Dienstag, 9. September 2014

Den Dreh raus haben

Die überraschendste Nachricht kommt gleich vorneweg: wir sind wieder zu Hause!!! Aber hübsch der Reihe nach.
Heute Morgen wurden wir bereits um halb zehn in die HNO-Ambulanz beordert. Nach den langen Wartezeiten in den letzten Tagen war dies schonmal eine äußerst erfrischende Abwechslung. Dort hat zunächst eine Ärztin per Fiberoptik in durch die Trachealkanüle gelinst und nichts Auffälliges gesehen. Das ist ja schonmal positiv, denn es gibt nichts, was die Atmung durch die Kanüle direkt behindern würde. Dann kam der zuständige Oberarzt dazu und hat sich noch einmal daran versucht, die 4mm-Kanüle ins Stoma zu stecken. Anders als sonst hatte ich die Beere dabei auf dem Schoß in aufrechter Position (normalerweise liegt sie beim Kanülenwechsel auf dem Rücken und bekommt durch eine Handtuchrolle, ein Kuscheltier oder so den Hals noch etwas überstreckt). Natürlich hatten wir die kleinere Kanüle griffbereit, da wir - wie in den letzten Tagen schon öfter - mit ihrer Notwendigkeit gerechnet hatten. Aber der Mann hatte anscheinend den Dreh raus, denn in Nullkommanix saß die 4er-Kanüle mittels einer kleinen Drehbewegung an ihrem Platz - wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus! Der Arzt hatte keinerlei Schwierigkeiten bei der Prozedur und auch keinen Hinweis auf ein Granulom entdeckt, folglich sah er auch keinerlei Anlass zu weiteren Maßnahmen, geschweige denn einem weiteren Eingriff in Narkose.
Mit diesen Neuigkeiten sind wir dann zurück in unserer Zimmer auf der pulmologischen Station marschiert, wo wir zum Glück mitten in die Visite geplatzt sind und so gleich einige Fachleute auf einem Haufen hatten. Diese waren ähnlich erstaunt und verwirrt wie wir, zumal ja am Wochenende eindeutig keine 4mm-Kanüle ins Stoma ging. Ein möglicher Grund, warum es heute geklappt hat, mag die andere Mausbeeren-Position sein. Durch die sonst übliche Überstreckung kann die Luftröhre eventuell verengt sein und sich ein möglicherweise vorhandenes Granulom erst "auffalten". Vielleicht war auch eine Schwellung vorhanden, die sich jetzt wieder zurückgebildet hatte. Jedenfalls stellte sich jetzt die Frage, was nun weiter passieren sollte - einfach so nach Hause zu fahren, hätte uns doch zu viele Bauchschmerzen bereitet, da bei uns ja der Kanülenwechsel nicht geklappt hatte. Also sollten wir vorsichtshalber selbst noch einmal unter ärztlicher Aufsicht versuchen die 4er-Kanüle einzusetzen - allerdings erst nach einem ausgiebigen Mittagschläfchen der Mausi:
Wohlverdientes Mittags-Fluchtschläfchen.
Am Nachmittag haben wir also unser Glück versucht und die Beere dazu wieder im aufrechten Sitz auf Papas Schoß positioniert. Ich habe dann versucht, die Drehbewegung genauso zu machen wie der HNO-Arzt am Vormittag und auch bei mir flutschte die Kanüle relativ problemlos ins Stoma. Also gab es keinen Grund, uns länger in der Klinik zu behalten. Ein großer Vorteil ist ja, dass die Mausbeere das Tracheostoma ja im Prinzip nur als zusätzlichen Luxus-Atemweg hat und auch ohne Kanüle problemlos weiteratmen kann. Daher hatten die Pulmologen nicht allzu große Bauchschmerzen, uns zu entlassen. Wenn wir uns beim Kanülenwechsel nächste Woche unsicher sein sollten, können wir natürlich jederzeit wiederkommen, was aber aufgrund der großen Entfernung gut zu überlegen ist. Auf jeden Fall sind wir aber schon in zwei Wochen wieder auf dieser Station, da wir eine zweite Schlaflabor-Untersuchung haben werden. Im Rahmen dessen wollen wir auf jeden Fall noch einmal einen Kanülenwechsel dort durchführen.
So richtig wissen wir auch noch nicht, was wir von den Ereignissen dieses Tages halten sollen. Auf jeden Fall sind wir aber erstmal froh, dass der Beere eine erneute Narkose erspart geblieben ist, wobei wir doch  mit etwas Bammel auf den nächsten Kanülenwechsel blicken. Jedenfalls haben wir unsere Klamotten samt Mausbeere wieder ins Auto gepackt und haben die Heimreise angetreten - ist ja auch nicht da Schlechteste!
Papa, was machen wir hier? Wir fahren nach Hause, mein Kind!

Kommentare:

  1. Hallo ihr Lieben, puh, das sind ja Neuigkeiten. Es geschehen noch "Zeichen und Wunder" , wie man so schön sagt! Es freut mich ja zu hören, dass z.Zt. keine weiteren Massnahmen ergriffen werden mussten und die Kanüle wieder ins Stoma passte!! Was für eine Aufregung. Ich drücke die Daumen, dass ihr dies bei der Beere auch hinbekommt!
    Liebe Grüße aus Berlin Jeannette

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  2. Ich glaube, eure kleine Mausbeere ist wirklich immer für eine Überraschung gut. :)
    Schön, das es dieses Mal so eine tolle Überraschung war!

    Ich drücke euch gaaanz fest die Daumen, dass der nächste Wechsel problemlos verläuft! Und vielleicht braucht eure süße Mausbeere ja auch bald diesen Tracheostoma-Luxus nicht mehr. :) Würde mich sehr, sehr für euch freuen!

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  3. Hallo,
    ich bitte vielmals um Entschuldigung, dass sich die Veröffentlichung Eurer Kommentare etwas verzögert hat! Aus irgendeinem Grund war ich nicht über den Eingang der neuen Kommentare benachrichtigt worden, wie es sonst immer der Fall ist - aber besser spät als nie :-)
    Wir waren ja auch total froh, dass erstmal kein weiterer Eingriff nötig war und wir so wieder nach Hause konnten! Für den nächsten Kanülenwechsel habe ich mal bei unserer HNO-Praxis vor Ort nachgefragt. Dort können wir gerne nochmal "üben", was uns etwas zusätzliche Sicherheit gibt!
    Liebe Grüße,
    Mama Stefanie, Papa Oliver und "Mausbeere" Annika

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