Mittwoch, 11. März 2015

Rundreise durch die MHH

Gestern stand für uns mal wieder die große Spaltsprechstunde in der MHH in Hannover an, zu der Kinder, die dort wegen einer Gaumenspalte in Behandlungs sind, einmal im Jahr eingeladen werden. In der Regel bedeutet das immer eine Rundreise durch die verschiedenen Abteilungen, da mit einer Gaumenspalte ja auch weiterreichende Probleme wie zum Beispiel den Zähnen oder den Ohren auftreten können.
Da ein solcher Untersuchungsmarathon natürlich immer mit Wartezeiten verbunden ist, hat sich die Mausbeere ein kleines Fitness-Programm überlegt, denn anstatt sich zu langweilen, kann man die wertvolle Zeit natürlich auch nutzen. Der neueste Trend ist es, den Oberkörper seitlich aus der Karre hängen zu lassen, etwas die Umgebung aus dem neuen Blickwinkel zu betrachten und sich anschließend wieder aufzurichten - ein besseres Rumpfmuskeltraining kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen!
Hallo Oma, da bin ich!!!
Und wieder zurückhangeln.
Erste Anlaufstelle des Tages war wie immer die Kieferchirurgie, wo das Gespräch wieder in der üblichen Art und Weise abgelaufen ist. Der Arzt schaute der Beere in den Mund und wunderte sich, dass bei einem dreijährigen Kind die Gaumenspalte noch nicht verschlossen wurde. Nachdem ich - nicht zum ersten Mal - die ganze Geschichte mit der Choanalatresie wieder heruntergebetet habe, kam der Mann zu dem Schluss, dass ein Spaltverschluss erst nach endgültiger Entfernung der Platzhalterrröhrchen im Beeren-Näschen möglich ist. Ein Blick in die eigens dafür bereitgelegten Patientenakten wäre zur Vorbereitung auf die kleinen Patienten nicht verkehrt - wie ich finde (vielleicht sollte man diese mal mit dem Vermerk "Streng vertraulich" kennzeichnen, um sie attraktiver zu machen). Ansonsten war der Arzt aber sehr nett und es konnten auch einige Fragen meinerseits geklärt werden.
Anschließend ging es in die Kieferorthopädie, wo wir diesmal nicht von unserer Stamm-Kieferorthopädin betreut wurden, da diese sich gerade in der Babypause befindet (falls sie dies zufällig lesen sollte: Herzlichen Glückwunsch und ganz liebe Grüße!!!). Die stattdessen anwesende Ärztin war aber auch sehr nett und hat versucht, die Mausbeere allein durch gutes Zureden dazu zu bringen, zur Begutachtung der Zähnchen den Mund aufzumachen. Ein wirklich sehr interessanter Anblick, denn das Beerchen hat sich davon natürlich in keinster Weise beeindrucken lassen ;-) Erst mit sanfter Gewalt, gelang dann doch ein Blick ins royale Esszimmer, der die Ärztin dann doch zufrieden gestellt hat - alle Milchzähne da, "regulärer Überbiss", alles prima!
Danach haben wir die Phoniatrie aufgesucht, in der wieder die halbjährliche Hörgerätekontrolle inklusive diverser Hörtests anstand. Dort zeigte sich ganz deutlich, wie sehr sich unser Beeren-Kind in letzter Zeit weiterentwickelt hat. Die einst so ungeliebten Tests, bei denen sie dicke Stöpsel in die Ohren gesteckt bekommt, um die Beweglichkeit des Trommelfells zu testen, wurden mit schallenden Lachanfällen bedacht und die anschließenden Hörtests (erst ohne Hörgeräte und dann mit) sind überraschend positiv ausgefallen. Bereits ohne Hörgeräte hat das Beerchen sehr deutliche Reaktionen gezeigt und zwar bei einer wesentlich geringeren Lautstärke als je zuvor und auch mit Hörgeräten haben sich die Reaktionen spürbar verbessert! Ihr Gehör hat sich also im ganzen verbessert, was die Mitarbeiter der Phoniatrie und natürlich auch uns natürlich sehr erfreut und auch in gewisser Weise überrascht hat! Bei der Mausbeere geht es halt im Ganzen etwas gemütlicher zu - auch was die Reifung der Hörnerven betrifft, aber dass dieser Reifungsprozess besteht, ist auf jeden Fall nicht abzustreiten!!!
Nach der Mittagspause haben wir noch die HNO-Ambulanz angesteuert, was eigentlich nicht mehr unmittelbar mit der Spaltsprechstunde zu tun hatte und was mich zugegebenermaßen schon im Vorfeld etwas nervös gemacht hat. Wir warteten nämlich immer noch auf einen Termin für den nächsten Nasenröhrchenwechsel, der uns eigentlich nach unserem letzten Besuch dort im November per Post zugeschickt werden sollte. Im Gespräch zur OP-Vorbereitung wurde der Januar angepeilt und da der Oberarzt meinte, dass es auf einen Monat nicht ankäme, hätten wir auch noch mit einem Termin im Februar gerechnet. Da wir bislang immer noch keine Post bekommen hatten, wollte ich einfach mal nachhaken. Die Dame in der Anmeldung überraschte uns doch mit der Info, dass wir bereits im Dezember einen OP-Termin gehabt hätten, der uns auch postalisch mitgeteilt wurde. Da wir nicht erschienen sind - was wir ja in Ermangelung eines Briefes mit dem entsprechenden Termin auch schlecht tun konnten - wurde dies schlicht in der Patientenakte vermerkt und die Sache war von Seiten der MHH erledigt. Da waren wir erstmal platt!!! Ein Gespräch mit der guten Frau und auch anschließend noch mit dem Arzt, den wir aufgrund einer Druckstelle im Beeren-Näschen noch spontan aufgesucht haben, ergab, dass es wohl dermaßen oft vorkommt, dass Leute einfach nicht zu OP-Terminen erscheinen, dass sich nicht lohnt, überall nochmal telefonisch nachzufragen. Das hat mich, als - zumindest in organisatorischen Dingen - sehr ordentlichen und gewissenhaften Menschen, doch einigermaßen schockiert! Es ist doch eigentlich eine Selbstverständlichkeit, einen Termin abzusagen, den man nicht wahrnehmen kann - oder sollte es zumindest sein. Bei einem solchen Verhalten gewisser Zeitgenossen, kann man die - zudem noch chronisch überarbeiteten - Klinikmitarbeiter schon verstehen, wenn sie sich dann nicht noch die zusätzliche Mühe machen - aber für uns ist es auf jeden Fall blöd gelaufen. Einen OP-Termin haben wir jetzt jedenfalls für Mitte April bekommen - schriftlich und persönlich in die Hand gedrückt!

Kommentare:

  1. Ohje... Und wieder mal müssen Menschen "darunter leiden" das einige Artgenossen völlig bekloppt sind. *seufz*
    Aber wirklich gut, dass ihr da nochmal nachgefragt hat...

    Ach und was die Ärzte ohne Akteneinsicht angeht... Hmm... Einerseits etwas verständlich, das man nicht immer alle Akten komplett durchlesen kann... Aber auf der anderen Seite könnte man sich dann wenigstens dumme Kommentare ersparen...

    Trotz allem scheint der Termin (oder die Termine) ja recht gut verlaufen zu sein. Schön, dass die Ohren sich so toll entwickeln. Da drücke ich gaaanz fest die Daumen, dass die Mausbeere vielleicht irgendwann mal gar keine Hörgeräte mehr braucht. Zumindest würde ich ihr das natürlich von ganzem Herzen wünschen!

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    1. Ich kann die Ärzte und die übrigen Klinikmitarbeiter auch schon verstehen - ich sehe ja regelmäßig was in der Klinik so los ist und es sind ja auch nur Menschen, die versuchen mit ihrem riesigen Arbeitspensum klarzukommen. Trotzdem finde ich es besonders bei Kindern wichtig, dass nicht alleine die Eltern den Überblick behalten sollten. Es gibt ja auch viele, die das auch gar nicht alles so koordinieren können - zum Beispiel wegen sprachlicher Probleme. Da sollten in so einer Klinik die Abläufe vielleicht doch nochmal überprüft werden.

      Ja, ansonsten sind wir mit dem Tag recht zufrieden, besonders was die Beeren-Öhrchen angeht :-)

      Liebe Grüße,
      Stefanie, Oliver und "Mausbeere" Annika

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