Sonntag, 12. April 2015

Jede Menge Nachträgliches

Leider hat die fiese Erkältung die Mausbeere voll in Beschlag genommen: Husten, Schleimmonster, Sauerstoff - das volle Programm. Glücklicherweise lässt sich die Dame davon die gute Laune wieder mal nicht wirklich verderben. Das finde ich umso erstaunlicher, da es mich diesmal gleich mit erwischt hat und ich selbst bin von Schniefnase, Kratzehals und Reizhusten unglaublich angenervt und genau das Gegenteil unseres kleinen Grinseknubbels. Obwohl es dem Beerchen also den Umständen entsprechend ganz gut geht, wird es natürlich nichts mit dem angepeilten OP-Termin am Dienstag, denn die Kombination aus Schleimmonstern und Narkose sowie aus Triefnase und Nasen-OP ist ja schließlich alles andere als ideal. Also werden wir uns mal um einen neuen Termin bemühen und uns für den ursprünglich geplanten ordnungsgemäß abmelden (was ja anscheinend nicht die Regel ist, wie wir leidvoll erfahren mussten).
Die letzten Tage waren für das kranke Hühnchen übrigens höchst spannend, denn aus unerfindlichen Gründen fanden plötzlich etliche nachträgliche Geburtstags- und Ostergeschenke, sowie eine schöne Knabberpostkarte den Weg zu ihr.
Los ging es am Freitagabend, als unsere Freundin und Haus- und Hofschneiderin Rebecca der kleinen Mausbeerenkönigin seit längerer Zeit mal wieder zu einem gepflegten Spieleabend zu uns gekommen ist. Da die selbstangefertigten Geburtstagsgeschenke traditionell etwas länger brauchen, hatte sie diese erst mit etwas Verspätung dabei. Außerdem war ihr noch ein ganz besonderes Tierchen zugelaufen, dass bei der Mausbeere ein neues Zuhause bekommen sollte. Nach dem Reitunfall vor einigen Wochen war die Mausbeerenkönigin ja definitiv unzufrieden mit den geliehenen Reittieren und so kam ihr dieses höchst eigene Schlachtross absolut zum richtigen Zeitpunkt, um in Zukunft mit ihr an der Spitze des königlichen Heeres zu stehen. Bei der Ankunft von Ross und Schneiderin hielt die Dame allerdings noch ein kleines Nickerchen in ihrem Thron, also hat das treue Tier geduldig mit den restlichen Gaben bepackt neben seiner neuen Herrin ausgeharrt:
Gut ausruhen für die nachträgliche Bescherung.
Nachdem der royale Schönheitsschlaf dann endlich beendet war, haben sich Ross und Reiterin erstmal ein Wenig näher kennengelernt, bevor das Vertrauensverhältnis für einen ersten Ritt hergestellt war:
Du bist aber ein Schöner!
So mein Guter, jetzt bloß nicht schlappmachen!
Das eigene Tier erwies sich übrigens (trotz großer Ähnlichkeit) als wesentlich stabiler als das geschundene Therapie-Pferd, was nicht zuletzt an Rebeccas guter Pflege gelegen hat wird, in deren Genuss es natürlich auch bei uns kommen wird. Anschließend hat sich die kleine Amazone über das Päckchen hergemacht, das das edle Ross auf seinem Rücken für sie mitgebracht hatte.
Na los, was ist da drin?
Da die Outfits selbstverständlich maßangefertigt werden, musste die kleine Diva erst noch einmal Modell sitzen, um die exakten Abmessungen von Ärmeln und Länge der Oberteile zu ermitteln, aber soweit sieht es doch alles schon sehr schick aus. Die niedliche Hose war zum Glück schon ganz fertig und ist mitsamt des neuen, schicken Erdbeerhaarschmuckes bereits in unserem Besitz verblieben.
Na, wie sehe ich aus?
Der ganze Paket-Inhalt plus Paket-Inhalt-Inhalt ;-)
Am Samstagmorgen hat sich die junge Dame (ausgerüstet mit einem Spürchen Sauerstoff, damit diesmal nicht der Reiterin die Puste ausgeht) sofort wieder in den Sattel geschwungen. Man beachte die exzellente Körperhaltung mit dem perfekt und vorbildlich gerade aufgerichteten Rücken, die die royale Amazone mit minimaler Unterstützung an den Tag legt. Dem leicht vorgewölbten Speck-Bäuchlein wollen wir aus Rücksichtnahme mal etwas weniger Beachtung schenken.
Sitzt wie eine Eins!
Hey, hier komme ich!
Schön am Öhrchen festhalten.
Nach dem erquickenden Ritt hat sich die Mausbeere erstmal ganz entspannt um ihre Post gekümmert, die schon Genesungswünsche für die aktuelle Erkältung, sowie ganz liebe und gute Wünsche für den bevorstehenden Klinikaufenthalt enthielt:
Ganz viele Schutzengelchen kommen, damit es mir immer gut geht!
Ja, funktioniert, geht mir gerade prima!
Am Nachmittag hatte dann auch noch der Osterhase den krankheitsbedingt ausgefallenen Besuch vom Ostersonntag nachgeholt und einen kleinen Kollegen nebst einiger Leckereien vorbeigebracht:
Ich hoffe, in der Folie sind Luftlöcher für das Häschen.
Hihi, Du bist ja ein lustiger Kollege!!!
Schneller als die Mausbeere sich versehen konnte, hatte der Papa schon beim Naschwerk zugegriffen und sich damit erstmal einen vorwurfsvollen Blick seines Töchterchens eingehandelt. Wie gut, dass ihr alter Herr sich bei ihr so einiges erlauben kann, denn so hat sie gnädig auf die für sie weniger interessanten Teile verzichtet:
War das nicht eigentlich alles für mich, Papa?
Na gut, lass uns teilen!

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