Mittwoch, 2. Oktober 2013

Sie hat es doch nur gut gemeint...

Da sich hier alle total super um sie kümmern, wollte sich die Mausbeere heute Morgen mal revanchieren, indem sie um halb acht für etwas Unterhaltung auf der Station gesorgt hat. Das Absaugen der Trachealkanüle fühlte sich irgendwie komisch an - ein Blick unter das Tracheostoma-Pad lieferte prompt den Grund dafür. Die Beere hatte sich ganz klammheimlich die Kanüle herausgezogen (umso erstaunlicher, da es sich um eine geblockte Variante handelte, die mit einem kleinen Ballon gegen Herausziehen geschützt sein sollte - aber für unser Töchterchen gelten ja bekanntlich eh andere Regeln), woraufhin alle plötzlich furchtbar schnell wurden. Die Kanüle soll ja das Tracheostoma und somit den sicheren Atemweg offenhalten. Wenn ein Kind auf Sauerstoff oder gar Beatmung angewiesen ist, kann eine gezogene Kanüle also fatale Folgen haben. Unsere Beere hat das alles gar nicht gestört, hat weitergeatmet als wenn nix passiert wäre und lediglich etwas gehustet, als der blitzschnell herbeigeflogene Arzt eine neue Kanüle reingebastelt hat. Nach dieser Aktion dürften auf der Station alle Mitarbeiter endgültig wach gewesen sein. Die Beere hatte den ohnehin abstehenden Kanülenwechsel einfach etwas vorverlegt und trägt jetzt eine ungeblockte Variante, bei der auch Luft an der Kanüle vorbei und somit durch Mund und Nase kommen kann.
Ansonsten geht es der Beere super, heute hatte sie zum ersten Mal seit Langem keine erhöhte Temperatur mehr und ist bestens zufrieden. Immer ein Grinsen im Gesicht und die Feuchte Nase in der Hand. Ansonsten müssen jetzt allmählich noch einige Medikamente ausgeschlichen und die Nahrungsmenge wieder auf Normalniveau gesteigert werden. Außerdem wurde auch die Vermittlung eines Beratungsdienstes angeleiert, der uns zu Hause mit den ganzen Hilfsmitteln, die mit den neuen Baustellen einhergehen, mit Rat und Tat zur Seite stehen soll.
Oma Anne ist leider wieder nach Hause aufgebrochen (nicht ohne noch ein ernstes Gespräch mit ihrer Lieblingsenkeltocher zu führen, siehe Foto), aber morgen am Feiertag kommt der Papa auch schon wieder vorbei!

Dienstag, 1. Oktober 2013

Und noch jemand ist zurück!

Heute nachmittag hat auch endlich der treue Freund Daumen zurück in die Beerenschnute gefunden. Angepeilt hatte Sie ihn schon länger, aber so richtig wollte er noch nicht. Diese freudige Wiedervereinigung konnte ich zum Glück schnell im Bild festhalten:


Das heute Morgen noch etwas schüchterne Angrinsen wurde im Laufe des Tages immer breiter. Oma Anne, die für zwei Tage zu Besuch gekommen ist, hat dabei mit Krabbelfingerspielchen und sonstiger Beeren-Bespaßung einen großen Teil dazu beigetragen.

Lange vermisst - endlich wieder da!

In den letzten Wochen war es ja aus nachvollziehbaren Gründen wirklich Mangelware und wir haben es schmerzlich vermisst. Aber heute Morgen war es wieder da, noch ganz zögerlich und vorsichtig und so flüchtig, dass es nicht im Bild festgehalten werden konnte. Aber es war da: ein leichtes Grinsen hat sich heute Morgen auf das Gesichtchen der Beere verirrt! Das lässt das Mama-Herz doch gleich höher schlagen!
Die erste Nacht unter "normalen" Umständen haben wir gut überstanden und zumindest die Mama hat die traute Zweisamkeit sehr genossen. Ein Überbleibsel hat die Beere zu meinem Leidwesen aber von der Intensivstation mitgenommen, hoffentlich nicht auf Dauer. Um Punkt fünf Uhr morgens ist erstmal volle Beeren-Power angesagt - sehr unangenehm, aber Schlaf ist ja bekanntlich eh nur ein halbherziger Koffein-Ersatz. Also Beere: weiter so!

Montag, 30. September 2013

Genesungswünsche

So, da ging doch alles schneller als gedacht, direkt nach der Mittagspause ging in Windeseile der Umzug auf die Normalstation über die Bühne!
Das bedeutet für die Mama wieder Beere rund um die Uhr - endlich haben die Entzugserscheinungen ein Ende! Endlich darf man sich auch wieder mehr ums Kind kümmern, zum Beispiel war heute oft das morgens noch fix gelernte Absaugen der Trachealkanüle nötig.
Es ist auch mal wieder an der Zeit, sich für die vielen lieben Genesungswünsche zu bedanken, die die Beere auf den unterschiedlichsten Wegen erreicht haben. Zwei möchte ich an dieser Stelle besonders würdigen. Kim - Cousine um die Ecke rum und natürlich absoluter Beeren-Fan - hat für die Mausi dieses schöne Bild gemalt:


Und kurz vor der Abreise von der Intensivstation wurde der Beere gerade noch rechtzeitig ein Päckchen von treuen Beerenfreunden aus der Heimat zugestellt. Der Inhalt ist auf dem folgenden Bild zu sehen und die Beere wäre nicht unsere Beere, wenn sie nicht sofort alles ausgiebig befummelt hätte. Ein ganz dickes Dankeschön für diese tolle Überraschung von uns Dreien! Es tut echt gut zu wissen, wie viele an uns denken!

In diesem Bild hat der Künstler ein paar Mäuse versteckt. Wie viele findest Du?

Alles in Frauenhand

So, nachdem der Papa ja leider wieder zu seiner Arbeit Richtung Heimat verschwunden ist (von meiner Seite nochmal ein dickes Dankeschön an die Firma, dass der Urlaub noch spontan verlängert werden konnte), müssen die Beere und ich erstmal alleine klarkommen.
Die erste Neuigkeit, über die ich berichten darf ist auch gleich die beste seit Tagen und gleichzeitig der Beweis, dass wir beiden Mädels alles ganz gut im Griff haben. Die Beere soll, wenn denn alles klappt, wieder auf die Normalstation verlegt werden!!! Nach dreieinhalb Wochen Intensivstation ist das echt ein Riesenschritt nach vorne!
Außerdem möchte ich noch das neueste Hobby der Beere vostellen: Feuchte Nase abbauen. Diese Konstruktion mit dem Sauerstoffschlauch liegt aber auch zu verführerisch im Beeren-Fummelradius. Sobald vor ein paar Tagen die Schlafmittelchen weitestgehend reduziert waren, wanderte die Beerenhand zielsicher in Richtung Schlauch, dann ein kleiner Ruck und plopp, ab die Nase! Gleiches gilt natürlich auch für Inhalieraufsätze, Elektroden und alles, was sonst noch so ans Kind gebastelt wurde. So langsam erkennt man doch die gute alte Beere wieder, einfach toll!



Berichterstatter's coooooming home…

Als wir vor laaanger Zeit in die Klinik gekommen sind, habe ich mal die Berichterstattung übernommen (unterbrochen lediglich hiervon, und von diesem NICHT LESENSWERTEN BEITRAG) um die Mama zu entlasten, damit diese sich noch besser um die Beere kümmern kann.

Zu diesem Zeitpunkt hätte niemand gedacht, dass bis jetzt dreieinhalb Wochen, rund 40 sorgsam verfasste Posts und viele, viele Sorgen zusammengekommen seien würden.

Da ich nun auch mal wieder zu meiner (anderen) Arbeit muss, gebe ich den Berichterstatter-Staffelstab an die Mama zurück, wohlwissend dass diese auch alle Beeren-Blog-Leser auf dem neusten Stand halten wird. Ein (vorerst) letztes Mal kommt also die Zusammenfassung des Tages noch von mir:
Die Dame befindet sich noch immer auf einem sehr guten Weg. Der Entzündungswert ist rückläufig und damit so tief wie schon lange nicht mehr, ein Kabel konnte wieder aus dem Oberschenkel gezogen werden, und die Beere hat HUNGER! Man merkte ihr während des Tages schon eine gewisse Rappeligkeit an, die dann plötzlich zur fest geplanten Essenszeit in ein wohliges Nickerchen überging, kaum da sie die erste Hälfte der Spritze mit der Sondenkost förmlich in sich hineingesogen hatte. Da mittlerweile das ganze Essen sehr gut weiterverarbeitet wird, wurde die Rationsmenge auch gleich noch erhöht. Mit ausschleichender Sedierung guckt und greift die Beere schon wieder richtig schön nach ihrem Karren-Balli, und macht durch ihr Rumgehampel jeden Versuch zunichte, sie längerfristig mal in eine Seitlagen-ähnliche Lagerung zu bringen.

Auch wenn die Abfahrt heute sehr, sehr schwer fiel, so weiß ich doch meine Beere gut aufgehoben in sehr vielen fähigen Händen, und außerdem ist bald ja auch schon wieder ein Feiertag. Tschö.

Samstag, 28. September 2013

Geheimrezept: Mini-Urlaub

Jetzt, da es der Beere so langsam wieder besser geht, verläuft hier doch mittlerweile im Wesentlichen jeder Tag sehr ähnlich. Die Besuchszeiten sind immer die gleichen (von Rauswürfen aus berechtigten Gründen mal abgesehen), die Umgebung ist doch sehr begrenzt, ja, man meint so langsam sogar einige Gerichte in der Mensa schon mal gesehen zu haben. Man geht zu den immergleichen Zeiten die immergleichen Wege. Sicher, ohne feste Rituale sind Tage wie diese auch nicht zu stemmen.

Die Beere selbst döst auch noch viel und macht immer noch keine Sprünge durch den Feuerreifen. Selbst mit positiver Grundstimmung gesegnet, musste mal etwas Abwechslung her. Also habe ich heute einen kleinen Ausflug in die hannoveraner Innenstadt auf den Therapieplan gesetzt; Nicht-Teilnahme strengstens untersagt.

Das April-Wetter im September hatte sonniges T-Shirt-Wetter im Angebot, die Wachablösung der Schwestern am Mittag kam sehr zeitig, also ab mit der Stadtbahn in die Innenstadt… Ein bisschen Stöbern im Buchladen hier, ein wenig nach dem nächsten winterlichen Kleider-Kracher für die Mausbeere suchen dort, gerade der Mama tat das mal sehr gut. Eine leckere Pizza mit Caipirinha machten den Mini-Urlaub dann komplett. Ein Zeichen dass das die richtige Entscheidung gewesen ist, befand sich quasi am Ende noch zu unseren Füßen: Auf den Steinen der Füßgängerzone lag ein hübscher Kettenanhänger herum, ein kleiner Marienkäfer, das Lieblingstierchen der Mama (Mäuse laufen bekanntlich außer Konkurrenz). Gut desinfiziert ist jener Anhänger jetzt als Glücksbringer in Oma und Opas kleiner Tasche am Beeren-Bett gelandet. Und so hatten am Ende alle was vom Mini-Urlaub.