Donnerstag, 9. Juni 2016

Sauer macht lustig

Heute stellen wir mal das aktuellste Knabberpost-Bild an den Anfang des Beitrages, denn die Mausbeere hat den Spruch auf der Karte dermaßen passend in Szene gesetzt, dass das Foto niemandem durch die Lappen gehen sollte. Die Postkarte wurde übrigens von Monika aus Hamburg verschickt, wo sie das sehr empfehlenswerte Musical "Aladdin" erleben durfte:
Komm her Welt, lass uns lachen!!!
Nun aber zum eigentlichen Thema - es ist wirklich faszinierend, weniger als zwei Wochen nach dem Gaumenspaltverschluss war im Mundraum der Mausbeere schon fast nichts mehr von den OP-Wunden zu sehen. Selbst über dem offenen Entlastungsschnitt hatte sich schon komplett neue Haut gebildet und auch die Spalt-Narbe selbst war nur noch durch ein paar hauchdünne und noch nicht ganz aufgelöste Fäden zu erkennen. Unglaublich, wie schnell sich die Haut im Mundraum regeneriert!
Die Mausbeere scheint auch wieder ein besseres Gefühl im Mund zu haben und der anfangs oft auftretende Würgereiz ist zwei Wochen nach der Operation komplett verschwunden. Aus diesem Grund (und - jaaaaa, wir geben es zu - auch etwas aus Neugier), haben wir jetzt damit begonnen, dem Beerchen immer mal etwas zu Essen oder zu Trinken anzubieten.
Was, das soll lecker sein?
Die allererste Köstlichkeit, die ihren Weg in den nun Gaumenspalt-losen Mund der Dame gewandert ist, war ein leckerer, vom Papa selbst gemachter Erdbeerquark. Die Begeisterung der kleinen Diva hielt sich allerdings in Grenzen, ebenso wie bei den weiteren Versuchen, ihr etwas Brei mit dem Löffel zu verabreichen. Allerdings machte sie immer mal wieder ein paar sehr interessante Kaubewegungen, die wir so vorher noch nicht beobachtet hatten.
Schon mehr nach ihrem Geschmack war dagegen etwas Milch aus der Nuckelflasche. Es war zwar am Ende nicht besonders viel aus der Flasche verschwunden und etliches davon war irgendwo im Gesicht oder der Kleidung gelandet, aber die Beere hatte wenigstens ihren Spaß:
Hab zwar keine Ahnung, wozu das gut ist, aber es ist lustig!
Insgesamt bemerken wir zur Zeit in puncto Nahrungsaufnahme so gut wie keinen Unterschied zu der Zeit vor dem Gaumenspaltverschluss, Motivation und am Ende verzehrte Menge sind im Prinzip gleich geblieben. Trotzdem werden wir jetzt natürlich verstärkt am Ball bleiben, denn die Mausbeere hat natürlich jetzt wesentlich bessere Grundvoraussetzungen, das essen und trinken zu lernen und dass es weiter Weg sein wird, die Gewohnheiten von über vier Jahren zu verändern, versteht sich ja von selbst.

Das folgende Video ist schon vor dem Gaumenspaltverschluss entstanden (mit Fruchtsäure sind wir zur Zeit doch noch etwas vorsichtig), als die Mausbeere beim Frühstück mal etwas Saft von Mamas Grapefruit probieren durfte. Besonders im hinteren Teil des Videos spricht der Gesichtsausdruck der jungen Dame wirklich Bände, wie ihr das Zeug gefallen hat. Trotz entzückendstem Schnute verziehens, streckte sie aber immer wieder das Händchen aus und hat mehr von dem bitter-sauren Saft geordert - aus diesem Kind soll noch jemand schlau werden:




Montag, 6. Juni 2016

Freiheit für die Speckbeinchen!

Endlich erreicht das Thermometer in diesem Jahr sommerliche Temperaturen, so dass die etwas luftigen Outfits mal wieder aus der hintersten Ecke des Kleiderschrankes hervorgepult werden können! Die Mausbeere hat es an diesem Wochenende sichtlich genossen, in einer kurzen Hose ihre Speckbeinchen so richtig schön ausstrecken zu können:
So lässt es sich aushalten!
Und da auch die Beeren-Füßchen nach etwas sommerlichem Flair gelüsteten, hat die Mama in mühevoller Kleinarbeit die winzigen Fußnägelchen mit dem schicken Kindernagellack verziert. Die Mausbeere war sichtlich fasziniert von ihren sommerlich schicken Käsemauken:
Die Dame von Welt trägt lackierte Fußnägel.
Hey, was ist denn mit meinen Füßen passiert?
Außerdem durfte sich die Mausbeere am Samstag über eine leckere Knabberpostkarte freuen und zwar von Oma Rita, die gerade zwecks Urlaub an der Nordsee angekommen war:
Wie gut, dass ich keine Fledermaus bin ;-)

Donnerstag, 2. Juni 2016

Einfach mal lachen

Gestern hatten wir mit der Mausbeere - nach einem Jahr - mal wieder einen Termin bei ihrem Kardiologen. Da sich das Löchlein in ihrem Herzen ja bereits im letzten Jahr verschlossen hatte, reicht mittlerweile dieses angenehm große Untersuchungsintervall aus. Auch gestern war der Doktor wieder mehr als zufrieden, da es absolut keine Anzeichen mehr für eine Belastung des Herzens von Seiten der Lunge (in den ersten Jahren mit den vielen Infekten und ständigem Sauestoffbedarf war die Lunge und damit die rechte Herzhälfte schon stärker beansprucht) und auch der Blutdruck ist dank der Medikamente, die die Dame seit Jahren regelmäßig bekommt, absolut perfekt eingestellt und stellt somit keine Mehrbelastung für das Herz dar. Trotzdem ist die linke Herzseite in Folge des Bluthochdrucks in der Vergangenheit weiterhin leicht vergrößert (aber konstant im Vergleich zur vorigen Untersuchung), was man im Auge behalten sollte und so soll in einem Jahr die nächste Kontrolle stattfinden. Bei der Tast- und Abhöruntersuchung durch den Arzt, sowie dem folgenden Ultraschall hatte die Mausbeere übrigens so ihren Spaß, da dafür wohl extrem kitzelige Stellen begutachtet werden mussten. So breit grinsende Patienten sieht der Doktor bestimmt auch nicht alle Tage.
Überhaupt hat die junge Dame in den letzten Tagen wirklich überragend gute Laune! Manchmal liegt sie einfach auf ihrer Krabbeldecke und bekommte ohne ersichtlichen Grund einen grandiosen Lachanfall - es würde uns wirklich mal interessieren, was in dem Moment so im Beeren-Köpfchen vor sich geht. Das folgende Video ist eine kleine Kostprobe eines Lachanfalls während einer Rückenkraul-Session mit Mama. Also, liebe Beeren-Fans, einfach mal mitlachen ;-)



Dazu passt die neueste Knabberpostkarte von Monika auch gleich wie Faust aufs Auge, denn über einen gesunden Sinn für Humor verfügt unser Beerchen - wie gerade bewiesen - auf jeden Fall:
Mausbeere: Humorstatus 100%

Montag, 30. Mai 2016

Ein paar Details zur Gaumenspalte

Die Gaumenspalte der Mausbeere ist nun seit einer Woche verschlossen und dem Beerchen geht es nach wie vor super! Lediglich an einem etwas vermehrten Schlafbedürfnis, merkt man, dass ihr Körper doch so einiges verarbeiten muss. Dieses Foto wurde aber gleich nach einem zwölfstündigen Erholungsschlaf gemacht und spiegelt sehr schön die "Großwetterlage" der Beeren-Stimmung wieder:
Guten Morgen, Sonnenschein!
Da sich aber viele Beeren-Fans bestimmt nicht so richtig viel unter einer Gaumenspalte vorstellen können, möchten wir an dieser Stelle nochmal genauer auf diese Fehlbildung und die Operation zum Verschluss der Spalte eingehen.
Die Mausbeere hatte eine sogenannte Hart- und Weichgaumenspalte - das bedeutet, dass ihr Rachenraum im Bereich des Gaumensegels und des Zäpfchens gespalten war. Dadurch waren Nasen- und Rachenraum nicht - wie es eigentlich sein sollte - voneinander getrennt, was unter anderem zu Problemen beim Schlucken, aber auch bei der Innenohrbelüftung etc. führen kann.
Beim Verschluss der Gaumenspalte wird das vorhandene Gewebe des Gaumens zu einem Gaumensegel umgebaut, was in mehreren Schichten geschieht, damit auch alles stabil hält. Damit beim Zusammenfügen der Spaltränder nicht zu viel Zug auf das umliegende Gewebe erzeugt wird, werden normalerweise rechts und links der Spalte sogenannte "Entlastungsschnitte" gemacht, das Gewebe wird zur Mitte rübergeschoben und vernäht - fertig. Dadurch entstehen zwar zwei neue "Spalten" über einem knöchernen Bereich im Mund (ohne Verbindung zum Nasenraum), in denen sich aber innerhalb weniger Wochen neues Gewebe bildet, was ich wirklich faszinierend finde. Der ganze Spaltverschluss geht also mit körpereigenem "Material" vonstatten und das neu gebildete Gewebe ist so stabil, dass es sogar die knöcherne Lücke im Gaumenbereich "füllt".

Da das Beerchen den Mund nicht besonders weit aufmachen kann, haben wir die Spalte nie so wirklich gut fotografieren können. Das einzige vorzeigbare Foto entstand mal, als die Mausbeere in akuter "Redelaune" war und ist leider etwas verschwommen. Hier ist besagtes Foto und eines von der verschlossenen Spalte, bei dem auch die selbstauflösenden Fäden und rechts ein Entlastungsschnitt zu sehen sind:
Spalte auf
Spalte zu
Dass die Mausbeere ihren Mund nicht besonders weit aufbekommt, hat übrigens auch den Operateur vor besondere Herausforderungen gestellt, da er seine Operationswerkzeuge fast schon wie bei der sogenannten "Schlüssellochchirurgie" durch die winzige Mundöffnung friemeln musste (wir hatten die kleine Mundöffnung im Vorfeld übrigens einem anderen Arzt gegenüber erwähnt und der meinte, dass das ja überhaupt kein Problem wäre - tja, da hat die Mausbeere mal wieder jemandem vom Gegenteil überzeugt). Ansonsten war die Gaumenspalte des Beerchens aber recht gut zu operieren, da es sich um eine inkomplette und recht schmale Spalte gehandelt hat. Um die Wundfläche klein zu halten, wurde auch nur an einer Seite der oben erwähnte Entlastungsschnitt gemacht, was bei der schmalen Spaltbildung wohl auch ausreicht.

Dass Nasen- und Rachenraum der Mausbeere nun nicht mehr miteinander verbunden sind, haben wir mittlerweile auch schon auf etwas unschöne, aber sehr eindrucksvolle Weise erfahren dürfen. Leider muss die Dame aufgrund der Reizung im Rachen immer noch gelegentlich würgen, wobei sie auch immer mal war von ihrer Nahrung erbricht. Während bei früheren "Spuckern" der Nahrungsbrei immer wie eine Fontäne aus der Nase herausgeschossen kam, passiert dies nun ausschließlich durch den Mund, aus der Nase ist bis jetzt außer dem normalen Rotz nichts mehr herausgekommen ;-)
Aber auch sonst sind uns seit dem Spaltverschluss eine Veränderungen an unserem Töchterchen aufgefallen, bei deenen wir aber nicht genau wissen, ob es einen direkten Zusammenhang gibt. Zum einen klingt ihre Stimme bei Verwendung des Sprechventils (auch das PassyMuir funktioniert wieder ohne Probleme, wir sind begeistert!!!) etwas höher, was die betreuende Ärztin so eigentlich auch noch nicht erlebt hatte. Außerdem sind ihre sind Augen wesentlich weiter geöffnet als vor der OP, was auch zur Folge hat, dass sie die Welt um sich herum noch viel intensiver beobachtet als sonst. In den letzten Tagen haben wir das Beerchen immer mal wieder ganz ruhig und versunken irgendetwas beobachten sehen - da die Dame ja sonst immer irgendwie in Bewegung oder mit irgendwas beschäftigt ist, fiel das schon richtig auf.
Träumerle.
Seit dem Gaumenspaltverschluss werden wir übrigens in schöner Regelmäßigkeit gefragt, ob die Mausbeere denn nun richtig essen kann. Die Antwort lautet erstmal definitv: NEIN, die Beere hat sich nicht sofort nachdem Aufwachen aus der Narkose ein Schnitzel mit Pommes geordert und verputzt. Aber Spaß beiseite, Fakt ist, dass die Gaumenspalte das Schlucken und somit die Nahrungsaufnahme mit dem Mund erheblich erschwert hat. Die Beere konnte ja bekanntlich trotzdem immer etwas Brei oder Flüssigkeit zu sich nehmen, hat aber ansonsten eine gewisse Antipathie gegen Nahrungsmittel jeglicher Art. Wenn jetzt die OP-Narbe verheilt ist, werden wir natürlich anfangen, ihr das Essen auf "normalem" Wege näher zu bringen, aber ob es klappen wird, die kleine Diva vom Genuss des Essens zu überzeugen, wissen wir natürlich nicht. Auf jeden Fall wird es ein sehr langer Weg werden, aber im geduldig sein sind wir mit unserer jungen Dame definitiv geübt :-)

Freitag, 27. Mai 2016

Nach HAAAAUUUUSEEEEE!!!!

Es ist geschafft und unglaublich, aber wahr - wir sind wirklich gestern (und damit einen Tag eher als üblich nach einer solchen OP) nach Hause entlassen worden! Die Dame hatte sich wirklich absolut erstaunlich gut von der Operation erholt (wie uns Ärzte und Schwestern mehrfach gesagt haben), so dass nichts dafür sprach, noch länger in der Klinik zu verweilen.

Zugegeben, die Mausbeere hatte im Vergleich zu anderen Kindern, bei denen die Gaumenspalte verschlossen wird, ein paar Vorteile, die der schnellen Heilung zuträglich gewesen sein mögen:

  1. Das Alter: Normalerweise wird die Gaumenspalte im Alter von ca. einem Jahr verschlossen. Mit vier Jahren ist die Mausbeere einfach schon größer und somit auch robuster.
  2. Die Magensonde: Kinder mit Gaumenspalte, die keine Magensonde haben, müssen ja zwangsweise durch den Mund Nahrung zu sich nehmen, was mit einer frischen Wunde bzw. Narbe im Mund sehr schmerzhaft ist. Bei der Mausbeere konnte die Nahrung also bequem diesen Weg "umgehen", da sie ja eh über den Button sondiert wurde.
  3. Das Tracheostoma: Nach einer Operation im Rachenbereich können die Atemwege auch etwas zuschwellen und die Atmung somit erschweren. Durch das Tracheostoma wurde der Nasenrachenraum beim Atmen ja ebenfalls umgangen und auch durch eventuelles Husten wesentlich weniger gereizt, als es bei der normalen Atmung der Fall wäre. Übrigens haben wir bereits gestern wieder das regelbare Sprechventil ausprobiert und die Beere kommt prima damit klar. Wir hatten ja schon etwas Angst, dass durch den Verschluss der Gaumenspalte der Atemweg durch Mund und Nase enger werden würde, aber bislang sieht es nicht so aus, als wenn es da eine Beeinträchtigung gäbe!
  4. Etwas homöopathische Unterstützung: Der Papa hält es für total sinnlos, aber trotzdem habe ich der Mausbeere nach der OP regelmäßig homoöpathische Mittel gegeben, die die Wundheilung unterstützen sollen. Einen Beweis für die Nützlichkeit kann ich natürlich auch nicht geben, aber geschadet hat es auf jeden Fall nicht.
  5. Mausbeere sein: Tja, die Mausbeere ist halt die Mausbeere, da gelten einfach andere Gesetze und wenn sie überhaupt allgemeingültige Regeln registriert, dann nur um ihnen komplett zuwider zu handeln. Wo schon im Vorfeld der OP schon alles schwieriger war, dann darf es bitteschön hinterher schneller gehen ;-)

Und als ob sie einen verstehen würde, hat die Beere absolut auf den Punkt angefangen beim Bepacken des Autos auf dem MHH-Parkplatz breit zu grinsen, als der Papa gesagt hat, dass es "nach Haaauuuseee" geht. Die Rückfahrt über hatte die junge Dame dann einen Lachanfall nach dem nächsten, das folgende Bild wird der Stimmung auf der Rückbank kaum gerecht:
Juhuuuhhh, es geht nach HAAAAUUUUSEEEEE!!!!
Wir (und natürlich auch die sehnsüchtig wartende Oma Anne) waren jedenfalls überglücklich, als wir am Nachmittag endlich wieder zu Hause eingetrudelt sind. Es wartete auch schon eine leckere Knabberpostkarte mit Genesungswünschen von Monika, die die Mausbeere (trotz expliziter ärztlicher Empfehlung, in den nächsten drei Wochen NUR passierte Kost zu sich zu nehmen), natürlich umgehend beknabbert hat:
Hmmm, die erste Knabberpostkarte mit ohne Gaumenspalte...
...schmeckt lecker!
Heute haben wir dann zur Erholung erstmal einen schönen Spaziergang in die Stadt gemacht und die Beere hat am Ende des Mini-Ausflugs erstmal ein gepflegtes Nickerchen gehalten - verdient hat sie sich das nach dieser aufregenden Woche auf jeden Fall!
Ein schöner Spazergang...
...inklusive Erholungsnickerchen!

Mittwoch, 25. Mai 2016

Es kommt Bewegung in die Sache

Die letzten zwei Tage standen bei uns ganz im Zeichen der Erholung und der Beobachtung der Beere nach ihrem erfolgreichen Gaumenspaltverschluss. Da die Dame dabei aber mal wieder alle Erwartungen die die Ärzte, Schwestern und nicht zuletzt wir selbst an sie hatten total unterlaufen hat, kommt, wie der Titel schon sagt, Bewegung in die Sache.

Die Gaumenspalte ist zwar jetzt verschlossen, aber im Mundraum der Beere ist natürlich noch eine Wunde samt Naht vorhanden, was das Gesabber an den letzten Tagen immer wieder leicht blutig machte. Diese Einfärbung ist aber zusehends weniger geworden und jetzt quasi schon nicht mehr vorhanden – ein Zeichen dass die Wundheilung richtig gut funktioniert. Schmerzen deswegen scheint die Beere keine nennenswerten zu haben, sie bekommt aber auch immer wieder einmal ein paar Schmerzmittel verabreicht, deren Frequenz zunächst reduziert, und heute schon auf "nur bei Bedarf" eingestellt wurde. Die größten Probleme – und das ist mehr als nachvollziehbar – schien am ersten Tag nach der OP das veränderte Gefühl im Mundraum zu sein, die Beere musste des Öfteren ein bisschen würgen und spucken. Heute dagegen scheint sich das vorwitzige Beeren-Züngchen, das wir noch nie so oft gesehen haben wie bei unserem Aufenthalt hier, an die geänderten Platzverhältnisse gewöhnt zu haben.

Bei unseren Nachsorgeterminen in der Zahn-Mund-Kieferklinik war unsere betreuende Ärztin sehr, sehr zufrieden mit dem Heilungsverlauf und mit dem Gesamteindruck den unsere Tochter dort hinterlassen hat. Andere Kinder seien wohl in diesem Stadium nach einer vergleichbaren Operation noch weit quengeliger, wieder einmal hat die Beere uns, und das anwesende Fachpublikum, sehr verblüfft. In Rücksprache mit dem Operateur, den wir auch kurz getroffen haben, will sich die Ärztin vermutlich dafür aussprechen, dass wir eventuell schon morgen entlassen werden können, einen Tag vor dem prognostizierten Standardentlassungstag. Wir können dem Plan uns frühzeitig in Bewegung gen Heimat zu setzen nur aus vollem Herzen beipflichten, denn wenn man das Beerchen momentan erlebt, müsste man eigentlich zu dem Schluss kommen, dass die letzten Tage nie stattgefunden haben.
Ich. Will. Dein. SMARTPHONE!!!
Auch die Beere selbst treibt diesen Plan aktiv voran, denn heute morgen hat sie sich beim Herumtoben vermeintlich ihren zentralen Venenzugang gezogen, über den bisher noch Antibiose und Schmerzmittel liefen. Da sie aber anscheinend der Meinung ist dass es auch ohne geht (gehen muss), wurde auf eine orale Therapie umgestellt, die wir natürlich auch perfekt zu Hause zu Ende bringen können.

Bewegung kommt aber nicht nur sprichwörtlich in unseren Aufenthalt hier, auch ganz praktisch hat heute jedes anwesende Mitglied der Beerenfamilie seine Portion Bewegung bekommen. Während ich z.B. gerade diese Zeilen am Nachmittag verfasse, läuft die Mausbeerenmama in ein nahegelegenes Stadtteilzentrum um bei einem dortigen Edeka ein paar kleine Dankeschöns für die Station zu besorgen, die man sich durch die liebevolle und kompetente Betreuung mehr als nur verdient hat.
Ich selbst durfte mich heute eine Stunde im Rehasportbereich der MHH auf einem Fitnessrad auspowern, eine wirklich glückliche und spontane Fügung: Auf der kinderkardiologischen Station auf der wir momentan quasi als Gäste untergebracht sind, und auf der leider naturgemäß manch kleiner Patient mit seinen Angehörigen viel Zeit verbringen muss, gibt es das Angebot "Eltern brauchen Kraft!", bei dem Eltern regelmäßig im Sportmedizinischen Institut mittrainieren dürfen, um wieder aufzutanken und Kraft und Energie für die größeren und wichtigeren Dinge des Lebens zu schöpfen. Ermöglicht wird diese Kooperation über den Verein "Kleine Herzen Hannover e.V.", dem mein besonderer Dank und meine Hochachtung für ihre Arbeit gilt. Die ganze Aktion war, wie bereits gesagt, sehr spontan, um 10.30 Uhr kam zufällig die Sozialbetreuerin der Station ins Zimmer, die ich auf die Möglichkeit einmal zu trainieren angesprochen habe. Um 10.45 hatte ich den eilig vorbei gebrachten Gesundheits-Fragebogen der Sportmediziner ausgefüllt und stand mit einer geliehen LILA!!! Jogginghose der Beerenmama in der Sporthalle, dafür aber ohne Handtuch und Wasserflasche. Irgendwie musste alles zu spontan sein, denn mittwochs ist der letzte Termin in der Woche, und dann auch nur bis mittags. Nach einem kurzen Gespräch mit einer sehr netten Sportmedizinerin durfte ich aber gleich starten, und konnte dann ab 11 Uhr, keine halbe Stunde nach der ersten Anbahnung, meine virtuellen Runden durch Hannover drehen.
Kommt man gut bei ins Schwitzen. Insbesondere aus Angst mit dieser Hose gesehen zu werden.
Last but not least bestand die Bewegung des Beerchens, neben ausgiebigen Dauer-Lachanfällen und Im-Bett-Herumkugeln außerdem noch in einer kurzen Stehübung als die Wickelunterlage im Bett gewechselt werden musste. Dabei ist das folgende drollige Foto einer wunderbaren Standardtanzhaltung entstanden:
Und wer führt…?

Montag, 23. Mai 2016

Verschlusssache Gaumenspalte

Puh, endlich ist es geschafft - die Gaumenspalte der Mausbeere konnte heute erfolgreich verschlossen werden!!! Selbstverständlich sind wir mächtig froh und erleichtert, dass es endlich geklappt hat. Das Thema Gaumenspalte war ja seit mehr als vier Jahren - sprich seit Geburt der Mausbeere - irgendwie ein ständiges Begleitthema und es ist ein eigenartiges Gefühl, dass diese Baustelle nun abgearbeitet wurde.
Heute Morgen stand die Mausbeere wieder an erster Stelle auf dem OP-Plan und so wurde sie wieder einmal in ein schickes OP-Hemdchen gesteckt. Übrigens war die ganze Ausgangssituation irgendwie positiver als am Donnerstag, da die Beere wirklich absolut gut drauf war und der sichere Venenzugang hat sicher auch einiges an Spannung aus der Sache genommen.
Das ist jetzt aber mal das letzte OP-Hemdchen für diesen Aufenthalt…
Übrigens sind die Schwestern hier auf der Station richtig fit drauf und lassen sich von den kleinen Patienten nicht so leicht auf der Nase herumtanzen. So haben es schon mehrere von ihnen geschafft, bei der Mausbeere im Wachzustand Blutdruck zu messen und heute Morgen hat es sogar eine Schwester erfolgreich hinbekommen, das Namensbändchen am Speck-Ärmchen zu befestigen, was vorher in Ermangelung eines Handgelenks (und der Tatsache, dass die Hand im Vergleich zum Unterarm recht winzig ist) noch nie geklappt hat. Unglaublich, das Teil ist jetzt am frühen Abend immer noch an Ort und Stelle!!!
Nur ein Strichcode drauf. Seid Ihr langweilig! Ich will 'ne Apple Watch oder 'nen Fitnesstracker!
Nachdem wir die Dame dann am Operationssaal abgegeben haben, begann wieder die quälend lange Zeit des Wartens. Eigentlich wollte einer der Anästhesisten uns irgendwann anrufen, wenn abzusehen ist, dass wir unser Beeren-Kind auf der Intensivstation besuchen könnten. Als es dann schon früher Nachmittag war, hatte eine der Stationsschwestern dann mal dort nachgehakt und wir bekamen die Info, dass die Dame bereits wohlbehalten dort ist und wir sie nach der Mittagspause sehen - mehr über den Verlauf konnte sie uns aber leider auch nicht sagen. Da hat leider die Kommunikation nicht so richtig geklappt, aber wir waren auf jeden Fall froh zu wissen, dass offensichtlich alles soweit in Ordnung war.
Als wir dann endlich auf die Intensivstation kamen, fanden wir das Beerchen erstmal tief schlafend vor, laut zuständiger Schwester war sie aber bereits schon einmal wach gewesen. Dann konnten wir uns auch endlich mal mit einer Intensivärztin unterhalten, die uns über den erfolgreichen Spalt-Verschluss in Kenntnis gesetzt hat, und erzählte, dass die Mausbeere lediglich mit ganz geringem Sauerstoffbedarf angekommen war. Um ihr die Zeit nach der OP zu erleichtern, bekommt sie aber vorsorglich regelmäßig Schmerzmittel und Antibiotika verabreicht.
Nach einer Weile erwachte das Beerenkind dann, und war, bis auf etwas blutige Spucke die ihr gelegentlich aus der Schnute lief, sofort wieder die alte.
Blut um den Mund, und ein Igelfuß. Zutaten für ganz tolle Albträume!
Wenn sogar das Finger-hoch-Spiel schon klappt…
…dann kann ja alles sooo schlimm nicht gewesen sein.
Es wurden sofort zielgerichtet irgendwelche Spielzeuge oder Hände gegriffelt und ihre üblichen Turnübungen vollführt und vermutlich hätte kein außen stehender Betrachter vermutet, dass dieses Kind gerade eine mehrstündige OP hinter sich hatte. Wir sind maßlos erstaunt über die Konstitution unseres Beerchens, da man ja bedenken muss, dass sie bereits die dritte Narkose inklusive allergischer Reaktion innerhalb von einer Woche über sich ergehen lassen musste.
So richtig sehen konnte man das Kunstwerk im Beerenmundraum noch nicht, nur als sie ein-, zweimal ein bisschen am Weinen war, konnte man den geflickten Gaumenraum annähernd erahnen, inklusive der zwei Entlastungsschnitte links und rechts. Zur Methode aber eventuell mehr in einem der kommenden Beiträge, noch wissen wir selbst zu wenig.
Zur Überwachung der Wundheilung sollte die Mausbeere dann eigentlich über Nacht auf der Intensivstation bleiben, aber wir hatten uns kaum am Bettchen mehr oder weniger häuslich eingerichtet, da kam auch schon ein Doktor, der uns mitteilte, dass wir nicht erschrecken sollten, aber aufgrund eines Notfalls müsste die Dame kurzfristig doch schon wieder auf die Normalstation verlegt werden. Naja, ansichtig des Energieknubbels im Bett, der auch schon wieder erste Lachanfälle gezeigt hatte, war diese Entscheidung wohl in jeder Hinsicht vertretbar.
Also zog die Beere mal wieder in Rekordzeit zurück in ihr Domizil, wo sie bis jetzt, wo ich dies schreibe ohne weitere Nickerchen oder gar Sauerstoffbedarf fröhlich im Bettchen herumturnt. Detaillierte Arztgespräche – also mit jemandem aus der Kieferchirurgie und auch der Phoniatrie – hatten wir heute allerdings noch nicht, aber das wird spätestens morgen der Fall sein. Jetzt sind wir jedenfalls einfach erstmal froh, dass heute alles so positiv verlaufen ist und gehen jetzt mal zum gemütlichen Teil über!