grund-Skepsis die Fingerchen ganz steif gemacht und vorsichtig beäugt hat:
Matschen ja, aber nur mit schicker Frisur!
Lieber die Finger in Etepetete-Haltung lassen, damit nichts passiert!
Erstmal genau begutachten, sooooo schlimm war es ja gar nicht...
Was danach kam, war schon wesentlich mehr nach dem Geschmack der Mausbeere, denn mit den nicht-matschigen Spielsachen hatte sie viel weniger Berührungsängste:
Tolles Teil aus einfachen Mitteln hergestellt.
Vieeeel besser als Geisterspucke...
...jetzt wird Mausbeeren-Spucke verteilt!!!
Die Rückfahrt nach Hause gestaltete Sich dann leider als kleine Odyssee, denn auf der Autobahn herrschte ein richtig dicker Stau und auch die gewählte Alternativroute war gnadenlos verstopft. Statt der im Routenplaner angegebenen 23 Minuten Fahrtzeit, waren wir geschlagene anderthalb Stunden unterwegs. Und so sind wir gerade noch rechtzeitig zum ebenfalls gestern wieder gestarteten Japanisch-Kurs erschienen - mit dem Resultat, dass das Beerchen im Unterricht eingepennt ist und friedlich vor sich hin geschnarcht hat. Am Benehmen müssen wir also dringend noch arbeiten ;-)

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