Sonntag, 4. September 2016

Spontan kulinarisch durch Hamburg

Am Montag hatte sich die ganze Familie spontan einen Tag Urlaub genommen (Beerchen von der Physio, ich von meiner Arbeit, nur die Mama musste sich wieder um alles kümmern), und ist für eine Art Kurzurlaub nach Hamburg gefahren. Der ursächliche Grund dafür wird allerdings erst demnächst an dieser Stelle Erwähnung finden.

Nachdem alle früh(!) aufgestanden sind, bzw. geweckt wurden, und wir ohne größere Staus gut und zeitig in der Elbmetropole angekommen waren, wurde zunächst am Vormittag, zum Teil im strömenden Platzregen, das Pflichtprogramm abgespult.
Erst die Arbeit und das Trocknen, dann das Vergnügen
Als wir dann frei hatten, und auch alle Socken, Hosenbeine und Füßchen des Beerchens, die sie frech unter der Kinderwagen-Regenplane hervorgesteckt hatte, wieder trocken waren, konnten wir den Rest des Tages bei mittlerweile tollem Wetter eigene Pläne verfolgen.
Hamburg, hier war ich noch nie!
Das Miniatur-Wunderland steht aber ein anderes Mal auf dem Programm…
Schraube locker
Das erste Ziel war Spicy's Gewürzmuseum, das nach eigenen Angaben einzige seiner Art auf der Welt, direkt in der Hamburger Speicherstadt.
Schon bevor man das Museum im zweiten Stock erreichte, roch man es bereits durch den Hausflur. Überall im Museum – im Prinzip ein sehr großes Dachgeschoss – gab es Teller und Säcke mit verschiedensten Gewürzen, die man auch ausdrücklich probieren durfte. Knoblauch, Anis, Pfeffer, Vanille, Chillis, Dill und viele, viele weitere Gewürze ergaben nach kurzer Zeit eine interessante Geschmacksmischung im Mund.
So viel zu probieren
So kamen die Gewürze früher in Hamburg an
Neben den eigentlichen Gewürzen und vielen Info-Tafeln zu Geschichte und Herkunft, gab es auch Ausstellungsstücke von alten Maschinen, die in der Gewürzverarbeitung und -verpackung zum Einsatz kamen:
Vitrinen der Sonderausstellung vor Maschinen der Dauerausstellung im hinteren Teil des Museum
Nachhaltig beeindruckt hat die Mausbeerenmama die Vitrine mit "Fundstücken", die man in echten Gewürzsäcken bei der Kontrolle in Hamburg gefunden hat. Von naheliegenden Objekten wie Erntewerkzeugen und Messern, bis hin zu Abstrusitäten wie Comicheften, Plastikdinosauriern und CDs, war hier wirklich alles dabei:
Dinos muss man aussortieren, passen schließlich nicht wirklich in die Pfeffermühle
Zur Zeit, und das hat auch mit den Ausschlag für dieses Museum gegeben, gab es eine Sonderausstellung zum Thema Chilli & Schärfe. In der Mitte des Museums widmeten sich etliche Vitrinen den schärferen Schoten:
Habaneros, hat der Papa immer als Pulver am Schlüsselbund zum Nachschärfen
Die Fachfrau erkennt: Von genau diesen Chilli-Saucen hat der Papa keine einzige
Ein Herz aus Chillischoten fürs Beerchen
Nach dem Gewürzmuseum hatten wir dann noch soviel Zeit, dass wir eine zweite Unternehmung starten konnten. Also sind wir, wie ich am Vortage schon thematisch ausbaldovert hatte, ins Schokoladenmuseum weitergezogen.

Das Chocoversum (by Hachez) in Hamburg ist weniger Museum im klassischen Sinne, sondern ist als anderthalbstündige Führung aufgebaut, bei der die Besucher den ganzen Prozess von der Kakaofrucht zur fertigen Schokolade miterleben können. Wieder wurde auch hier der Geschmackssinn besonders gefordert, durfte man doch so ziemlich an jeder Station den Zwischenstand der Verarbeitung verkosten, von bitter-holzig bis hin zu cremig-süß. Hier ein paar Impressionen:
Aus dem Schokobrunnen frischt abgezapft, …
…hinein ins Beerenschnütchen.
Unser Guide Sina erklärt wie man Schokolade richtig verkostet, …
…und wie die Schokolade vorher industriell hergestellt wird. 
Das Beerchen und der Papa wiegen zusammen…
…etwas mehr als 100.000 Kakaobohnen.
Kein Beerchen, sondern eher ein Böhnchen. Kakaoböhnchen!
Auf dem Weg durch die Ausstellung kamen wir schon recht früh in der Schokoküche an, in der sich jeder seine persönliche Schokoladentafel kreieren durfte. Hier sind unsere beiden Endergebnisse zu sehen:
Wer hat wohl welche gemacht?
Noch ein paar abschließende Worte zu meinem Lieblingsthema, der Barrierefreiheit. Unterschiedlicher als die beiden an diesem Tag besuchten Orte können zwei Locations bezüglich der Erreichbarkeit kaum sein. Das Gewürzmuseum in der Speicherstadt war im zweiten Stock leidiglich über ein recht schmales Treppenhaus erreichbar, was mit einem gut genährten Beerchen (knapp unter 50.000 Kakaobohnen ;-)), und einem bepackten Buggy eine schöne Herausforderung ist. In diesem Fall ist aber auch die Lokalität ein wesentlicher Teil der Attraktion gewesen, so dass man diese historischen Gegebenheiten einfach gerne akzeptiert und niemandem einen Strick daraus drehen mag. 
Sieht hier sogar noch geräumiger aus…
…als es es in Wirklichkeit ist.
Das genaue Gegenteil ist bezüglich der Barrierefreiheit das Chocoversum gewesen. Innen geräumig, Drehkreuze per alternativem Tor umgehbar, und der äußere Zugang über nur eine Stufe, und selbst die wäre laut Hinweis an der Tür sogar noch vermeidbar gewesen:
Sehr löblich!
Da aber hier Äpfel mit Birnen (bzw. Schokolade mit Gewürzen) verglichen werden, weil einfach beide Museen so unterschiedliche Voraussetzungen haben, sollte niemand diesen kurzen Exkurs zu ernst nehmen, wir hatten an beiden Besuchen sehr viel Spaß und schöne Geschmackseindrücke, und können beide Besuche anderen Hamburg-Reisenden uneingeschränkt weiterempfehlen.

Kommentare:

  1. Scheint so, als wäre die Mausbeere nicht mehr so wasserscheu. :D Wenn sie doch ihr Beinchen frech unter der Regenplane rausstreckt. Das würde ich dann tatsächlich unter einem Therapieerfolg verbuchen. *lach* Es sei denn, die Mausbeere hat schon früher solche Scherze gemacht.

    Das Gewürzmuseum hört sich übrigens sehr interessant an... Ich befürchte nur, dass diese vielen Gerüche für mich zu viel wären. ;) Das Hamburg aber auch ein Schokoladenmuseum hat war mir nicht bewusst. War bisher nur in Köln im Schokoladenmuseum und der Schokobrunnen war definitiv das beste. :D

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hi Schnuffelsocke!

      Konstatieren wir doch eher, dass es unabsichtlich geschah ;-) Die Dame ist nun mal ganz schön in die Länge gegangen, und ganz stramm bekommt man die Regenhülle nicht um die Karre gespannt, da bahnt sich doch mal der ein oder andere Strampelfuß den Weg nach draußen.

      Mit den Gerüchen, das geht schon, man wird da auch ganz schnell geruchsblind für, wenn man sich da eine Zeit aufhält. In Köln waren wir auch schon, Hamburg hat uns aus dem Grund gut gefallen, weil man da an jeder Station quasi immer mal wieder was naschen darf, und nicht nur am Schokobrunnen ;-)

      Löschen