Am Montag hatte sich die ganze Familie spontan einen Tag Urlaub genommen (Beerchen von der Physio, ich von meiner Arbeit, nur die Mama musste sich wieder um alles kümmern), und ist für eine Art Kurzurlaub nach Hamburg gefahren. Der ursächliche Grund dafür wird allerdings erst demnächst an dieser Stelle Erwähnung finden.
Nachdem alle früh(!) aufgestanden sind, bzw. geweckt wurden, und wir ohne größere Staus gut und zeitig in der Elbmetropole angekommen waren, wurde zunächst am Vormittag, zum Teil im strömenden Platzregen, das Pflichtprogramm abgespult.
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| Erst die Arbeit und das Trocknen, dann das Vergnügen |
Als wir dann frei hatten, und auch alle Socken, Hosenbeine und Füßchen des Beerchens, die sie frech unter der Kinderwagen-Regenplane hervorgesteckt hatte, wieder trocken waren, konnten wir den Rest des Tages bei mittlerweile tollem Wetter eigene Pläne verfolgen.
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| Hamburg, hier war ich noch nie! |
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| Das Miniatur-Wunderland steht aber ein anderes Mal auf dem Programm… |
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| Schraube locker |
Das erste Ziel war
Spicy's Gewürzmuseum, das nach eigenen Angaben einzige seiner Art auf der Welt, direkt in der Hamburger Speicherstadt.
Schon bevor man das Museum im zweiten Stock erreichte, roch man es bereits durch den Hausflur. Überall im Museum – im Prinzip ein sehr großes Dachgeschoss – gab es Teller und Säcke mit verschiedensten Gewürzen, die man auch ausdrücklich probieren durfte. Knoblauch, Anis, Pfeffer, Vanille, Chillis, Dill und viele, viele weitere Gewürze ergaben nach kurzer Zeit eine interessante Geschmacksmischung im Mund.
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| So viel zu probieren |
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| So kamen die Gewürze früher in Hamburg an |
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Neben den eigentlichen Gewürzen und vielen Info-Tafeln zu Geschichte und Herkunft, gab es auch Ausstellungsstücke von alten Maschinen, die in der Gewürzverarbeitung und -verpackung zum Einsatz kamen:
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| Vitrinen der Sonderausstellung vor Maschinen der Dauerausstellung im hinteren Teil des Museum |
Nachhaltig beeindruckt hat die Mausbeerenmama die Vitrine mit "Fundstücken", die man in echten Gewürzsäcken bei der Kontrolle in Hamburg gefunden hat. Von naheliegenden Objekten wie Erntewerkzeugen und Messern, bis hin zu Abstrusitäten wie Comicheften, Plastikdinosauriern und CDs, war hier wirklich alles dabei:
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| Dinos muss man aussortieren, passen schließlich nicht wirklich in die Pfeffermühle |
Zur Zeit, und das hat auch mit den Ausschlag für dieses Museum gegeben, gab es eine Sonderausstellung zum Thema Chilli & Schärfe. In der Mitte des Museums widmeten sich etliche Vitrinen den schärferen Schoten:
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| Habaneros, hat der Papa immer als Pulver am Schlüsselbund zum Nachschärfen |
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| Die Fachfrau erkennt: Von genau diesen Chilli-Saucen hat der Papa keine einzige |
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| Ein Herz aus Chillischoten fürs Beerchen |
Nach dem Gewürzmuseum hatten wir dann noch soviel Zeit, dass wir eine zweite Unternehmung starten konnten. Also sind wir, wie ich am Vortage schon thematisch ausbaldovert hatte, ins Schokoladenmuseum weitergezogen.
Das
Chocoversum (by Hachez) in Hamburg ist weniger Museum im klassischen Sinne, sondern ist als anderthalbstündige Führung aufgebaut, bei der die Besucher den ganzen Prozess von der Kakaofrucht zur fertigen Schokolade miterleben können. Wieder wurde auch hier der Geschmackssinn besonders gefordert, durfte man doch so ziemlich an jeder Station den Zwischenstand der Verarbeitung verkosten, von bitter-holzig bis hin zu cremig-süß. Hier ein paar Impressionen:
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| Aus dem Schokobrunnen frischt abgezapft, … |
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| …hinein ins Beerenschnütchen. |
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| Unser Guide Sina erklärt wie man Schokolade richtig verkostet, … |
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| …und wie die Schokolade vorher industriell hergestellt wird. |
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| Das Beerchen und der Papa wiegen zusammen… |
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| …etwas mehr als 100.000 Kakaobohnen. |
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| Kein Beerchen, sondern eher ein Böhnchen. Kakaoböhnchen! |
Auf dem Weg durch die Ausstellung kamen wir schon recht früh in der Schokoküche an, in der sich jeder seine persönliche Schokoladentafel kreieren durfte. Hier sind unsere beiden Endergebnisse zu sehen:
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| Wer hat wohl welche gemacht? |
Noch ein paar abschließende Worte zu meinem Lieblingsthema, der Barrierefreiheit. Unterschiedlicher als die beiden an diesem Tag besuchten Orte können zwei Locations bezüglich der Erreichbarkeit kaum sein. Das Gewürzmuseum in der Speicherstadt war im zweiten Stock leidiglich über ein recht schmales Treppenhaus erreichbar, was mit einem gut genährten Beerchen (knapp unter 50.000 Kakaobohnen ;-)), und einem bepackten Buggy eine schöne Herausforderung ist. In diesem Fall ist aber auch die Lokalität ein wesentlicher Teil der Attraktion gewesen, so dass man diese historischen Gegebenheiten einfach gerne akzeptiert und niemandem einen Strick daraus drehen mag.
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| Sieht hier sogar noch geräumiger aus… |
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| …als es es in Wirklichkeit ist. |
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Das genaue Gegenteil ist bezüglich der Barrierefreiheit das Chocoversum gewesen. Innen geräumig, Drehkreuze per alternativem Tor umgehbar, und der äußere Zugang über nur eine Stufe, und selbst die wäre laut Hinweis an der Tür sogar noch vermeidbar gewesen:
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| Sehr löblich! |
Da aber hier Äpfel mit Birnen (bzw. Schokolade mit Gewürzen) verglichen werden, weil einfach beide Museen so unterschiedliche Voraussetzungen haben, sollte niemand diesen kurzen Exkurs zu ernst nehmen, wir hatten an beiden Besuchen sehr viel Spaß und schöne Geschmackseindrücke, und können beide Besuche anderen Hamburg-Reisenden uneingeschränkt weiterempfehlen.