Sonntag, 15. November 2015

Spielewelt in Bielefeld

Wir spielen ja bekanntlich sehr gerne (siehe z.B. hier oder auch hier)! Mekka der Brettspiele-Welt ist eigentlich in jedem Jahr die Messe "Spiel" in Essen, bei der viele Verlage, von Ein-Mann-Unternehmen bis zu den großen Spieleverlagen an vier Tagen ihre Neuerscheinungen und Klassiker präsentieren und meist auch zum Verkauf anbieten. Wir sind dort auch schon mehrmals gewesen, aber seit die Mausbeere unser Leben gehörig durcheinander"gewürfelt" hat, waren wir aus nachvollziehbaren Gründen nicht mehr dort. Mehrtägige Fahrten arten leicht in Mini-Weltreisen aus, und für einen einzigen Tag stehen Aufwand und Nutzen auch in keinem guten Verhältnis zueinander.

Die Alternative in diesem Jahr, war für uns erstmalig die "Spielewelt in Bielefeld", die ein ortsansässiger gemeinnütziger Verein einmal pro Jahr veranstaltet. Die Lokalität ist die Ravensberger Spinnerei, die auf dem Gelände liegt, wo in diesem Jahr auch schon Zirkus Roncalli gastierte. In dem Gebäude ist standardmäßig die Volkshochschule von Bielefeld untergebracht, wir fanden den Ort für unsere speziellen Bedürfnisse in Teilen ziemlich ungeeignet, zu unseren Kritikpunkten komme ich am Ende.

Der Tag begann spät, zu einer sehr Mausbeeren-Mama-freundlichen Zeit, als wir alle gut gelaunt nach Bielefeld fuhren:
Ich will zur…
…Spielewelt in Bielefeld!!!
Das ist ja mal ein hübscher Wiedereintritts-Stempel!
Die Veranstaltung war zwar sehr gut besucht, aber zum Glück für uns nicht so voll dass man mit dem Ferrari nicht doch noch überall einigermaßen gut hingekommen wäre. Außerdem hatten wir das Glück (in Essen ist das zum Teil schon echt anders gelaufen), dass wir eigentlich immer einen freien Tisch mit einem Spiel gefunden haben, und uns selbiges auch von kompetenter Seite aus erklärt wurde. Ich möchte gerne an dieser Stelle ein bisschen OT (Off-Topic = Thema-fern) werden, und die angespielten Spiele einmal vorstellen. Vielleicht spielt ja der ein oder andere Mausbeeren-Blog-Leser auch sehr gern, und ist dankbar für ein paar Empfehlungen:

Mexica (Wolfgang Kramer und Michael Kiesling)

Hier muss man versuchen in einer, in einem See gelegenen, mexikanischen Stadt durch das kluge Anlegen von Kanälen Stadtbezirke zu schaffen, und diese dann durch die Errichtung von Tempeln dauerhaft zu kontrollieren.
Nee, Mama. Nutz Du mal lieber Dein Tempelchen um…
…den Papa mal sowas von vernichtend bei "Mexica" zu schlagen!
Während man bei vielen Spielen als Vielspieler zu Beginn ein doch recht klares Bild hat, wo der Hase langläuft, "macht" man hier erstmal ziellos einfach irgendetwas. Vermutlich werden sich taktischere Duelle erst nach ein paar Partien ergeben. Gefallen hat uns Mexica aber gut.

Antarctica (Charles Chavallier)

In einer weiter entfernten Zukunft entbrennt in der Antarktis ein Wettlauf um Resourcen und Forschungsergebnisse zum Wohle der Menschheit, und jede Nation versucht am meisten dazu beizutragen. Die schwach leuchtende Sonne hat nur genug Kraft um pro Runde ein Solarschiff anzutreiben und dem Besitzer Aktionen wie das Errichten von Gebäuden oder das Anwerben neuer Forscher zu ermöglichen.
Antarctica, unserer Fang des Tages
An Antarctica hat uns vor allem die überraschende Spielmechanik gefallen, man zieht nicht abwechselnd, sondern hat durch die Platzierung der eigenen Schiffe in den Vorrunden Einfluss darauf, wann wieder ein eigenes Schiff der Sonne am nächsten steht und sich bewegen kann. Das Spiel ist definitiv unser Favorit gewesen, und ein Exemplar haben wir uns auch direkt am Stand des Verlages gekauft.

Celestia (Aaron Weissblum)

In diesem Spiel macht die Spielergemeinschaft eine Reise in einem Luftschiff, das der nach jedem Zug wechselnde Kapitän sicher durch alle Gefahren lotsen muss. Je nach zurückgelegter Strecke winken denen Schätze, die lange an Bord geblieben sind.
Das Spiel mit den sicherlich am schönsten illustierten Karten und einem plastischen Luftschiff war, obwohl auf der Packung so angegeben, für zwei Spieler ziemlich sinnfrei zu spielen.
Celestia
Sooo sehen Sieger aus!!!
Hallo Ihr kleinen Pöppel!

Skyliners (Gabriele Bubola)

Das Prinzip ist per Zufall vielleicht jemandem aus Rätselzeitschriften bekannt: Hochhäuser die in einem quadratischen Raster stehen, verdecken in Blickrichtung andere Hochhäuser, die kleiner oder nur ebenso hoch sind wie das vordere Hochhaus. Zum Beispiel sieht der Spieler, der im unteren Bild die untere Reihe von links aus betrachtet, nur zwei Gebäude (die mit den blauen Dächern). Ein Spieler der von rechts schauen würde, sähe dagegen drei Gebäude (der grüne Park ist wie ein Gebäude zu betrachten). In diesem Spiel hat man mit dem Einsetzen von Stockwerken dafür zu sorgen, dass man von seiner Seite aus gesehen möglichst viele Gebäude sieht.
Skyliners…
…mit den definitiv witzigsten Punktezählern des Tages.
Wie bei Mexica gilt, die erste Partie ist noch recht planlos, interessantere Paarungen ergeben sich wohl erst mit ein bisschen Erfahrung. Allerdings stellt sich für uns die Frage, ob das Spiel zu zweit überhaupt Sinn macht, am besten dürfte es wohl funktionieren wenn von allen vier Seiten Spieler möglichst gute Sicht auf viele Gebäude zu erlangen versuchen.

Carcassone - Über Stock und Stein (Klaus-Jürgen Wrede)

Ein Spiel aus der Carcassonne-Familie, das von jedem der schon einmal ein Spiel daraus gespielt hat, sofort nach Erklärung der Unterschiede gespielt werden kann.
Carcassonne - Über Stock und Stein
Leider konnten wir das Spiel nicht mehr zu Ende spielen, weil auf der kleinen Empore mit dem Tisch darauf die abendliche Verlosung stattfinden sollte. Dafür hatten wir uns aber auch vorher recht lange mit der netten Dame vom Spieleverein, die das Spiel erklärt hat und selbst lange Jahre in Bethel gearbeitet hat, angeregt über die Beere unterhalten.

Sushi Dice (Henri Kermarrec), Dobble (Denis Blanchot) & Game Over (Jérémy Peytevin)

Zum Abschluss des Tages hatten wir noch Zeit für ein paar kleine, schnelle Spiele, die bei eigenen Spieleabenden auch gerne am Ende als "Rausschmeißer" gespielt werden.
Noch'n Sushi-Seminar? Nee, Sushi Dice.
Dobble
Game Over
Sushi Dice ist ein schnelles Würfelspiel mit Ärgerfaktor, bei dem es darum geht geforderte Sushi-Platten zu erwürfeln. Dabei muss man aber immer auch die Würfe des Gegners im Auge behalten, denn wenn dieser einen giftigen Kugelfisch würfelt kann man "Pfui" rufen, und der Gegner muss von vorne beginnen.
Bei Dobble sind eine Vielzahl von Varianten möglich, die aber letztlich alle darauf basieren, dass auf je zwei Spielkarten, die alle eine Vielzahl von Symbolen tragen, immer genau ein Symbol existiert, dass auf beiden Spielkarten zu sehen ist. Dieses Symbol ist so schnell wie möglich zu finden. Wer mag, möge dies am mittleren Foto oben selbst einmal versuchen. Die Konstruktion der Karten, damit genau dies immer möglich ist, ist selbst für mich auf den ersten Blick erstaunlich.
Bei Game Over (passenderweise tatsächlich der Tagesabschluss) geht es nach einem Ich-packe-meinen-Koffer-Prinzip durch einen zugedecktes Karten-Verlies, auf der Suche nach Prinzessin und Schlüssel.
Gerade die beiden erstgenannten Spiele bei denen es auf Geschwindigkeit ankommt, haben uns sehr, sehr gut gefallen. Eventuell werden beide früher oder später in die eigene Spielesammlung übergehen.

Der Tag hat uns wirklich gut gefallen, und wir fanden es schade, dass wir den Sonntag wegen anderer Termine nicht auch noch wahrnehmen konnten. Außerdem müssen wir die Mausi an dieser Stelle (hoffentlich hat jemand bis hierhin gelesen) noch einmal ausdrücklich loben. So zufrieden, wie die Dame nunmal immer ist, ist es eine Freude mit ihr eine solche Unternehmung zu machen. Kein Gequengel, nur sehr interessiertes Herauslugen aus dem Ferrari um die Umgebung zu betrachten. Und während der ausführlichen und Konzentration erfordernden Partie Antarctica, hat sie sich exakt von Anfang bis Ende ein Nickerchen gegönnt. Brav!

(Anmerkung: Der folgende Abschnitt ist bis auf den letzten Satz noch in der Form, in der ich ihn zunächst verfasst habe, da er im Wesentlichen nur unsere spontan gemachten Beobachtungen und Gedanken dokumentiert. Wir haben allerdings einen offiziellen Kommentar des Veranstalters bekommen, der sicherlich einige Punkte relativiert. Für ein ausgewogenes Bild sei bitte jedem Interessierten empfohlen die Kommentare ab Kommentar #6 zu lesen.)

Jetzt noch zu unseren Kritikpunkten an der Örtlichkeit. Das folgende Bild, das sich zunächst jeder einmal in groß ansehen sollte, bringt es im Wesentlichen auf den Punkt. Wer findet hier die "Fehler"?
Der große Saal im Erdgeschoss – nur absolut nicht barrierefrei
Im Bild sind sehr schön zwei Dinge zu sehen: Erstens ist dort eine Empore, auf der auch gerade noch die Favoriten-Spiele des Ausrichters präsentiert werden, die nur über eine lange Treppe zugänglich ist. Zweitens befinden wir uns auf dem Bild, wie man erkennen kann, in einer Senke in der viele Verlage ihre aktuellen Highlights präsentierten. Die drei Stufen waren für uns noch leicht zu bewältigen, aber gerade rollstuhlfahrenden Spielefans würde auf dieser Veranstaltung das Leben doch ziemlich kompliziert gemacht. Leider zog sich dieses wirklich unzeitgemäße Muster durch die komplette untere Etage, auf dem Bild nicht mehr zu sehen ist der extrem(!) schmale Umlauf rund um die Senke, der durch die dort stehenden Tische für uns von der Breite her so gut wie nicht gangbar war. Sich an einem der Tische zum Spielen niederzulassen war dagegen komplett ausgeschlossen. Und von abgesperrten Türen zu den behindertengerechten Toiletten im Obergeschoss, habe ich noch gar nicht angefangen…
Auch wenn ein sicher nicht auf Rosen gebetteter gemeinnütziger Verein mit viel Engagement eine solche Veranstaltung stemmt: Da ließe sich noch etwas besser machen!

Samstag, 14. November 2015

Zirkusprinzessin 3.0

Die Mausbeere arbeitet ja bekanntlich in schöner Regelmäßigkeit an ihrer zukünftigen Artisten-Karriere (siehe die Beiträge Zirkusprinzessin und Zirkusprinzessin 2.0). Nun hat sie wieder eine neue "Nummer" einstudiert, bei der es sich wieder um einen Balance-Akt mit dem Mund handelt - womöglich liegt hier mal der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit ;-) Das Objekt, das sie diesmal äußerst geschickt ausbalanciert hat, ist ihre heiß geliebte Balli-Hantel, die sie von ganz lieben Fans zusammen mit den entzückenden Mausbeeren-Schühchen zum Geburtstag bekommen hatte (wir sind übrigens immer noch hin und weg von dieser Überraschung!). Besonders faszinierend finde ich persönlich ja immer ihre Vorbereitungsphase, in der das gewünschte Objekt sorgsam in der Schnute positioniert wird. Die Beere weiß mittlerweile immer ganz genau, wann es richtig sitzt und sie die Hände wegnehmen kann. Also Vorhang auf:
 
Ansonsten hat das Beerchen zwischenzeitlich immer mal wieder Sendepause. Sie hat mal wieder Probleme mit einem Infekt in den oberen Atemwegen, so dass die Atmung mit dem Sprechventil zwar noch möglich, aber doch etwas angestrengt ist und sich das Beerchen sehr heiser anhört. Von daher haben wir ihr mal wieder in paar Tage "die Stimme geklaut", damit diese etwas geschont wird. Ansonsten geht es der Beere allerdings hervorragend und sie strotzt nur so vor Energie!

Mittwoch, 11. November 2015

Ohne Flachs...

... das Beerchen bekommt Lachs - aber nun Schluss mit den schlechten Wortspielen ;-)
Ernährungsexperten empfehlen ja bekanntlich den regelmäßigen Genuss von Seefisch, da dieser ja jede Menge gesunder Sachen, wie zum Beispiel Omega3-Fettsäuren und Jod, enthält. Natürlich soll auch die Mausbeere davon profitieren und so haben diverse Meeresbewohner Einzug in die Hexenküche gehalten.
Als ich das erste Mal Fisch für die Dame zubereitet habe (in diesem Fall Scholle), habe ich die gedünsteten Filets gleich zusammen mit dem Gemüsebrei zusammen püriert und eingefroren. Leider ist die Kapazität unseres Gefrierfaches aber äußerste begrenzt, so dass dieser Vorrat an Gemüse-Fisch-Brei schon einen enormen Platz eingenommen hat. Da Fisch nur ca. zweimal die Woche auf den Speiseplan steht, habe ich nach einer Möglichkeit gesucht, den Fisch separat zuzubereiten und dann im Wechsel mit Fleischzubereitung aus dem Gläschen unter den reinen Gemüsebrei zu mischen (es gibt zwar auch fertige Fischzubereitung für Babys, aber die enthält wirklich nur eine verschwindend geringe Menge an Fisch, so dass man es auch gleich lassen kann). Die Lösung ist eigentlich ganz einfach und steht praktisch in jeder Anleitung für die Einführung von Beikost bei Babys (wo man ja auch mit kleinen Portiönchen startet).
Aber hübsch der Reihe nach. Für den ersten Versuch "Fisch pur" für die Mausbeere zuzubereiten, hatte ich Bio-Lachs-Filets ausgesucht, die ich in Backpapier zusammen mit dem Butternusskürbis im Ofen gegart hatte. Wenn man gerade nichts im Ofen zu backen hat, kann man den Fisch natürlich auch im Topf mit ein wenig Wasser dünsten.
Leckeres Lachsfilet...
...schick verpackt...
...ab in den Ofen...
...und fertig!
Die fertig durchgegarten Filets habe ich dann püriert (eventuell noch ein wenig Flüssigkeit hinzufügen, wenn der Fisch zu trocken ist) und in einen Eiswürfelbehälter portionsweise abgefüllt. Aus den eingefrorenen Würfeln, kann man dann je nach bedarf die gewünschte Menge an Fisch auswählen und auftauen - einfach, aber effektiv!
Hex, hex, entsteht Fischbrei pur.
Handliche, kleine Fischportionen.
Bei den Fisch-Experimenten hat mich unser Fräulein Tochter übrigens mal wieder grenzenlos überrascht. Normalerweise werden essbare Dinge (mal abgesehen von Keksen) ja nur mit spitzen Finger oder gleich gar nicht angefasst. Überhaupt hat sie ja eine akute Abneigung gegen jede Form von Ekelkram, also alles, was sich irgendwie schmierig, matschig oder feucht anfühlt. Beim Abfüllen des Fischbreis fuhr plötzlich die Beerenhand in Richtung des Eiswürfelbehälters aus (Gefäße jeglicher Art sind ja gegenüber Ekelkram bekanntlich höchst interessant) und ich dachte, dass spätestens beim Erstkontakt "Beere-Fisch" das Pfötchen umgehend wieder zurückgezogen und angewidert betrachtet würde. Aber nichts dergleichen! Die junge Dame hatte offensichtlich ihre Freude daran, in der Fischpampe herumzumatschen! Naja, unser Beerchen ist halt immer für eine Überraschung gut!
Was ist das denn?
Das muss ich doch erstmal genauer untersuchen!

Montag, 9. November 2015

Besuch bei Uroma

Gestern haben wir (zusammen mit Opa Rainer und Oma Christel) mal wieder der Uroma der Mausbeere einen Besuch abgestattet, bei dem selbstverständlich auch wieder eine Neuauflage des Gronauschen Vier-Generationen-Fotos entstanden ist.
Vier Gronau-Generationen schön aufgereiht.
Eine ganz drollige Variante des Themas ist auch auf folgendem Bild zu sehen, auf dem alle - inklusive Mausbeere - ganz gebannt auf Papas Handy gucken:
Was gibt es da denn Spannendes zu sehen?
Da die alte Dame innerhalb ihrer Seniorenresidenz mittlerweile umgezogen ist, haben wir diesmal im Eingangsbereich des entsprechenden Gebäudes gesessen, in dem es neben einer Sitzecke noch eine höchst interessante Apparatur zu bewundern gab: eine kleine, komplette, mobile Snoezelen-Anlage! Da stand allen Ernstes ein Rollwagen mit einer Wassersäule, Diskokugel, Scheinwerfer mit Farbwechsler und so weiter, halt mit allem, was man so zum Snoezelen braucht (lediglich auf das obligatorische Wasserbett wurde aus unerfindlichen Gründen verzichtet). Vermutlich hat man dadurch die Möglichkeit, auch bettlägerigen Bewohnern etwas Entspannung zu bieten.
Eine mobile Snoezelen-Anlage - was es nicht alles gibt!
So ein Familientreffen - inklusive Snoezelen-Session - kann mitunter etwas anstrengend sein, aber nur wenige haben das Privileg, diesem Sachverhalt direkt Tribut zu zollen. Die Mausbeere gehört jedenfalls zu diesem erlauchten Personenkreis und hat erstmal ein kleines Nickerchen gehalten:
Nur kurz erholen, dann bin ich wieder voll da!
Wenn ich so dieses Bild betrachte, fällt mir doch just wieder ein, wie die Mausbeere von ihrer Uroma begrüßt worden ist. Die alte Dame sieht leider so gut wie gar nichts mehr (ist aber ansonsten für ein Alter von fast 95 Jahren in exzellenter Verfassung) und so hat sie das Beerchen zur Begrüßung erstmal abgetastet. Da sie erst irgendwie den unteren Teil des Kindes erwischt hatte, war einer der ersten Kommentare: "Oh, Speckbeinchen!" - Sehr schön :-)
Als wir dann langsam wieder nach Hause aufgebrochen sind, haben wir noch kurz vor dem Gebäude gewartet. Dort betrachtete eine andere ältere Dame ganz fasziniert die Mausbeere und sagte immer wieder: "Ach, was für ein niedliches Kind!" Natürlich sind wir dann erstmal für ein wenig Beeren-Flirten näher ran gefahren, bevor wir dann endgültig gen Heimat gefahren sind.

Samstag, 7. November 2015

Unendliche Geschichte

Nun ist schon wieder ein halbes Jahr ins Land gegangen, seit man der Mausbeere die Platzhalterröhrchen aus der Nase entfernt hat. Gestern hatten wir nun einen Kontrolltermin in der HNO-Ambulanz der MHH in Hannover, wo geschaut werden sollte, ob die Choanen immer noch offen sind und die Choanalatresie somit als endgültig behoben angesehen werden könnte. Mit einer Fiberoptik (also einem flexiblen Endoskop mit Kamerea) wurde also in beide Nasenlöcher geschaut, was die junge Dame so RICHTIG blöd fand und natürlich mit vehementer Gegenwehr und Gebrüll, wie wir es beim armen Beerchen noch nicht erlebt hatten, sowie einem anschließenden Fluchtschlaf noch im Behandlungszimmer honoriert hat. Die linke Choane sah auch soweit gut aus, allerdings hat sich leider die rechte Choane anscheinend wieder verschlossen. Das kommt bei dieser Fehlbildung wohl recht häufig vor und bedeutet, dass das Nasenloch auf dieser Seite hinten nicht mehr durchgängig ist.
Diese Tatsache ist nun leider nicht so schön und hat auch weitreichende Konsequenzen für die Mausbeere. Als erstes steht nun wieder eine kleine OP an der Nase an, bei der die Choane wieder geöffnet wird und es werden wieder neue Platzhalter eingesetzt. Diese haben in der Vergangenheit das Beeren-Näschen immer recht empfindlich gemacht, da es sich um ein Plastikröhrchen handelt, das immer irgendwo in der empfindlichen Nase drückt. Infolge dessen muss man mit dem Beeren-Rüsselchen wieder sehr vorsichtig sein.
Aber auch außerhalb des HNO-Bereiches hat der Befund von gestern Auswirkungen. Zum Beispiel rückt der Verschluss der Gaumenspalte nun wieder in sehr weite ferne. Diese ist ja nach dem Tracheostoma eine Art sicherer Atemweg auch wenn die Choanen nicht richtig durchgängig sind und so wäre ein Spaltverschluss zu diesem Zeitpunkt einfach zu riskant. Also heißt es jetzt erstmal wieder eine Zeit das Platzhalterröhrchen in der Nase ihre Wirkung tun zu lassen und wenn dieses irgendwann mal wieder entfernt wird muss ja wieder eine Zeit ohne abgewartet werden, um zu sehen, ob die Choane stabil bleibt. Erst dann würde man Grünes Licht für die Spalt-OP geben.
Als ganz ferne Fernwirkung wird sich auch ein eventueller Verschluss des Tracheostomas auf unbestimmte Zeit verschieben, denn daran wäre frühestens nach dem Verschluss der Gaumenspalte zu denken - alles ganz schön verzwickt!
Ein positives Ergebnis haben wir aber dennoch aus der HNO-Ambulanz mitnehmen dürfen. Das Paukenröhchen, das unserer Hörgeräteakustikerin letztens etwas dubios vorkam, sitzt wohl doch an Ort und Stelle und das rechte Beeren-Öhrchen war auch wunderbar trocken und entzündungsfrei.
Die Beerenlaune war übrigens - mal abgesehen von der Quälerei bei der Untersuchung - den ganzen Tag über überschäumend gut! Die ganze Autofahrt über (die sich aufgrund diverser Baustellen und Staus wieder extrem lange hingezogen hat) war von der Rückbank eine dauerhafte Geräuschkulisse aus fröhlichem Geschmatze und Lachen zu hören - nachtragend ist die Mausbeere offensichtlich nicht. Und auch gegen das herbstlich feuchte Wetter ist unser Sonnenschein bestens gewappnet ;-)
Es gibt kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung!

Mittwoch, 4. November 2015

Gut abgestanden

Die Mausbeere macht zur Zeit super Fortschritte im motorischen Bereich! Das Stehen klappt immer besser und - sofern sie Lust dazu hat - übernimmt die junge Dame sehr stabil ihr komplettes Körpergewicht auf ihre stämmigen Stampferchen. Dabei muss sie natürlich sicher abgestützt werden, aber manchmal ist es eher ein Anlehnen als ein wirkliches festgehalten werden - den Rest macht das Beerchen alleine!
Sogar bei der Physiotherapie ist die Mausi zur Zeit sehr motiviert und macht die Steh-Übungen immer öfter bereitwillig mit:
Hihi, nicht da festhalten, das KITZELT!
Ist ja auch gar nicht nötig - ICH kann so stehen!
Aber irgendwann ist auch die Geduld der Mausbeere zu Ende und sie sucht sich andere interessante Dinge, wie zum Beispiel die Armbanduhr von Frau Geick. Eigentlich will sie ja nur spielen, aber es sieht doch fast so aus, als wenn sie guckt, wann die Stunde denn endlich um ist ;-)
Och, noch so lange - die Zeit geht ja gar nicht rum.

Montag, 2. November 2015

Etwas gute Laune für den Montag

Ach je, schon wieder Montag! Wohl dem, der sich noch etwas gute Laune vom Wochenende aufgehoben hat und nun davon zehren kann. Allen, die nicht über diesen Luxus verfügen, hilft die Mausbeere an dieser Stelle gerne, denn gute Laune hat sie wirklich mehr als reichlich :-) Besonders am Wochenende, wo sie ja besonders viel Zeit mit ihrem über alles geliebten PAPA!!! verbringen darf, nehmen die Lachanfälle oft gar kein Ende.
Also, liebe Montagsmuffel, einfach zurücklehnen, genießen und mitlachen :-)